Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Hallo, ich möchte hier mal einen Baubericht zu einem gerade enstehenden Alpinsegler einstellen. Das wird nichts für Ungeduldige, aufgrund noch einiger anderer Projekte ist mein Ziel, in 2017 fertig zu werden.
Was soll es werden:
Ein robuster kleiner Segler, den ich auf Bergtouren in oder an den Rucksack hänge, und wenn ich einen schönen Hang sehe, schmeisse ich ihn raus. Deswegen braucht er einen möglichst großen Einsatzbereich und Nehmerqualitäten beim Landen.
Eckdaten:
1,6m Spannweite, Profil AG04 (aufgedickt auf 7,8%). 4-Klappenflügel, damit ich langsam und möglichst steil bis senkrecht einlanden kann. Der Prototyp hat nur 2 Klappen, und in einem gut tragenden Steilhang mit vielen Steinen mittendrin ist es absolute Glückssache, ihn irgendwo heil hinzusetzen, weil man die Fahrt nicht rausbekommt. Zielgewicht wird so um die 600-700g liegen.
Das neue wird die Bauweise:
Bislang habe ich gute Erfahrungen mit Vollbalsaflächen gemacht, die mit GfK beschichtet sind. Sehr robust und trotzdem relativ leicht. Nur macht mir die nötige Handarbeit beim Verschleifen keinen Spaß, und das Profil, was dabei herauskommt, ist wohl auch etwas Zufall. In Negativformen macht es mir deutlich mehr Spaß zu bauen, also lag der Gedanke nahe, beide Bauweisen zu verbinden: Eine in der Form gebaute Fläche mit Vollbalsakern. Da ich seit 11 Monaten an einer CNC-Fräse baue (und sie inzwischen betriebsbereit ist), habe ich nun endlich das Werkzeug, um mir passende Balsakerne zu fräsen.
Der Plan:
In die Oberschale kommt eine Lage 50er Glas, angelieren lassen, dann eine Lage 80er Kohle und der Holmgurt, und dann gleich der vorgefräste Balsakern. Dann alles einsaugen. Ist das dann ausgehärtet, fräse ich mit etwas Untermaß die Unterseite des Balsakerns, und dann ist das Untermaß hoffentlich passend zur Laminatstärke, sodaß die andere Formhälfte mit möglichst wenig Spalt draufpasst.
Links sieht man eine (gekaufte) Formhälfte aus Ureol (noch mit Wachsresten von der letzten Entformung, und ich habe auch nicht den Ehrgeiz gehabt, auf den üblichen Spiegelglanz zu polieren...), rechts einen von mir gefrästen Balsakern mit der Oberseitenkontur und Ausschnitten für Servos, Steckung und Scharnierlinie. An Nasen- und Endleiste habe ich ein paar mm abgeschnitten, diese paar mm dürfen ein bißchen hohl werden. Im Bereich der Steckung ist das Balsa hochkant.
Bin gespannt, ob schon jemand was Ähnliches gemacht hat, und ob es jemand anders oder besser machen würde.
Was soll es werden:
Ein robuster kleiner Segler, den ich auf Bergtouren in oder an den Rucksack hänge, und wenn ich einen schönen Hang sehe, schmeisse ich ihn raus. Deswegen braucht er einen möglichst großen Einsatzbereich und Nehmerqualitäten beim Landen.
Eckdaten:
1,6m Spannweite, Profil AG04 (aufgedickt auf 7,8%). 4-Klappenflügel, damit ich langsam und möglichst steil bis senkrecht einlanden kann. Der Prototyp hat nur 2 Klappen, und in einem gut tragenden Steilhang mit vielen Steinen mittendrin ist es absolute Glückssache, ihn irgendwo heil hinzusetzen, weil man die Fahrt nicht rausbekommt. Zielgewicht wird so um die 600-700g liegen.
