Der Glühwein - vino brulè

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Pesi5

Der Glühwein - vino brulè

Beitrag von Pesi5 »

Gingen nicht gestern die ersten Weihnachtsmärkte los ?

RITUALE ZUM ÜBERLEBEN EINES WEIHNACHTSMARKTES
Das hört sich einfach an, ist es aber nicht, weil es beim Glühwein-Saufen feststehende Rituale gibt, die man unbedingt beachten muss:

Glühwein bestellen
Ein Glühwein bestellen geht schon mal gar nicht. Damit sagt man, dass man 'ne knickrige Sau ist, keine Freunde hat oder Antialkoholiker ist, quasi das Allerletzte. Also immer mindestens zehn Stück bestellen. Nie vorher abzählen, wie viele Leute um einen herum stehen und dann genau die Anzahl bestellen! Einfach irgendeine Zahl über die Theke grölen.
Ganz falsch: Die Umstehenden fragen, ob sie überhaupt noch ein Glühwein haben wollen. Wichtige Regel: Gefragt wird nicht, saufen ist schließlich kein Spaß.

Großzügigkeit zeigen
Wenn der Stoff da ist, nicht blöd rumgucken und überlegen, wem man denn eins in die Hand drücken soll. Am besten die Tassen wild in der Umgebung verteilen, denn nur so zeigt man seine Großzügigkeit. Nur der kleinkarierte Pisser stellt sich da an.

Bezahlen und Nachbestellen
Wer zahlt wann welche Runde? In der Regel kommt jeder der Reihe nach dran. Ganz miese Wichser saufen die ersten neun Runden an der Theke mit und wenn sie an der Reihe wären, müssen sie plötzlich pissen. Der erste Besteller bestimmt die Dauer des Projekts: Wenn er zwölf Glühwein bestellt, müssen alle solange warten, bis zwölf Runden durch sind. Wichtig ist, dass der Strom nie abreißt.
Also: Wenn alle noch die Hälfte im Glas haben, sofort die nächste Runde ordern und das neue Glas in die Hand drücken. Was voll peinlich ist: Mit zwei Tassen in der Hand an der Theke stehen. Deshalb ist Tempo angesagt beim reinschütten, ist schließlich kein Kindergeburtstag.

Beschleuniger
Richtig fiese Schweine bestellen zwischendurch noch 'ne Runde Korn oder die absolute Hölle “Meyers Bitter”, eine Art grünes Schlangengift, das mit dem Eiter von toten Fröschen verfeinert wurde. Hier wird’s ernst. Sollte sich so was andeuten, kann man bloß noch die Flucht ergreifen.
Merke: Glühweinsaufen auf dem Weihnachtsmarkt kann man mit etwas Planung und Glück überleben; nach Meyers Bitter aber weigert sich sogar der Notarzt, diese Schweinerei wiederzubeleben.

Pausen
Konsequent durchgezogen, bist Du normalerweise auf'm Platz um halb Neun stramm wie die Kesselflicker. Um diese Zeit kannst du allerdings noch nicht nach Hause, wegen Verdacht auf Weichei. Was also dann? Pause machen! Dafür sind in der Regel zwei Sachen vorgesehen:

a) Bratwurstfressen
Vorteil: An der Bude gibt's kein Meyers Bitter, da bist Du also 'ne zeitlang sicher vor der Alkoholvergiftung. Nun sind aber die Bratwurststände auf Weihnachtsmärkten immer so konzipiert, dass die Nachfrage immer größer ist als das Angebot. In der Bude arbeiten auch meistens Fachkräfte, denen man beim Grillen die Schuhe besohlen kann. Einzige Qualifikation: Sie können mit einem Sauerstoffanteil in der Luft von unter 1% überleben. Deswegen wirken sie auch so scheintot. Nun sagt der Laie: Was für'n Scheiß, das könnte man doch viel besser organisieren. Zackzack kämen die Riemen übern Tresen.Falsch, die mickrigen Bratwurstbuden mit den Untoten am Grill sind absichtlich so konstruiert. Hier kann man Asyl beantragen von der Sauferei und je länger man auf die Fettpeitsche warten muss, desto größer die Überlebenschance.

b) Tanzen
Im Vergleich zu Bratwurstfressen natürlich die schlechtere Alternative, weil anstrengend und mit Frauen. Aber irgendwann geht halt kein Riemen mehr rein in den Pansen und Du musst in den sauren Apfel beißen. Also zack, einen Rochen von den Bänken gerissen und irgendwie bescheuerte Bewegungen machen. Wenn Du Glück hast, spielt die Kapelle mehr als zwei Stücke und Du kannst Dir ein paar Glühwein aus den Rippen schwitzen. Hast Du Pech, kommt sofort nach dem ersten Stück der Thekenmarsch und Du stehst wieder da, von wo Du gerade geflohen bist.

