Jau, da war’s soweit - der Jungfernflug
Vorab: die Calibra fliegt klasse! Völlig stressfrei und ohne Zicken. Ich glaube jetzt, dass es das am einfachsten zu fliegende Modell ist, dass ich je hatte. Sie geht direkt aus der Hand. 1/3 Gas reicht für einen sicheren Flugbeginn. Mit Halbgas kann man sich das Schmeißen sparen - einfach loslassen.

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Einen Landeanflug zu vermasseln ist fast unmöglich. Egal wie sie reinkommt, sie lässt sich immer noch gut landen. Sie wird auch ohne Landehilfe (Querruder nach oben) schon so unglaublich langsam und bleibt trotzdem stabil, dass auch ein Anfänger spielend damit zurechtkommen würde. Mit Landehilfe lässt sich schon an einschlägigen Wettbewerben teilnehmen

Keine einzige der inzwischen gut 15 gemachten Landungen, war auch nur im Ansatz irgendwie kritisch oder materialfordernd. Alle samtweich und aalglatt.

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Alle Rudereinstellungen waren bereits gemäß Anleitung fast perfekt. Nur etwas Nachjustierung und … ganz perfekt

Etwas Tiefenruder zum Gas (7%) und zum Querruder-oben (10%). Höhenruder unten und oben auf 80% begrenzt und sie fliegt und fliegt und fliegt. Nur wenn es steil nach oben geht, vermisse ich ab und an das fehlende Seitenruder.
Der Antrieb mit 12x8 ist eigentlich schon bestens. Selbst am Ende der Akkukapazität, geht es noch senkrecht nach oben. Ein Versuch mit 11x12 Blättern war nicht erfolgreich. Zwar ist der geringe Standschub (Propeller greift lt. eCalc erst ab 50 - 60km/h) noch lange ausreichend um einen völlig unkritischen Start zu absolvieren, aber im Flug geht der Strom ständig und deutlich über die Grenzwerte.
Nun ja, hier sind wohl die Grenzen der theoretischen Berechnung von Luftschrauben mit eCalc erreicht. Die Blätter sind für die Calibra nicht zu gebrauchen. Da bin ich wieder bei 12x8. Nun ja, so begeistert wie ich von dem Projekt bin, versuche ich vielleicht nochmal 11x10 …
Mit angelegtem Propeller gibt es immer noch beachtliche Segelleistung. 2 Akkus 4S/3200mA sind für so viel Flugzeit gut, das ich beschließe die Akkus für ein anderes Projekt aufzuheben und die Calibra mit den ebenfalls noch vorhandenen 4S/2200mAh und 2600mAh zu fliegen und lieber noch ein paar Gramm Blei mitzunehmen. Die Flugzeit reicht trotzdem vollkommen aus! Ein Steigflug auf reichlich Höhe ist mit ca. 170mAh gemacht
Natürlich war nicht alles rosa

Beim ersten Anlauf habe ich blöderweise die 11x12 Blätter zu Hause vergessen und konnte sie nicht testen

Ausserdem hat mir der Regler einen Rückschlag verpasst: trotz entsprechender Konfiguration, bremste er den Motor nicht. Mist!

Für den ersten Jungfernflug hat es mir die Möglichkeit genommen, die Flugeigenschaften vollständig zu checken. Mit drehendem Propeller segelt es sich einfach nicht gut

. Schade, ich hoffte ursprünglich soweit fertig zu sein, aber so musste ich mich mit einer weiteren Runde auf dem OP-Tisch und einem weiteren Maiden abfinden.
Bei einem Modell in der Größe, ergibt letztendlich immer eins das andere und auf einmal lag der ganze Rumpf wieder leer auf dem Basteltisch. So eine Aktion ist natürlich nicht nur lästig, sondern brachte auch neue Chancen. Es gab nicht nur einen neuen Turnigy 60A Regler (ebenfalls aus der Hobbyaufgabe eines Kollegen), sondern auch passend gelängte Kabel und eine nochmals verbesserte Montage.

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Jetzt habe ich auch die MPX Buchse für den Antriebsakku gleich fest und solide am Rumpf befestigt. Das erleichtert das einstecken des Akkus doch erheblich

Ein kleiner Alu-Winkel und Stabilit Express - fertig.

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Ausserdem verbesserte ich die Fixierung für die Querruderbuchsen. Sie ist nun einen Tuck griffiger gestaltet und die beiden Buchsen halten besser in der Klemme. Auch der UnisensE bekommt jetzt ein passendes Verbindungskabel zum Empfänger und der überflüssige 4te Pol mit Kabel entfällt.

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Nicht zufrieden bin ich nach wie vor mit der Kanzelbefestigung. Es geht zwar super mit dem PVC-Klebeband, ist aber doch irgendwie unbefriedigend. Leider habe ich immer noch keine Idee … (?) Tröstend ist, dass 3 Schnipsel PVC Klebeband (Cellpack) für eine ganze Flugsession gut sind und sich zum Akkuwechsel prima an der Kanzelscheibe zwischenparken lassen.

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Schließlich bin ich rundum zufrieden. Die Arbeit hat sich gelohnt. Es ist irgendwie schön, so ein aufgegebenes Stück nochmal zu späten Ehren zu verhelfen. Finanziell hat es sich sowieso gelohnt: Nach Abzug der verkauften Brocken, habe ich insgesamt nur zwischen 40 und 50 Euro investiert (Motorspant, Bowdenzug, Spinner, Propeller, M5x20 Kunststoffschraube). Nochmals zu bemerken - der Turbospinner gibt hier mit 23Euro den Mammutanteil, dicht gefolgt von den Varianten der Klappluftschraube.
Ausserdem habe ich wieder eine Menge gelernt. Acrifix, Stabilit Express und der Heißluftlöter als Neuerungen im Hobbykeller. Sehr hilfreicher Einsatz meines jüngst erworbenen Proxxon-Handschleifers. Der Umgang mit eCalc ist ebenfalls aus dem Projekt hervorgegangen. Und natürlich - endlich kamen einige der ewig aufgehobenen Brocken zum Einsatz

Und völlig überraschend habe ich ein Modell kennengelernt, dass mir zeigte wie einfach Modellfliegen sein kann

Fast ärgere ich mich über einige Fuhren aus meiner ersten Zeit, die mir im Rückblick den Einstieg erschwerten.

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Soderle. 'Würde mich freuen wenn ich den einen oder anderem ebenfalls zu einem Recycling-Projekt motivieren konnte

Vielleicht sogar mit Baubericht und ein paar Tips aus der Praxis Ich selbst werd' mir jetzt erstmal noch ein paar Flugstunden mit der Calibra gönnen
Ei jo, der Thomas