Das neue wird die Bauweise:
Bislang habe ich gute Erfahrungen mit Vollbalsaflächen gemacht, die mit GfK beschichtet sind. Sehr robust und trotzdem relativ leicht. Nur macht mir die nötige Handarbeit beim Verschleifen keinen Spaß, und das Profil, was dabei herauskommt, ist wohl auch etwas Zufall. In Negativformen macht es mir deutlich mehr Spaß zu bauen, also lag der Gedanke nahe, beide Bauweisen zu verbinden: Eine in der Form gebaute Fläche mit Vollbalsakern. Da ich seit 11 Monaten an einer CNC-Fräse baue (und sie inzwischen betriebsbereit ist), habe ich nun endlich das Werkzeug, um mir passende Balsakerne zu fräsen.
Der Plan:
In die Oberschale kommt eine Lage 50er Glas, angelieren lassen, dann eine Lage 80er Kohle und der Holmgurt, und dann gleich der vorgefräste Balsakern. Dann alles einsaugen. Ist das dann ausgehärtet, fräse ich mit etwas Untermaß die Unterseite des Balsakerns, und dann ist das Untermaß hoffentlich passend zur Laminatstärke, sodaß die andere Formhälfte mit möglichst wenig Spalt draufpasst.
Links sieht man eine (gekaufte) Formhälfte aus Ureol (noch mit Wachsresten von der letzten Entformung, und ich habe auch nicht den Ehrgeiz gehabt, auf den üblichen Spiegelglanz zu polieren...), rechts einen von mir gefrästen Balsakern mit der Oberseitenkontur und Ausschnitten für Servos, Steckung und Scharnierlinie. An Nasen- und Endleiste habe ich ein paar mm abgeschnitten, diese paar mm dürfen ein bißchen hohl werden. Im Bereich der Steckung ist das Balsa hochkant.
Bin gespannt, ob schon jemand was Ähnliches gemacht hat, und ob es jemand anders oder besser machen würde.
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Hallo Lars,Lars hat geschrieben:Bin gespannt, ob schon jemand was Ähnliches gemacht hat, und ob es jemand anders oder besser machen würde.
ich habe sowas noch nicht gemacht und würde es wahrscheinlich auch nicht so machen. Vollkernbauweise aus Formen ist zwar nicht unüblich und wird immer häufiger gemacht, aber das übliche Kernmarierial ist Schaum.
Der eine Grund Schaum zu bevorzugen ist das Gewicht, denn je weiter außen ein festes Material eingebaut wird umso höher ist sein Beitrag an der Gesamtfestigkeit. Damit ist es besser ein leichteres Kernmaterial mit einer etwas dickeren Außenhaut zu kombinieren als ein festeres aber schwereres Kernmaterial mit einer dünneren Außenhaut.
Der zweite Vorteil von Schaum gegenüber Balsa ist dass er sich mit weniger Kraft etwas zusammen drücken lässt und sich dadurch die vollflächige Verklebung mit der Außenhaut zuverlässiger herstellen lässt als mit Balsa.
Da Du eine eigene Fräse und offensichtlich Spaß am Experimentieren hast kannst Du ja mal eine Variante mit gefrästen Styrodurkernen und dickerer Außenhaut bauen und die Eigenschaften vergleichen.
Der Micha hat sich zum genauen Fräsen von Styrodur-Kernen Spannvorrichtungen ebenfalls aus Styrodur gefräst, allerdings waren seine MVTs nicht beschichtet, sondern bespannt: http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ost1922467
Gruß,
Uwe.
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Hallo Uwe,
vor Jahren hatte ich den Styrodur-Versuch schon einmal gemacht, allerdings ohne Fräse, mit 5mm Styrodurplatten, die in die Form gesaugt werden und danach in der Trennebene abgeschnitten werden. Damals hatte ich also drei Klebeflächen (2x Gewebe zu Styrodur und 1x Styro-Styro in der Trennebene), dadurch war der Gewichtsvorteil des Styrodurs gegenüber Balsa schon wieder dahin (bei einem 7mm dünnen Leitwerk). Und bzgl. Robustheit war es einem Balsaflügel deutlich unterlegen.
Ich habe die einzelnen Werte nicht mehr im Kopf, aber wenn man Dichte und Festigkeiten von Schaum und Balsa vergleicht, dann ist Balsa aufgrund seiner Faserstruktur jedem Schaum so haushoch überlegen, daß ich die 3-fache Dichte gegenüber Styrodur gerne in Kauf nehme. Absolut gerechnet hat mein Flügel 1,2 Liter Volumen, d.h .der Balsakern wiegt ca. 100g. Das passt schon bei meinem Flieger.
