thomas d. hat geschrieben:Für oben genannte Modelle werden in der nächsten Zeit mal die Pläne hier eintrudeln.
Fliegt oder baut jemand von Euch eines dieser beiden Modelle.
Da ich bei Nurflüglern eher "neu" bin,
was kann ich bei diesen Modellen an Flugleistung erwarten?
Hallo Thomas,
ich fliege keines dieser Modelle, deshalb nur ein paar allgemeine Aussagen dazu.
Robert macht schon lange Nurflügel und strickt empirisch bewährte Konzepte weiter. Die Aussagen zum Yukon auf seiner Seite möchte ich als Antwort zu Deiner Frage anführen. Genau so wie von Robert beschrieben dürften die Flugleistungen und Flugeigenschaften einzuschätzen sein:
http://www.wing-tips.at/Portraet/Bueche ... auplan.htm
thomas d. hat geschrieben:- bleiben diese Modelle auch bei mäßiger Thermik oben? (Also nicht nur wenn Backsteine fliegen!)
Bretter vertragen hohe Flächenbelastungen viel schlechter als Leitwerker. Wenn Du ein gut konzipiertes Brett unter 25 g/dm² Flächenbelastung bauen kannst, dann wirst Du einen erstklassigen Thermiksegler bekommen der Aufwinde deutlicher anzeigt und enger kreisen kann als ein Leitwerker gleicher Größe (der aber dann mehr Flächenbelastung hat). Die Kreisfluggeschwindigkleit ist aber höher und wenn Du zu viel ziehst um oben zu bleiben geht die Leistung in den Keller und Du erreichst das Gegenteil.
Bretter können Thermik sehr gut, aber Saufphasen vertragen sie ganz schlecht. Brett-Segler fliegt man bei wechselhaftem Wetter öfter statt länger als Leitwerker oder man hat E-Thermik drin wie Du das machen möchtest.
thomas d. hat geschrieben:- Durchzug?
Das ist eine Frage der Profilierung. Bei den Brettprofilen von Peter Wick weiß ich dass der Durchzug sehr gut ist (außer beim PW1211, da ist er nur "ausreichend"), bei den modifizierten Ritz-Leitwerkerprofilen vom Zorro weiß ich es nicht und beim Yukon weiß ich nicht mal was für ein Profil Robert verwendet hat.
thomas d. hat geschrieben:- zum "Rumblödeln" in der Luft geeignet, ohne daß sie gleich zusammenklappen?
(z.B. kleine Kunstflugeinlagen, Anstechen aus etwas größerer Höhe mit tiefem Überflug, so in etwa, was halt Spaß macht.)
Das ist eine Frage der Bauweise. Bretter erleichtern die Eignung zum rumblödeln weil sie prinzipbedingt nur wenig Holm und Verstärkungen brauchen um in der Luft alles auszuhalten. Der maximale Auftrieb ist nicht so groß wie bei Leitwerkern und damit bekommt man nicht so schnell eine Überlastung wenn ein Manöver zu hart geflogen wird, das Profil kann die Kraft gar nicht aufbringen um den Flügel zu zerlegen... alles unter der Voraussetzung dass keine Baufehler zu Schwachstellen führen, das ist aber bei Leitwerkern genauso. Ich selbst fliege Leitwerker großräumiger als Bretter und benutze die Bretter wegen ihrer guten Rollwendigkeit und engen möglichen Kurvenradien gerade zum rumblödeln sehr gerne.
thomas d hat geschrieben:Soweit ich bisher erfahren habe sind die "Schwanzlosen" nicht so gute Allrounder, wie die Genossen mit Leitwerksträger.
Was können Sie aber dann z. B. perfekt?
Oder sind sie nur auf Bestimmtes einigermaßen spezialisiert und Ihren Reiz macht nur die Andersartigkeit aus?
Hier muß man ganz dringend zwischen Brettern und Pfeilen unterscheiden. Bretter haben ein schmaleres Einsatzspektrum wie Leitwerker und Pfeilnurflügel und überzeugen in der leichten Variante durch ausgezeichnete Thermikflugeigenschaften und bei etwas mehr Gewicht durch die Fähigkeit für schnelles, enges und quirliges Fliegen. Bei viel Gewicht können sie besonders gut absaufen

(viel Gewicht ist hier ~ ab 35 g/dm², bei sehr großen Brettern über 3,5 m Spannweite ist auch mehr noch relativ gut fliegbar)
Bretter sind besonders einfach zu bauen weil sie nur wenig strukturelle Verstärkungen brauchen. Ein 1,6 m Brett in Styro-Abachi-Bauweise mit 50er Glasbeschichtung und 35 g/dm² Flächenbelastung könnte auch ohne Holm DS bis 200 Km/h fliegen, ein Leitwerker macht hier viel früher die Grätsche.
Pfeile kann man viel breitbandiger einsetzen weil sie mehr Auftrieb erzeuegen können und bei richtiger Auslegung auch gut wirksame Wölbklappen einsetzbar sind. Nachteil der Pfeile ist, dass man eine Seitenfläche an einem langen Hebel braucht. Macht man das mit Winglets, dann vermindern die weit außen liegenden Massen die Rollwendigkeit. Macht man das mit einem Zentralleitwerk, dann kann man gleich auch noch ein Höhenleitwerk an den langen notwendigen Leitwerksträger montieren, ansonsten sieht es nur übel aus.
Wenn bei Nurflügeln die Auslegung gut paßt, dann können sie sehr gut Thermik fliegen, denn sie zeigen den kleinsten Mäusefurz durch nervöses wackeln und Fluglageänderung an und können sehr eng im Bart kreisen. Bretter fühlen sich mit E-Thermik oder am Hang wohler, Pfeile sind die besseren Allrounder.
Hier steht noch ein bisschen was zu dem Thema:
viewtopic.php?f=27&t=699
Gruß,
Uwe.