Sektbar
Eine richtig gruselige Bude, quasi die Abferkelbox auf'm Weihnachtsmarkt. Hier ist es so voll und so eng, hier bleibst Du auch noch stehen, wenn's eigentlich nicht mehr geht. Doch der Preis, den Du für die Stehhilfe zahlst ist hoch: Du musst Sekt aus mickrigen Blumenvasen saufen. Ziemlich eklig alles. Wenn's keine Sektbar gibt, gibt's meist 'ne Cocktailbar: Cocktail heißt aber nicht Caipirinha oder Margherita sondern Hütchen oder Wodka-O. Also vorsichtig: Hier kann's ganz schnell zu Ende gehen.

Kotzen
Bevor Du endlich nach Hause darfst, kommt noch ein ganz wichtiger Punkt, nämlich das Kotzen. Klingt zwar scheiße, du wirst aber dankbar sein, wenn Dein Körper Dir dieses Geschenk bereitet. Du hast Platz für neue Bratwürste und vielleicht sogar Glück, dass Du die letzten zwanzig Glühwein noch erwischst, bevor sie Dein Gehirn erreicht haben. Der Profi jedenfalls kotzt oft und gern.

Die Letzten
So jetzt wären wir auch schon bald beim Nachhause gehen. Haha. Wenn Du aber den Zeitpunkt verpasst hast, und Du kommst vom Pissen oder Bratwurstkotzen wieder an die Theke und es sind bloß noch zwanzig Mann übrig, dann Ätsch: Arschkarte gezogen.
Ab jetzt geht es um so spannende Sachen wie Fass-Aussaufen (es ist immer mehr drin, als man denkt) oder Absacker trinken. Wenn's ein Meyers Bitter ist, kannst Du Dir gleich den Umweg über den Notarzt sparen und den Bestatter anrufen. Jeder passt jetzt auf, dass keiner heimlich abhaut. Die ersten sacken einfach so vor der Theke zusammen, damit sie jedenfalls nicht noch mehr saufen müssen.
Vorteil dieser Phase des Weihnachtsmarkts: Du musst nicht mehr extra zur Toilette latschen für Pissen und Kotzen: geht jetzt alles vor Ort.

Nach Hause gehen
Fällt aus. Mach Dir keine Illusionen: alleine schaffst Du's nicht mehr. Taxis gibt's nicht in der Nähe, und wenn, würden sie Dich bestimmt nicht mitnehmen. Deine Frau kommt nicht, um Dich zu holen, die ist froh, dass dieses Wrack nicht in der Wohnung liegt und der Gestank in die Polstermöbel und Gardinen zieht. Was bleibt ist…

Der Morgen danach
Du wirst wach von einem Zungenkuss, wie Du ihn noch nie in Deinem ganzen Leben gekriegt hast. Leidenschaftlich küsst Du zurück. Dann machst Du Deine verklebten Augen auf und blickst in das fröhliche Gesicht des zottigen Köters von dem Glühweinfritzen. Und mit einem eigenen Beitrag zum Thema Würfelhusten fängt der Tag wieder an. Dein Kopf fühlt sich an wie nach einem Steckschuss.
Jetzt hilft nur noch: Stütz-Glühwein bis die Maschine wieder halbwegs normal läuft.

(Quelle unbekannt...)

Frohe Weihnachten
Bernd H

Re: Der Glühwein - vino brulè

Beitrag von Bernd H »

GRÖHHL :lol:
Frohe Weihnachten!

Aber irgend was hab ich falsch verstanaden, sollte das nicht die "besinnliche Zeit sein?
Dein Text macht da her die die Besinnungslose Zeit draus :lol:
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ppb
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Re: Der Glühwein - vino brulè

Beitrag von ppb »

Bei uns ist am kommenden WE Glühmarkt, oder eigentlich Weihnachtsmarkt. Da die Veranstalter den Text wohl kennen, geht der offiziell nur bis 21:00Uhr.
Aber nach der beschriebenen Methode wird die Zeit sicher reichen :mrgreen:


patrick
Pesi5

Re: Der Glühwein - vino brulè

Beitrag von Pesi5 »

Einen habe ich noch:

Das Glühwein-Desaster


Die beste Vorweihnachtsstimmung erreicht man bekanntlich durch den Genuss von 14-15 Tassen Glühwein. Die Füße werden pelzig, Brandblasen lähmen langsam das Gesicht und man schläft friedlich im Stehen ein.
So ähnlich hat sich auch der Versicherungsvertreter Fritz L. seinen Ausflug in die Vorweihnacht vorgestellt. Aber er hat die Grundregeln des Glühweintrinkens nicht beachtet und es hat nicht im Frieden sondern vor dem Amtsgericht geendet.