Ich überlege jetzt nur, wie ich die zweite Verklebung (Balsa zu Unterseitenlaminat) leicht und sicher hinbekomme. Da muß ich ja mit ca. 0,5mm Untermaß arbeiten, damit das Unterseitenlaminat Platz hat. Wahrscheinlich trage ich mit dem Zahnspachtel Microballoonwürstchen auf.
vor Jahren hatte ich den Styrodur-Versuch schon einmal gemacht, allerdings ohne Fräse, mit 5mm Styrodurplatten, die in die Form gesaugt werden und danach in der Trennebene abgeschnitten werden. Damals hatte ich also drei Klebeflächen (2x Gewebe zu Styrodur und 1x Styro-Styro in der Trennebene), dadurch war der Gewichtsvorteil des Styrodurs gegenüber Balsa schon wieder dahin (bei einem 7mm dünnen Leitwerk). Und bzgl. Robustheit war es einem Balsaflügel deutlich unterlegen.
Ich habe die einzelnen Werte nicht mehr im Kopf, aber wenn man Dichte und Festigkeiten von Schaum und Balsa vergleicht, dann ist Balsa aufgrund seiner Faserstruktur jedem Schaum so haushoch überlegen, daß ich die 3-fache Dichte gegenüber Styrodur gerne in Kauf nehme. Absolut gerechnet hat mein Flügel 1,2 Liter Volumen, d.h .der Balsakern wiegt ca. 100g. Das passt schon bei meinem Flieger.
Ich überlege jetzt nur, wie ich die zweite Verklebung (Balsa zu Unterseitenlaminat) leicht und sicher hinbekomme. Da muß ich ja mit ca. 0,5mm Untermaß arbeiten, damit das Unterseitenlaminat Platz hat. Wahrscheinlich trage ich mit dem Zahnspachtel Microballoonwürstchen auf.
- TilmanBaumann
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Vielleicht mit Schaumtriebmittel? Oder PU-Schaum?
Aber vermutlich passt das mit dem Zahnspachtel auch so. Wenn es leerräume gibt, dann kleine.
Aber vermutlich passt das mit dem Zahnspachtel auch so. Wenn es leerräume gibt, dann kleine.
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Ich würde auch bei Microballon-Mumpe und Zahnspachtel Schaumtreibmittel ins Harz geben, dann werden die Leerräume noch kleiner. PU würde ich bei einem Abstand zwischen Kern und Schale eher nicht nehmen, der ausgehärtete PU-Schaum ist weicher als Harzmumpe mit Schaumtreibmittel und kostet deshalb Bauteilsteifigkeit.TilmanBaumann hat geschrieben:Aber vermutlich passt das mit dem Zahnspachtel auch so. Wenn es leerräume gibt, dann kleine.
Gruß,
Uwe.
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Ich hatte gestern schon zwei Proben mit Microballoon-Mumpe gemacht:
14g Harz, 3g Microballoons, versuch 1 ohne Schaumtreibmittel, Versuch 2 mit 0,5g Schaumtreibmittel. Auf den ersten Blick kommt ungefähr dasselbe raus, aber die Schieblehre ist unbestechlich, sie sieht einen Vorteil von 1,9mm zu 1,2mm für die geschäumten MB-Würstchen (links mit Schaumtreibmittel, rechts ohne). Für den richtigen Bau am Flügel nehme ich dann den feineren Zahnspachtel.
14g Harz, 3g Microballoons, versuch 1 ohne Schaumtreibmittel, Versuch 2 mit 0,5g Schaumtreibmittel. Auf den ersten Blick kommt ungefähr dasselbe raus, aber die Schieblehre ist unbestechlich, sie sieht einen Vorteil von 1,9mm zu 1,2mm für die geschäumten MB-Würstchen (links mit Schaumtreibmittel, rechts ohne). Für den richtigen Bau am Flügel nehme ich dann den feineren Zahnspachtel.
