mario hat geschrieben: ↑Fr 10. Apr 2020, 11:38was ist das denn für eine Bauweise? Optisch sieht es tatsächlich nach Composit-Haselnußzweig-CFK aus.
Hi Mario,
Du meintest wegen Ostern sicher Palmzweig-CFK
Die Verbinder sind inzwischen in die Form rein und auch wieder raus gekommen, aber beim Dispar hat sich noch mehr getan.
Hier zunächst zu den Verbindern, Querschnitt ist übrigens 29 x 12 mm.
Das vorgeschnittene Material hat nicht ganz gereicht um die Form zu füllen, weil ich das schon ahnte hatte ich vor dem Laminierbeginn noch mal je 21 Stück 24k-Rovings zum nachfüllen zugeschnitten, aber auch das reichte nicht ganz.
Auf den Bildern sind bei den Füllungen mit Kreppbandende 2 Kohleschläuche auf dem Selitronkern, diese Streifen kommen an den Rand der Verbinder.
Zunächst habe ich 20 Lagen 80er UD-ST je Verbinder in der Form getränkt, dann die Selitronstreifen im Kohleschlauch vorgetränkt und eingelegt und dann den Abstand zum Formrand gemessen. Es zeigte sich dass in die Mitte noch mehr Material rein muss, also habe ich die Rovings in 3-Bündeln mit je 7 Rovings vorgetränkt und mit einer Spachtel in die Lücken zwischen den Kohleschläuchen gedrückt. Dann kamen die nächsten 20 Lagen 80er UD-ST je Verbinder in der Form, dann ein Stück Mylar drauf. Das Paket habe ich dann zwischen zwei mit Backpapier bespannte Marmorplatten gepresst.
Ausformen ging ganz leicht, aber jeweils an den Enden waren auf der einen Seite kleine Täler die nicht mit CFK gefüllt waren. Um eine gleichmäßige Pressung zwischen Verbinder und Verbinderhülse zu gewährleisten habe ich das fehlende Material mit Kohlemehlmumpe aufgespachtelt und verschliffen. Ein Verbinder ist fertig und passt, der andere muss noch komplett fertig abgelängt und passend eingeschliffen werden.
Wegen dem Problem mit der mangelnden Gutmütigkeit des Dispars wie er aus der Form kommt habe ich neben den von Jörg gebauten und erprobten Außenflügelprothesen noch eine weitere Option geprüft und ärgere mich inzwischen etwas darüber das nicht schon früher nachsimuliert habe.
Das Problem des Fliegers kommt offensichtlich von der hohen Flügelzuspitzung, die vor dem Winglet durch einen gerundeten Nasenleistenverlauf aus optischen Gründen noch mal deutlich erhöht wird. Das führt zu einer starken Auftriebsbelastung des Wingletfuß, die zusammen mit dem Wingletauftrieb zu Ablöseblasen und örtlichen Abrissen wegen Überlastung durch Überlagerung der Einzelauftriebe am Wingletfuß führt.
Bei den Außenflügelprothesen wird die Außenflügelüberlastung durch 5° Zusatzschränkung so weit reduziert, dass Jörg seinen Dispar am steilen Hang recht sicher fliegen konnte. Der Absturz beim letzten Flug wurde nicht durch einen Außenflügelabriß verursacht.
Neben der Zusatzschränkung kann man den Außenflügel auch Auftriebs- entlasten indem man den gerundeten Randbogen abschneidet und die Winglets an den dann viel tieferen Außenflügel montiert. Damit kann man auch den Angriffspunkt der Auftriebe von Winglet und Außenflügel voneinander entkoppeln indem man das Winglet geometrisch rückversetzt anbringt, denn es hat viel weniger Wurzeltiefe als der gekürzte Flügel Außentiefe.
Lange Rede, kurzer Sinn....in der Simulation sieht die Auftriebsverteilung der erprobten Prothesenvariante beim Abriss ganz ähnlich aus wie der geplant gekürzte Außenflügel, müsste also technisch funktionieren. Dazu habe ich den ersten Lackfehler-Prototyp des Dispar reaktiviert und die kleinen Defekte aus der Flugerprobung repariert.
Die runden Randbögen habe ich abgeschnitten, die neue Spannweite ist jetzt 2,7 m statt ca. 3 m.
Die Optik leidet ziemlich stark unter den eckigen Randbögen, da habe ich inzwischen mit händischer Verrundung nachgebessert, aber das zeige ich erst auf den Bildern des fertigen Umbaus, ist im Moment auch noch nicht ganz fertig.
Als Winglets verwende ich noch vorhandene Pendel-Höhenleitwerke von meinem längst verschlissenen 2,5 m Pace VX, die sind trotz Hartschalenbauweise gar nicht mal so schwer und wiegen ca. 15 g pro Stück.
Hier die Screenshots der Prothesenvariante oben und der 2,7 m Clipped-Wing-Variante mit Pace-Winglets unten bei Maximalauftrieb, das sieht am Wingletfuss ziemlich ähnlich aus.....ich hoffe es funktioniert.
Hier noch ein paar Transplantationsbilder:
Gruß,
Uwe.