Nach 5-6 Schoppen von dem vor allem sehr heißen Getränk hat der Fritz damals bei dem Glühweinverkäufer leichte Kritik angebracht: „Horch amol, Masder“ hat er gesagt „bsuffn wird mer obber vo dein Blembl nedd. Edzer gibsd mer numol a Dassn vull, ober desmol ka Glühweinschorle!“

Vor Gericht wusste der Fritz jetzt nur noch, dass er einen Glühwein-Grog geordert hat, ein Drittel Glühwein, zwei Drittel Rum.
„Dou hobbin dann“, erinnerte sich der Mann vom Glühweinstand, „drei Dassn vull gmixd. Nach der driddn isser deroordich banander gween, dasser sie schdadds anner Zigareddn an Schdernlasschbeier in die Goschn gscheggd hodd und oozind. Nou hodder sie gscheid die Goschn verbrennd und numoll middern Glühwein-Grog löschn wolln. Dou derbei hodder sie es zweide Mool verbrennd“.

Andere Zeugen berichteten übereinstimmend, dass dieser Herr Fritz L.- wie er sich zwischendurch wieder einmal vom Boden aufgerappelt hat – von unten nach oben einen Hundertmarkschein durchgereicht und geschrieen hat: „Ich gib a Rundn aus, Glühwein-Grog für alle dou, Lalleluja!“

Danach ist der Fritz zum nächsten Zwetschgermännla-Stand getau-melt, hat lange die Galerie der in Reih und Glied aufgestellten Zwetschgenmännlein und Weiblein betrachtet und zu dem Herrn im Stand gesagt: „Dou mer amol a Gwehr her, für zwölf Schuss langd mei Geld nu!“
Herr Fritz L. hat den Zwetschgermännla-Stand mit einer Schießbude am Nürnberger Herbstvolksfest verwechselt. Das muss ihm dann aber irgendwie wieder entfallen sein. Er hat kein Luftgewehr mehr verlangt, sondern ist drei Schritte zurück gegangen, hat in die Tiefen seiner Manteltaschen gegriffen und dann gebrüllt: „Obachd, dou vorna, iich werf!“



Der Zwetschgenmännla-Standmann Georg K. entsann sich vor Gericht, dass der Fritz dann fünf Glühwein-Pfandtassen nacheinander aus seiner Manteltasche gezogen hat. „Und nou“, gab der Georg zu Protokoll, „nou hodder mid däi Dassn nach meine Zwetschgermännla geschmissn. Zwaa Reihen hoddeer kombledd abgraimd. Und in die Zwetschgermännla wou nu gstandn sin, dou isser nou neigfluung und hodd mi gfrouchd, wäivill Dreffer dasser hodd. Und ob der grouße Teddy-Bär mit den blaidn Gsichd der Haubdbreis ist, hoddeer wissen wolln. Dou hodder miich gmannd dermiid“.

Beim Hineinkriechen ins Polizeiauto hat er geschrien: „Schau nedd so bläid under deiner Schdraßerboohnermidzn, du Doldi! Nach Schweinau, obber wenn’s gäid, haid nu!“

Außer zwei Schaschlik, Drei im Weckla und einigen Glühwein-Grog hat der Fritz im Polizeiauto dann aber nicht mehr viel von sich gegeben.

Wegen erhöhter Weihnachtsstimmung, Evakuierung eines Zwetsch-genmännlastandes und Verunreinigung der Staatsgewalt ist er zu drei Monaten mit Bewährung und 400 Euro Geldbuße verurteilt worden.
Bernd H

Re: Der Glühwein - vino brulè

Beitrag von Bernd H »

Herrlich wir lachen heir vorm Pc .... danke
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Nobby_segelflieger
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Registriert: Mi 12. Jan 2011, 23:33
Wohnort: Titisee- Neustadt

Re: Der Glühwein - vino brulè

Beitrag von Nobby_segelflieger »

Servus Peter

Allmecht, des is a dolle Gschichdn.

Ich schmeiss mi wegg.

Aber das fränkisch gfalld mer echt guut.

Schöne Feiertage :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Sehr Hanglastige Grüße aus dem Südschwarzwald/Baden
DRANG zum HANG / Mitglied in der IG - Hangflug .eu / MFG - Gersbach
Jeti DC-16

Grüße Nobby
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