- TilmanBaumann
- Beiträge: 835
- Registriert: Mi 23. Apr 2014, 16:01
- Wohnort: Karlsruhe
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Interessant. Vielleicht ist die Konsistenz von Mumpe zu dick um sich Aufschäumen zu lassen.
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Dein Zahnspachtel ist viel zu grob. Du mußt dir selbst einen herstellen. Normaler Japanspachtel und mit der Dremel kleine Radien reinschleifen, so dass die Raupen max 3mm breit werden und der Abstand zwischen den Raupen 1 mm ist. Ich habe früher mal Flächen mit dünnen GFK-Platten beplankt und da hat das super funktioniert.
Gruß
Frank
Gruß
Frank
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Lars hat geschrieben: Für den richtigen Bau am Flügel nehme ich dann den feineren Zahnspachtel.
Siehe obenFrank T. hat geschrieben:Dein Zahnspachtel ist viel zu grob.
Gestern habe ich auch gelernt, daß es sogar eine Zahnspachtelnorm gibt: Die nennt sich TKB, und es gibt für jeden Wunsch die passende Zahnform: http://www.klebstoffe.com/fileadmin/red ... /TKB_6.pdf
Ich habe mir die "A5" ausgesucht, für 4,50 € inkl. Porto fange ich da nicht mit dem Dremel an.
- paulpanter82
- Beiträge: 1105
- Registriert: Mi 11. Jul 2012, 20:30
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Moin Lars
Wäre da PU Leim nicht interessanter? Braucht keinen Zahnspachtel einfach mit einem Rackel auf ziehen so das gerade was drauf ist, den Balsakern mit Wasser minimal "feucht" abwischen und einpressen. Fermacell schäumt da wesentlich besser auf und in die Poren rein als solche Homöopatischen mengen Harz/Bubbles.
Gruß Michael
Wäre da PU Leim nicht interessanter? Braucht keinen Zahnspachtel einfach mit einem Rackel auf ziehen so das gerade was drauf ist, den Balsakern mit Wasser minimal "feucht" abwischen und einpressen. Fermacell schäumt da wesentlich besser auf und in die Poren rein als solche Homöopatischen mengen Harz/Bubbles.
Gruß Michael
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Hallo Michael,
Fermacell kenne ich nur als "Platten" . Wie ist die genaue Kleber Bezeichnung.
Als PU-Kleber habe ich den Henkel Holz konstruktionskleber in der 350ml Kartusche verwendet.
Problem ist, nach anbrechen der Kartusche härtet der ganz langsam in der Kartusche durch und der größte Teil bleibt unbrauchbar in der Kartusche.
Gruß Bernhard
Fermacell kenne ich nur als "Platten" . Wie ist die genaue Kleber Bezeichnung.
Als PU-Kleber habe ich den Henkel Holz konstruktionskleber in der 350ml Kartusche verwendet.
Problem ist, nach anbrechen der Kartusche härtet der ganz langsam in der Kartusche durch und der größte Teil bleibt unbrauchbar in der Kartusche.
Gruß Bernhard
- paulpanter82
- Beiträge: 1105
- Registriert: Mi 11. Jul 2012, 20:30
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Moin Lars
Fermacell Kleber es muss unbedingt der Orangene sein gibts im Baumarkt angeblich nur noch auf Anfrage nach einer Belehrung. Meine Flasche ist bestimmt schon gut 4-5 Jahre alt, halb leer und immer noch flüssig wie Honig.
Schau dir mal die Testreihe an.
Gruß Michael
Fermacell Kleber es muss unbedingt der Orangene sein gibts im Baumarkt angeblich nur noch auf Anfrage nach einer Belehrung. Meine Flasche ist bestimmt schon gut 4-5 Jahre alt, halb leer und immer noch flüssig wie Honig.
Schau dir mal die Testreihe an.
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Danke Michael, das schaut interessant aus und ist auf jeden Fall einen Test an einem Probestück wert. Was mich noch grübeln lässt, ist dass ich bei mir dann ja im Inneren des Flügels quasi unter Luftabschluss klebe. Muss da beim PU-Leim was verdunsten? Ich meine doch schon, oder?
