Hallo Chris,
ich habe ein altes Grundrißbild der Holmstruktur /Kräfteverlauf für ein Ho IV-Modell gefunden, vielleicht hilft das etwas beim verstehen.
Die meisten Elemente findest Du auch beim Original, nur die Steckung gibt es da nicht weil die Gurte des Hauptholms direkt an der Trennstelle an eine Holmbrücke angebunden sind, die unter der Brust des Piloten durch das Cockpit geht.

- 091021 HIV_Vorschlag_Grundstruktur2.jpg (74.77 KiB) 6286 mal betrachtet
Hier noch ein paar Erläuterungen dazu.
- die Hauptsteckung geht im Flügel nur bis zum Holm. Eine gute Anbindung an den Holm ist hier wichtiger als eine größere Steckungslänge über den Holm hinaus nach außen
- der gepfeilte Hauptholm muss nach der Anbindung an die Steckung Richtung Mittelteil nur noch Torsionskräfte übertragen, die an der Knickstelle in Biegekräfte umgelenkt werden. Dieser Holmbereich kann sehr dünn bemessen werden, dafür braucht die Steckung zusätzliche Gurte oben und unten um alle Normalkräfte zuverlässig zu übertragen. Die Biegekräfte im Rest-Hauptholm werden über die äußeren Anschlußrippen zu den vorderen Torsionsstiften umgelenkt, gehen von da in die inneren Anschlußrippen und werden dann von dem vorderen Fachwerk im Cockpit aufgenommen (das hier aber nicht eingezeichnet ist)
- die Normalkräfte im Hauptholm teilen sich vorne in die Steckung und hinten in den Hilfsholm auf und werden von diesen Bauteilen ins Mittelstück geleitet.
Da am hinteren Hilfsholm kaum Rippenhöhe = Holmhöhe vorhanden ist, kann hier fast nur Torsion übertragen werden. Dafür genügt ein Torsionsstift und eine Anbindung an das Raumfachwerk des Mittelstücks. Der hintere Hilfsholm braucht nicht viel Gurtquerschnitt, sollte aber steif verkastet werden.
Die Dreiecksstrukturen der Holmkonstruktion verhindern vor- und zurück schwingen der Flügel und nehmen als Raumfachwerk Torsionskräfte auf.
Das System ist etwas komplizierter als eine einfache A-Struktur, wegen der Unterbrechung des Holmverlaufs durch das Cockpit müssen die Kräfte aber ein paar Umwege gehen um aufgenommen werden zu können. Beim Modell kann man noch ein paar Nullstäbe einfügen um die Längen der Tragbalken zu verkürzen, denn unter der Haube muss ja kein Pilot untergebracht werden bzw. kann man die Puppe etwas mehr verformen als es einem lebenden Piloten angenehm wäre.

- 19386806.jpg (79.45 KiB) 6286 mal betrachtet

- 79457365.jpg (49.53 KiB) 6286 mal betrachtet
Gruß,
Uwe.