Norbert1 hat geschrieben:Uwes HXIV, so wie ich weiß hat seine HXIV verstärkt und im Mittelteil anders gestrebt und gebaut
Hallo Norbert, ich glaub der Alex wollte das noch ein bisschen genauer wissen
@Alex: Bei IG-Horten gabs ja reichlich Streit wegen der Statik aller Hortenmodelle. Es hieß ich würde überdimensionieren, Dachlatten als Holme vorschlagen, sollte doch gefälligst gebogene Holme für einen "harmonischen Kraftfluß" einsetzen und was weiß ich noch alles. Das hat mich ja dermaßen angekotzt dann zu sehen wie Lothar ab einem Punkt aus Prinzip einfach gemacht hat wie er es wollte ohne die Tragstruktur der Flügel überhaupt verstehen zu wollen, nur um mir nicht Recht geben zu müssen. Letztliches Ergebnis waren dann 3 flatternde Ho XIV und die 5. von Brian ist gegenüber den ersten 3 flatternden statisch nicht fachmännisch überarbeitet und bezüglich der Flatterneigung eigentlich unverändert. Meine flatterte bisher nicht und wird es voraussichtlich erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten tun.
Folgende Punkte habe ich verändert:
1. Die Holme sind aus Kohlerovings laminiert. Die Querschnitte entsprechen bei der Festigkeit genau den Holzholmen der anderen XIVer, sind aber nach außen feiner gestuft um leichtere Außenflügel zu bekommen und der höhere E-Modul der Kohle ergibt steifere Flügel. Weniger Biegung bedeutet geringere Flatterneigung. Die Holzholme sind wegen Überdimensionierung bei der Festigkeit aber eigentlich auch steif genug für hohe Geschwindigkeiten.
2. Der Diagonalverband an der Flügelwurzel, den auch die Originale haben, ist bei mir aus Kohle-Fertigprofilen und sorgfältig in den Hauptholm eingebunden. Er entspricht dem waagerechten Balken einer A-Holmstruktur und ist hier halt vorgepfeilt. Er nimmt einen großen Teil der Kraftanteile aus der Kraftumlenkung der Holmpfeilung auf.
3. Bei der Originalkonstruktion soll der 16er Glas-oder Kohlefaser-Steckungsstab über die gesamte Mittelstückbreite von 210 mm alle Biegekräfte aufnehmen obwohl die Wurzelrippe hier 64 mm dick ist. Hinten ist zwar noch ein 10er Stab drin, aber Steifigkeit kommt auch von Bauhöhe, deshalb zählt das dünne Ding nicht.
Biegung ist aber sehr ungünstig gegen Flattern. Ich hab durch das Mittelstück 4 Stück 3 mm Kohlerundstäbe unten eingebaut, mit dem Steckungsrohr zusammen verkastet und damit die statisch wirksame Holmhöhe auf 38 mm vergrößert. Der Steckungsstab ist dabei nicht mehr alleiniges Tragelement, sondern nur noch Obergurt eines Kastenholms.
4. Der Steckungsstab bindet im Flügel erst im 2. Rippenfeld in den Holm ein, damit vergrößert sich die freie Steckungsstablänge nochmal um 1 Rippenfeld = 50 mm. Damit müßte der Steckungsstab sogar 310 mm frei überbrücken. Ich hab deshalb zusätzlich je einen 3 mm Kohlerundstab als Ober- und Untergurt parallel zum Steckunsrohr in der Flügelwurzel eingebaut, in den Holm eingebunden und mit dem Steckungsrohr verkastet.
5. Andres hatte errechnet dass ausgerechnet im am weitesten offenen Flügelbereich die größten Torsionskräfte aus dem Schränkungsmoment entstehen. in diesem Bereich habe ich Diagonalstreben aus 3 mm Pappelsperrholz oben und unten eingebaut um die Torsionssteifigkeit des Flügels bei vertretbarem Mehrgewicht zu erhöhen.
6. Im Mittestück ist der Diagonalverband nur über die hintere Steckung gebrückt und hat nur über die dünnen Wurzelrippenstege Verbindung mit der vorderen Hauptsteckung / Hauptholm. Lothar hat zwar Brettlaschen-Längsverstärkungen als Verbindung konstruiert, aber die sind nicht torsionssteif, es braucht Dreiecksverbände damit das System statisch bestimmt ist. Ich hab deshalb in Anlehnung an das Stahlfachwerk des Originals ein Kohle-Dreiecksfachwerk aus 3 mm CFK-Stäben eingebaut und damit das Mittelstück bei minimalstem Gewicht extrem ausgesteift. Auch die Hochstarthaken sind inzwischen mit diesem Fachwerk verharzt.
Diese Maßnahmen ergeben einen Flügel, der bei Biege-und Torsionssteifigkeit trotz höherer Streckung mit dem vollbeplankten Flügeln meiner alten Ho III vergleichbar ist, die gemessen ~ 170 km/h ohne flattern geschafft hat. Ich hoffe meine XIV schafft das auch.
Es kommt halt nicht drauf an irgendwas holmiges in den Flügel einzubauen, sondern der Kraftfluß der Tragelemente muß mit Verstand überlegt und sorgfältig konstruiert sein und er darf vor allem nicht da unterbrochen werden wo die Kräfte am größten sind wie bei der ursprünglichen H XIV-Konstruktion im Mittelstück.
Gruß,
Uwe.
@Brian: Your canopys are ready, but tomorrow i´m on a buisness tripp, so I can´t do the mail before thursday