Bzgl der Haftung der MB-Raupen habe ich keine Bedenken, zum Laminat hin würde ich eh nass in nass arbeiten, und den Balsakern mit Harz kurz vorher leicht anfeuchten (mit dem Roller kurz drüber).
Bzgl der Haftung der MB-Raupen habe ich keine Bedenken, zum Laminat hin würde ich eh nass in nass arbeiten, und den Balsakern mit Harz kurz vorher leicht anfeuchten (mit dem Roller kurz drüber).
- mario
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
Hallo Lars,
soweit ich weiß reagiert PU Kleber mit Feuchtigkeit und härtet dann exotherm aus.
Da trocknet im klassischen Sinne nichts und es verdunstet kein Lösungsmittel. Der Geruch geht dann mit der Zeit auch weg, wenn das Bauteil eigentlich "dicht" ist.
Mario
soweit ich weiß reagiert PU Kleber mit Feuchtigkeit und härtet dann exotherm aus.
Da trocknet im klassischen Sinne nichts und es verdunstet kein Lösungsmittel. Der Geruch geht dann mit der Zeit auch weg, wenn das Bauteil eigentlich "dicht" ist.
Mario

Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
So, inzwischen bin ich ein kleines Stück weiter:
1) Habe Probestücke mit dem Fermacell geklebt. Er klebt gut, aber er schäumt bei mir nicht auf, d.h. eine echte Spaltüberbrückung ist bei sparsamem Kleberauftrag auch nicht gegeben. Vielleicht hätte ich die Klebefläche noch mehr anfeuchten sollen. Ich werde die Verklebung der Unterschale klassisch mit Microballoonraupen machen, das finde ich risikoärmer (was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht ...)
2) Oberseiten-Laminat wie schon angekündigt: 58er Glas, angelieren lassen, 1 Lage 80er Kohle diagonal, Verstärkungsstückchen an Wurzel und am Servoausschnitt eingelegt, Holmgurte abgstuft 3-2-1 Lagen aus 100er Kohle UD in 3cm Breite, dann mit dem Kern einsaugen.
Verbesserung beim nächsten Mal: an den Ausschnitten für Servos und Steckung neigt das Laminat im Vakuum zum Hochsteigen und Blasen werfen, wenn kein Kern draufdrückt. Da wäre es also besser gewesen, einen Einleger aus Styro in die Ausschnitte zu legen, um das Laminat unten zu halten. Im Bereich der Steckung musste ich die Holmgurte wegen der Blasen teilweise abfräsen. Das wird beim Einkleben der Steckungs-Taschen repariert (natürlich inkl Schäftung zum Rest des Holmgurts). Ein bißchen Murks, aber es wird schon halten.
So schaut es jetzt aus, der Kern ist schon mit 0,5mm Untermaß zur späteren Unterschale gefräst:
Nächste Schritte:
- auf der V-Form-Helling die Steckungs-Hülsen einkleben
- Kabel einlegen
- Unterseite laminieren und Form schließen
1) Habe Probestücke mit dem Fermacell geklebt. Er klebt gut, aber er schäumt bei mir nicht auf, d.h. eine echte Spaltüberbrückung ist bei sparsamem Kleberauftrag auch nicht gegeben. Vielleicht hätte ich die Klebefläche noch mehr anfeuchten sollen. Ich werde die Verklebung der Unterschale klassisch mit Microballoonraupen machen, das finde ich risikoärmer (was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht ...)
2) Oberseiten-Laminat wie schon angekündigt: 58er Glas, angelieren lassen, 1 Lage 80er Kohle diagonal, Verstärkungsstückchen an Wurzel und am Servoausschnitt eingelegt, Holmgurte abgstuft 3-2-1 Lagen aus 100er Kohle UD in 3cm Breite, dann mit dem Kern einsaugen.
Verbesserung beim nächsten Mal: an den Ausschnitten für Servos und Steckung neigt das Laminat im Vakuum zum Hochsteigen und Blasen werfen, wenn kein Kern draufdrückt. Da wäre es also besser gewesen, einen Einleger aus Styro in die Ausschnitte zu legen, um das Laminat unten zu halten. Im Bereich der Steckung musste ich die Holmgurte wegen der Blasen teilweise abfräsen. Das wird beim Einkleben der Steckungs-Taschen repariert (natürlich inkl Schäftung zum Rest des Holmgurts). Ein bißchen Murks, aber es wird schon halten.
