Hallo Martin, der ARES hat 14 - 16 g/dm² Flächenbelastung, der X-mess ca. 32 - 36 g/dm². Alleine das macht schon einen gewissen Unterschied bei der Gleitleistung aus, die beim X-mess sicher besser ist.
Man fliegt die Modelle sehr unterschiedlich. Obwohl der Spannweitenunterschied mit 40 cm nicht groß ist, sieht man den X-mess mit der großen Flächentiefe viel weiter und fliegt deshalb auch weiträumiger, den leichten ARES bewegt man bevorzugt wendig und quirlig auf engem Raum.
Typisch: X-mess am Hang raus werfen und mit der guten Gleitleistung draußen Thermik suchen, Ares abwerfen und beim ersten Aufnicker das kleine Bläschen direkt an der Startstelle gleich mit nehmen.
Der X-mess fliegt sicher nicht 5 x so gut wie der ARES, obwohl er um den gleichen Faktor mehr kostet.
Generell sind die Leistungsnurflügel den Leitwerkern gleicher Klasse in der Gleitleistung überlegen, aber im geringsten Sinken und der Rollwendigkeit bei gleicher Flächenbelastung unterlegen. Das zusammen mit dem Steuerverhalten führt zu einer anderen Flugweise um gut oben zu bleiben und die braucht ein bisschen Erklärung und Gewöhnung.
Mit den Pfeilen fliegt man recht flott in der Thermiksuche, mit den Brettern noch schneller. Das steigen wird durch die im Vergleich zum Leitwerker geringere Dämpfung sehr direkt durch aufwippen der Nase angezeigt. Dann schnell nachdrücken und steil einkreisen um mit dem Bart weg steigen zu können. Das ist bei X-mess und ARES zunächst sehr ähnlich. Der von Strecke zu Thermikkreisen geänderte Flugzustand wird beim X-mess fast nur über die Wölbklappe eingestellt weil sie auch wie eine Höhenrudertrimmung wirkt, die Wölbklappe fehlt beim ARES aufgrund des RES-Reglements. Ares wird nur über Quer / Höhe-Mischung der Elevons gesteuert.
Gekreist wird mit Nurflügeln steiler , schneller und tendenziell enger als mit Leitwerkern. Enges Kreisen kann der X-mess besser bzw. stabiler mit weniger Steueraufwand als der ARES, dafür ist es mit ARES einfacher schwache Thermik extrem flach kreisend auszufliegen. Weiter findet die Fliegerei mit dem ARES fast immer auf kleinerem Raum statt als mit dem größeren und höher belasteten X-mess.
Mit geringem Höhenverlust schnell von Bart zu Bart zu fliegen und eng kreisend zu steigen ist aber trotzdem die Stärke beider Flieger.
Der Nachteil beider Typen im Vergleich zu F3J-Leitwerkern ist aber, dass sie 1-2 m weniger Spannweite haben, schon damit bleiben sie in den Gesamtleistungen hinter den Leitwerkern zurück, Ausnahme in RES wo die Spannweite auch bei den Leitwerkern auf 2 m begrenzt ist. Leider gibt es mit Ausnahme des großen Bretts Petoma Extend meines Wissens keine käuflichen Leitungsnurflügel die ähnlich große Spannweiten haben wie die Leitwerker gleicher Klasse (welcher Wettbewerbsklasse läßt sich Petoma Extend zuordnen?

), auch die Weiterentwicklung des Triad geht in Richtung Thermikflug, aber er ist damit für F3B und F3F zu groß und zu langsam und für F3J ebenfalls zu klein.
Gruß,
Uwe.