ich möchte hier über einen besonderen Nurflügel berichten zu dem ich wie die Jungfrau zum Kind kam...durch eine Art "Unfall"
Es geht um den Wingletnurflügel X-mess von Peter Wick und dem Pitbull-Team, den es inzwischen beim Fliegerlandshop auch zu kaufen gibt. Ein paar Infos zu dem Modell und auch der Namensgebung stehen dort, ein bisschen was schreib ich hier.
Die Spannweite ist 2,4 m und wegen der geringen Streckung hat das Modell relativ viel Fläche. Für einen größeren Nurflügel ist die Bauweise ungewöhnlich, er wird komplett in Voll-GFK / CFK - Schalenbauweise aus gefrästen Formen hergestellt um den von Peter Wick an Einbausituation, Re-Zahl und Auftriebsbelastung angepaßten Profilstrak möglichst genau auf das Flugmodell zu übertragen. Größere Nurflügel aus Formen gibt es heutzutage kaum zu kaufen. Die gerechneten Profile im gepfeilten Bereich sind dabei nicht wie üblich in Flugrichtung eingebaut, sondern senkrecht zur t/4-Linie gedreht. Dadurch werde sie dünner und die Wölbung verändert sich. Die Maßnahme soll die Vorhersagbarkeit der aerodynamischen Eigenschaften für die Detailoptimierung verbessern, die ansonsten durch Querströmungseffekte aus der Pfeilung verfälscht werden.
Ich sah den X-mess erstmals auf dem Nurflügeltreffen auf der Wasserkuppe fliegen und war sehr beeindruckt von den Leistungen. Gegen Abend bin ich bei nachlassender Thermik mit meiner Horti mal Manfreds X-mess hinterhergeflogen, hatte aber trotz halber Flächenbelastung nicht die geringste Chance. Der X-mess stieg während ich direkt unter ihm absoff. Voll-GFK kann man zwar nicht mir offener Rippenbauweise vergleichen, aber der sehr große Unterschied in der Paradedisziplin der Horti hat mich dann doch überrascht. Das zweite Mal sah ich den X-mess dann bei unserem Nurflügeltreffen im Spessart fliegen. Manfred hat dabei den Sharon meines Vereinskollegen Franz beim Hangfliegen unter schwachen Bedingungen abgehängt
Der X-mess von Thmoas flog bei den schwachen Bedingungen in Laucha nur ein Mal zusammen mit einem DLG und als der Wind dann ganz weg war konnte der DLG noch oben landen, der X-mess aber nicht. Thomas ist unter Horizont abgesoffen und weil er gar keinen Aufwind mehr gefunden hat mußte er die Außenlandung probieren. Die Bilder in chronologischer Reihenfolge zeigen wie nah Spaß und Frust beim Modellfliegen sein können: Leider haben Pfosten und Äste erheblichen Schaden angerichtet, aber der Holm ist unversehrt. Lediglich die Außenschicht der Schale ist über den Holmbereich eingerissen, so dass ich auch auf dem Holm reparieren mußte. Weil Thomas lieber neu bauen und den beschädigten X-mess in der Börse verkaufen wollte hab ich den Bruch gleich gekauft und mitgenommen, das war für alle die einfachere Lösung
Inzwischen sind die Schadstellen ausgeschnitten und die neuen Schalenteile auch schon wieder drin. Die nächsten Arbeiten sind spachteln, schleifen, spachteln, schleifen .......
Thomas hat seinen ausgebauten Rumpf behalten, aber der Ersatzrumpf vom Fliegerlandshop ist Gestern eingetroffen...naja, viel ist daran nicht zu tun.
Die Reparatur der Flügelschalen zeige ich bei Gelegenheit in einem extra-Thread, es gibt da ein paar Unterschiede zur Vorgehensweise von Michel bei der Elli.
Ich hoffe dass der reparierte X-mess in etwa 2 Wochen wieder fliegt und dann werde ich berichten ob die Flugleistungen mit mir am Knüppel auch so gut sind wie Manfred und Thomas es gezeigt haben.
Mich interessiert vor allem wie die Dynamik ist, denn da haben Wingletnurflügel nicht den besten Ruf. Bisher war entweder die Dynamik oder die Thermikleistung gut, aber beides?
Gruß,
Uwe.