So schaut es jetzt aus, der Kern ist schon mit 0,5mm Untermaß zur späteren Unterschale gefräst:
Nächste Schritte:
- auf der V-Form-Helling die Steckungs-Hülsen einkleben
- Kabel einlegen
- Unterseite laminieren und Form schließen
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativfor
So, viel später als geplant geht es weiter. Ich hatte zwischenzeitlich mehr Lust auf die Optimierung der Fräse.
Das ist nochmal der Stand vor dem Schließen der Form mit eingelegten Kabeln und eingeklebten Verbindertaschen. Der Kern hat 0,5mm Untermaß. Ich hatte erst befürchtet, dass das dort zu wenig ist, wo das Laminat etwas dicker ist (Holmgurt, Verstärkungen), aber es hat problemlos funktioniert.
Die Microballoonmasse zur Verbindung zwischen Kern und Unterseitenlaminat habe ich dann noch nicht mit dem Zahnspachtel aufgetragen, sondern ich habe einfach ein paar Linien aus der Bäckertüte gezogen. Geht einfacher.
Und hier dann entformt und mit beschnittenen Rändern: So wie er da liegt, hat er mit Verbinder 385g. Damit bin ich zufrieden. Es soll ja kein HLG werden, sondern ein Alpinflieger, der auch mal gegen Steine ankämpft.
Aufbau:
- außen 58er Glas
- dann 1 Lage 90er Kohle, diagonal
- kleine Verstärkungen aus 1 Extralage 90er Kohle an Wurzel und Servoausschnitten
- Holmgurt: 100er Kohle UD, 30mm breit, 3-2-1 Lagen abgestuft
- Scharnierband 60er Kevlar diagonal
Jetzt kommen also nur noch langweilige Sachen wie Klappen ausschneiden und gängig machen, Dichtlippe machen, Kabel löten, Servos einbauen, den alten Rumpf anpassen. Mal sehen, ob das wieder so lange dauert...
Das ist nochmal der Stand vor dem Schließen der Form mit eingelegten Kabeln und eingeklebten Verbindertaschen. Der Kern hat 0,5mm Untermaß. Ich hatte erst befürchtet, dass das dort zu wenig ist, wo das Laminat etwas dicker ist (Holmgurt, Verstärkungen), aber es hat problemlos funktioniert.
Die Microballoonmasse zur Verbindung zwischen Kern und Unterseitenlaminat habe ich dann noch nicht mit dem Zahnspachtel aufgetragen, sondern ich habe einfach ein paar Linien aus der Bäckertüte gezogen. Geht einfacher.
Und hier dann entformt und mit beschnittenen Rändern: So wie er da liegt, hat er mit Verbinder 385g. Damit bin ich zufrieden. Es soll ja kein HLG werden, sondern ein Alpinflieger, der auch mal gegen Steine ankämpft.
Aufbau:
- außen 58er Glas
- dann 1 Lage 90er Kohle, diagonal
- kleine Verstärkungen aus 1 Extralage 90er Kohle an Wurzel und Servoausschnitten
- Holmgurt: 100er Kohle UD, 30mm breit, 3-2-1 Lagen abgestuft
- Scharnierband 60er Kevlar diagonal
Jetzt kommen also nur noch langweilige Sachen wie Klappen ausschneiden und gängig machen, Dichtlippe machen, Kabel löten, Servos einbauen, den alten Rumpf anpassen. Mal sehen, ob das wieder so lange dauert...
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Letzten Mittwoch war Erstflug am Hang. Zum ersten Test zwar noch mit dem alten Rumpf, aber der neue Rumpf wird mit angepassten Querschnitten auch so ähnlich werden. Und auch wieder mit Gummiringbefestigung, das ist für verkorkste Alpinlandungen ideal.
