VauPee hat geschrieben: ↑Fr 12. Jul 2019, 00:28zur Not mal mit aceton durchputzen...
Hi Max, bei der neuen XBOW-Leitwerksform hat mir das weg putzen von Knetresten mit Aceton einige erforderliche Poliergänge und zusätzliche Wachsschichten eingebracht weil das HP-Deckschichtharz direkt nach dem entformen leider noch nicht acetonbeständig war. Also möglichst nicht mit dem Zeug auf der Bauteiloberfläche rumwischen, und wenns notwendig ist die Formen mit Lösungsmittel zu reinigen lieber Waschbenzin verwenden und Verträglichkeit auf der Tennebene antesten
Leider habe ich keine Bilder vom Knet einbringen gemacht, deshalb beschreibe ich mal wie ich dass mache. Das ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber bei mir hat es zuletzt mehrmals brauchbar funktioniert.
Die Knete ist notwendig weil die Urmodelle von Tragflächen fast immer vor der Nasenleiste eine Nut haben die man braucht um unter die Trennebene schleifen und polieren zu können. Diese Nut wird vor dem abformen mit Knete, oder bei den Luxusversionen mit gefrästen oder gelaserten Fülleisten verschlossen um eine scharfe Nasenleiste mit möglichst schmaler und präziser Trennnahtkontur zu bekommen.
Ich fülle die Nut zunächst vollständig plus möglicht wenig Zusatzmaterial mit kurzen Knetwürsten auf ganzer Länge auf, Löcher unter der Trennebene werden mit passenden Knetklümpchen geschlossen. Dabei möglichst wenig Knetfecken auf dem Urmodell hinterlassen, auch wenn man die wieder weg bekommt.
Dann nehme ich eine Kunststoffspachtel die ca. doppelt so breit wie die Nut ist und ziehe den Überstand der Knete über die Trennebene ab, aber nicht viel auf einmal, sondern immer dünne Schichten bei denen die Knetoberfläche immer gleichmäßiger und glatter wird.
Die Kunststoffspachtel schneide ich mir mit der Schere aus alten Scheckkarten.
Das abziehen ist immer ein bisschen Geduldsspiel, aber mit etwas Übung tut man sich leichter.....also wenns nicht gelingen will lieber wieder etwas Knete auftragen und weiter probieren als ein schlechtes Ergebnis akzeptieren das man ein ganzes Formenleben lang bereut.
Ich benutze bisher immer die blaue Knete von R&G weil ich da mal einen größeren Block zu einem Sonderpreis kaufen konnte und bin zufrieden damit.
Wichtig ist dass die Knete keinesfalls oben über die Trennebene übersteht, sondern mindestens genau in der Trennebenenflucht liegt oder lieber ein paar zehntel Millimeter tiefer ist.
Um die Knete tiefer als die Trennebene abzuziehen nehme ich ein scharfkantiges, schmaleres Stück Kunststoffspachtel an dem eine Ecke etwas weniger als 90 ° hat und ziehe ohne Druck die Vertiefung aus.
Wenn diese Vertiefung später abgeformt ist kann man sie beim fertig stellen der Form genau auf Trennebenenflucht abschleifen und erhält damit an der Nasenleiste eine scharfkantige, präzise Formkante.
Die unvermeidlichen Knetflecken auf dem Urmodell entferne ich vor dem Laminieren indem ich ein Stück 0,5 - 1 mm dickes flaches Plastik auf die Trennebene lege, dicht an die Nasenleiste schiebe und die Flecken in dem Bereich darüber vorsichtig und ohne Druck mit Polierwatte weg poliere. Eine ganze Scheckkarte ohne Prägung ist als Plastikplatte gut geeignet um die empfindliche Knetoberfläche gegen Abdrücke vom Reinigen zu schützen.
Als nächstes kommen die Fixierstifte dran, aber hier erst noch ein paar "Symbolbilder" der fertigen Knetfüllungen von Leitwerk und Flächenurmodellen des XBOW.
Gruß,
Uwe.