Im Vergleich zum Vorgängerflügel (Rechteck, Vollbalsa AG04 mit 6% Dicke, positiv gebaut) fliegt sich dieser Flügel (Ellipse, Vollbalsa AG04 mit 7,8% Dicke, in gefrästen Formen gebaut) um einiges besser, das liegt vermutlich zu einem großen Teil an der jetzt besseren Profilgenauigkeit, vorher war es ja trotz der vorgefrästen AG04-Profilbrettchen mehr oder weniger ein Zufallsprodukt, welches Profil man dann am Ende genau hat.
Das "bessere Fliegen" drückt sich so aus, dass zum einen die Flugleistung besser ist (er kommt am selben Hang bei vergleichbaren Bedingungen höher), der Geschwindigkeitsbereich ist größer, und er fliegt neutraler mit weniger Eigenleben.
Was mich erstaunt hat: Die Wölbklappen wirken stärker als in allen meinen anderen Fliegern, wie eine 3-Gang-Schaltung.
Fluggewicht ist bei 1,6m Spannweite jetzt 700g (=35 g/dm²).
Im Vergleich zum Vorgängerflügel (Rechteck, Vollbalsa AG04 mit 6% Dicke, positiv gebaut) fliegt sich dieser Flügel (Ellipse, Vollbalsa AG04 mit 7,8% Dicke, in gefrästen Formen gebaut) um einiges besser, das liegt vermutlich zu einem großen Teil an der jetzt besseren Profilgenauigkeit, vorher war es ja trotz der vorgefrästen AG04-Profilbrettchen mehr oder weniger ein Zufallsprodukt, welches Profil man dann am Ende genau hat.
Das "bessere Fliegen" drückt sich so aus, dass zum einen die Flugleistung besser ist (er kommt am selben Hang bei vergleichbaren Bedingungen höher), der Geschwindigkeitsbereich ist größer, und er fliegt neutraler mit weniger Eigenleben.
Was mich erstaunt hat: Die Wölbklappen wirken stärker als in allen meinen anderen Fliegern, wie eine 3-Gang-Schaltung.
Fluggewicht ist bei 1,6m Spannweite jetzt 700g (=35 g/dm²).
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Hallo Lars,
der Flieger ist ja trotz der "massiven" Flügelbauweise angenehm leicht geworden, gut gemacht
Ich wünsch Dir viel Spaß mit dem Flieger und beim nächsten Exemplar gelingt Dir sicher auch ein hübscher Rumpf
Gruß,
Uwe
der Flieger ist ja trotz der "massiven" Flügelbauweise angenehm leicht geworden, gut gemacht
Ich wünsch Dir viel Spaß mit dem Flieger und beim nächsten Exemplar gelingt Dir sicher auch ein hübscher Rumpf
Gruß,
Uwe
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Noch hübscher?! Das ist schon weit hinten in der Evolution, am Anfang sahen meine Rümpfe noch mehr nach U-Boot als nach Flieger aus 
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
....am Anfang?
Hauptsache es funzt
Gruß,
Uwe
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Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
"Am Anfang", also als ich vor rund 30 Jahren als Jugendlicher mit Eigenbauten begonnen habe.
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Der Flieger hat jetzt einen Nachfolger bekommen.
1) In "dünner Bergluft" und bei eher schlechten Bedingungen habe ich mir etwas mehr Auftriebsreserven gewünscht. Daher Wechsel vom AG04 (aufgedickt auf 7,5%) auf den Strak AG25-26-27, der hat mehr Wölbung.
2) Der alte Flügel neigte bei zu langsam geflogenen Kurven zum Strömungsabriss am inneren Flügel. Daher habe ich dem neuen Flügel sicherheitshalber mehr Flügeltiefe im Außenflügel spendiert. Weiß ist die ideale Ellipse, rot der alte Flügel mit Scharnierlinie, grün der neue Flügel. Die Bauweise mit gefrästen Vollbalsakernen und Bau in Negativformen ist dieselbe wie beim Vorgänger, daher gehe ich nicht näher darauf ein.
Lagenaufbau:
25 g/m² Glas als Decklage, angelieren lassen
100 g/m² Diagonalgelege Kohle
kleine Verstärkungen
Balsakern
Dieses Mal habe ich Negativformen aus Alu gefräst, das ist je nach Verschnitt und Formdicke sogar billiger als Ureol. Habe keinen Aufwand bis zum Spiegelglanz betrieben, einfach 30 Minuten mit 1000er Schleif-Vlies bearbeitet: Fertiger Flieger: Jetzt im Winter war ich natürlich noch nicht in den Bergen, sondern nur am Haushang, aber die gewünschte Gutmütigkeit in Bezug auf Strömungsabriss beim zu langsamen Herumgurken ist jetzt da. Habe ein Fluggewicht von gut 700g bei 1,6m Spannweite, rund 33 g/dm². Mit negativen Klappen wird er auch schön flott, und da die Wölbklappen dieses Mal echte 90° nach unten gehen, machen auch die Landungen Spaß. Bin gespannt auf den Sommer
Viele Grüße, Lars
1) In "dünner Bergluft" und bei eher schlechten Bedingungen habe ich mir etwas mehr Auftriebsreserven gewünscht. Daher Wechsel vom AG04 (aufgedickt auf 7,5%) auf den Strak AG25-26-27, der hat mehr Wölbung.
2) Der alte Flügel neigte bei zu langsam geflogenen Kurven zum Strömungsabriss am inneren Flügel. Daher habe ich dem neuen Flügel sicherheitshalber mehr Flügeltiefe im Außenflügel spendiert. Weiß ist die ideale Ellipse, rot der alte Flügel mit Scharnierlinie, grün der neue Flügel. Die Bauweise mit gefrästen Vollbalsakernen und Bau in Negativformen ist dieselbe wie beim Vorgänger, daher gehe ich nicht näher darauf ein.
Lagenaufbau:
25 g/m² Glas als Decklage, angelieren lassen
100 g/m² Diagonalgelege Kohle
kleine Verstärkungen
Balsakern
Dieses Mal habe ich Negativformen aus Alu gefräst, das ist je nach Verschnitt und Formdicke sogar billiger als Ureol. Habe keinen Aufwand bis zum Spiegelglanz betrieben, einfach 30 Minuten mit 1000er Schleif-Vlies bearbeitet: Fertiger Flieger: Jetzt im Winter war ich natürlich noch nicht in den Bergen, sondern nur am Haushang, aber die gewünschte Gutmütigkeit in Bezug auf Strömungsabriss beim zu langsamen Herumgurken ist jetzt da. Habe ein Fluggewicht von gut 700g bei 1,6m Spannweite, rund 33 g/dm². Mit negativen Klappen wird er auch schön flott, und da die Wölbklappen dieses Mal echte 90° nach unten gehen, machen auch die Landungen Spaß. Bin gespannt auf den Sommer
Viele Grüße, Lars
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Hallo Lars
Interessante Bauweise. Scheint gut zu funktionieren.
Was für ein Alu hast du für die Form benutzt?
Gruß Martin
Interessante Bauweise. Scheint gut zu funktionieren.
Was für ein Alu hast du für die Form benutzt?
Gruß Martin
Re: Baubericht robuster Alpinsegler (Vollbalsa in Negativformen)
Hallo Martin, das Alu ist ein EN-AW-5083, gegossen. Materialpreis 330€.
Zwischenzeitlich habe ich ein Reststück Rohacell geschenkt bekommen und mal ohne Form beidseitig 100er Kohle auflaminiert. Das Teil ist deutlich druckfester als alle meine Styrodurversuche als Kernmaterial. Es könnte also sein, das ich beim Bau des nächsten Flügels mal meine Balsaliebe aussetze und trotz Schaumabneigung das Rohacell teste. Aber bis ich den nächsten Flügel baue, muß ich erst mal abstürzen
Lars
Zwischenzeitlich habe ich ein Reststück Rohacell geschenkt bekommen und mal ohne Form beidseitig 100er Kohle auflaminiert. Das Teil ist deutlich druckfester als alle meine Styrodurversuche als Kernmaterial. Es könnte also sein, das ich beim Bau des nächsten Flügels mal meine Balsaliebe aussetze und trotz Schaumabneigung das Rohacell teste. Aber bis ich den nächsten Flügel baue, muß ich erst mal abstürzen
Lars