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Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 27. Mai 2015, 18:59
von Koarl
Also Vakuuminfusion ist schon cool. Hab mir mal ein paar Videos dazu angeschaut. Ich würde sagen der Aufwand wird in etwa der gleiche sein. Stelle mir aber die Vorbereitungsarbeit zur Infusion recht fummelig vor. Die Ergebnisse sind aber natürlich top! Was man natürlich auch nicht außer Acht lassen darf sind die Kosten die bei Vakuuminfusion so ein Projekt gleich um einiges kostspieliger werden lassen.
@Udo: Vergammeln wirds nicht. Ich fänds nur schade wo ich nun die Möglichkeit hab aus einer Form zu bauen einen Haufen Gewebe zu haben der dafür nicht brauchbar ist.
Möchte nochmal die Frage hochholen: Was sagt ihr zu meiner Berechnung? Stimmt das so? Wie würdet ihr das Modell mit dem jeweiligen Gewicht kategorisieren?
Edit: Marco war schneller...
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 27. Mai 2015, 21:24
von Udo
Bei der Vakuuminfusion, darf man auch das Gewicht nicht außer Acht lassen! Des war der einzigste Job den ich bis heute sauber umgangen bin, mit Sprühkleber des Gewebe in die Form bringen da siehst aus wie ein gerupftes Huhn, bei Formen jenseits der 5qm!

Zu deiner Berechnung kann ich leider nix beitragen, hab nur Praxiserfahrung!
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 27. Mai 2015, 21:26
von jonasm
Theoretisch geht ja nur soviel Harz ins Gewebe rein, wie noch Platz zwischen den Fasern ist, wenn alles schön abgesaugt ist.
Habs aber auch noch nie selber gemacht...
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 27. Mai 2015, 21:37
von Udo
Praktisch auch, aber da geht viel Harz durch bis man den geringsten Harzanteil in der ganzen Fläche hat bevor das Gewebe am Einlauf ersoffen ist. Ich würde die erste Lage normal laminieren und die nachfolgenden Lagen auf einer Trägerfolie vortränken und mit der Schaumstoffwalze den Überschuss wieder rausrollern. Da braucht man dann ungefähr 3 bis 4 Hände dabei die wissen was zu tun ist. ausserdem lässte es sich mit dem Infusionsharz auch gut normal laminieren, sogar wesentlich besser weil das Gewebe das dünne Harz wesentlich besser aufnimmt. Mit Übung sieht man dann auch wann das Carbon, satt ist.
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 27. Mai 2015, 23:08
von Koarl
Also das Tränken von Biax ist mittlerweile kein Problem mehr. Ein paar Quadratmeter hab ich nun doch schon verarbeitet und wenn man sich das Gewicht von meinem VT oder Joker 3.7 anschaut glaube ich behaupten zu können mittlerweile in der Lage zu sein Biax richtig verarbeiten zu können.
Von daher gibts eigentlich keinen Grund mit Infusion anzufangen, obwohl ich es saucool finde.
Ich schätze mal es wird mir nichts anderes übrig bleiben und ein Bauwochenende für einen Materialtest zu opfern...
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Do 28. Mai 2015, 12:00
von Baui
Servus Koarl,
Mensch mach dir keinen zu großen Kopf mit dem Gewicht ;)
Der Erste Flieger aus der Form wird doch eh ein "Versuchsobjekt"
Die Probleme liegen nicht nur im Aufbau der Schale.
Du wirst sicher noch auf ganz andere Probleme stoßen...
Hier mal ein Foto des von Christian und mir aufgebauten f3j Arschtiers mit 3,8 Kilo

- image.jpg (159.51 KiB) 5337 mal betrachtet
Das Ding fliege ich sehr gerne und es ist trotz des Gewichts auch absolut thermiktauglich und gutmütig was das Überziehen betrifft
Glaub mir der Teufel steckt im Detail !
Holmhöhen, Ruder anlenken bzw. aussägen usw. Wenn du dich jetzt schon mit solchen Problemen quälst wirst du noch verzweifeln !
Mein Tipp: Einfach mal bauen beim zweiten weißt wo du ansetzen kannst..
Formensatz Europhia 1
Verfasst: Do 28. Mai 2015, 12:13
von Koarl
Da hast du sicher recht. Aber ich fang ja nicht ganz bei null an. Immerhin hab ich den Hans- Jörg an der Hand der schon ein paar Flieger aus der Form gebaut hat.
Den Flieger find ich spitze!
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Di 7. Jul 2015, 22:58
von Koarl
Holmstege aus Styrodur mit dem heißen Draht geschnitten, mit 140er Biax belegt und ab in den Sack. Am Wochenende ist die erste Session zum Flächenbauen angesagt!
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Sa 11. Jul 2015, 22:45
von Koarl
Hab jetzt mal eine der Platten aus denen dann die Stege geschnitten werden besäumt:

Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Sa 11. Jul 2015, 23:02
von Koarl
Planänderung: aus dem Versuch mit dem 220er eine Hartschale zu bauen wird nichts, hab das meiste von dem Gewebe bei meinen Rumpfbauversuchen aufgebraucht.
Ich hab jetzt noch 160er Leinwand und 80er sowie 49er Leinwand auf Lager. Jetzt ist die Frage was ich mir daraus bastle.
Ich hätte jetzt an folgenden Aufbau, von außen nach innen, gedacht: 49gr, 160gr, Stützstoff, 80gr. Was meint ihr dazu?
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: So 12. Jul 2015, 20:22
von roty67
Hi, 49er glas,160er kohle,stützstoff und dannnoch eine 49 glas drüber das reicht.So habe ich auch schon Europhias gebaut.
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: So 12. Jul 2015, 22:14
von Koarl
Danke! Wir sind jetzt grad noch am Überlegen ob wir nicht einen Flügel mit Styrovollkern bauen. Der Hans Jörg hat nämlich noch einen Satz gefräste Kerne.
Da hätte ich jetzt eine Lage 49er, zwei Lagen 160 und den Styrokern eingebaut. Müsste doch reichen, oder?
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Di 14. Jul 2015, 16:52
von haru
Hallo,
das ist schon oversized. Wenn ihr das Gewebe noch nicht habt rate ich zu einer Lage 49er Glas, einer Lage 245 CFK (gleiche Fadendicke wie die 160er, nur dichter gewebt) und den Styrokern. Ich habe beste Erfahrungen mit Stryokernflügel, sind meiner Meinung nach robuster als Hartschale, das im Falle eines Einschlages (bei mir in einen Metall-T-Träger einer Pferdekoppel) der Schaum die Energie absorbiert und so beim mir nur auf Breite des Trägers ein Schaden entstand.
Durch den Kern ist Beulen auch kein Thema und die zweite Lage für mehr Schalendicke unwichtig. Das würde ich allenfalls inne bis zu der Spannweite machen, an der man die Flüge zum zusammenstecken anfasst.
Hans
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Di 14. Jul 2015, 17:04
von Koarl
Danke für deine Antwort!
Wie schon gesagt, hab ich das Gewebe schon. Ist aber alles Glas, keine Kohle!
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Di 14. Jul 2015, 22:18
von Koarl


Heute haben wir das Gewebe zugeschnitten. Für die Tragfläche eine Lage 49er und zwei Lagen 160er, jeweils Glas und natürlich der Styrokern.
Für die Rumpfröhre zwei Lagen 100er biax cfk, eine Lage 300er UD Kohle und für's Rumpfboot zwei Lagen 160er Kevlar später wird da noch mit Rovings verstärkt.
Ins Leitwerk kommt eine Lage 49er Glas, eine Lage 100er biax, Herex, und eine Lage 49er.
Was haltet ihr davon?
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Di 14. Jul 2015, 22:49
von jonasm
Warum ist das Kevlar in 0/90 geschnitten? 45° lässt sich doch viel schöner in die Form legen und macht festigkeitmäßig mehr Sinn...
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Di 14. Jul 2015, 22:58
von TilmanBaumann
Freue mich auf weitere Bauberichte.
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 00:35
von christianka6cr
Servus Carlos
Wie Jonas schon sagt, macht in 0/90 höchstens eine oder bei Brachialrümpfen 2 Lagen einen Sinn, 45/135 sind die, die die Lasten aufnehmen und abtragen.
Ganz streng genommen macht eigentlich nur Biaxgelege und UD Sinn, denn 90°-Gewebe ist nur nutzloser Ballast. Am besten auch ausschließlich Gelege und kein Gewebe, bzw wenn, dann nur Leinenbindung, keine Köper, bei letzterer liegen die Fasern einfach zu krumm und schief...
Klar, wer in Serienrümpfe reinschaut, sieht quasi ausschließlich Köper. Aber nur, weil es für die polnischen und chinesischen Hausfrauen und Kinder einfacher zu laminieren ist, muss es nicht auch richtig sein.
Gruß Christian
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 00:48
von Studi
Zwei Lagen 160er Afk sind im Rumpfboot wohl zu wenig. Vor dem Schwerpunkt Gewicht zu sparen macht wenig Sinn. Mach da min. so viel Material rein wie im Leitwerksträger, eher mehr ;)
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 06:46
von jonasm
christianka6cr hat geschrieben:Am besten auch ausschließlich Gelege und kein Gewebe, bzw wenn, dann nur Leinenbindung, keine Köper, bei letzterer liegen die Fasern einfach zu krumm und schief...
Klar, wer in Serienrümpfe reinschaut, sieht quasi ausschließlich Köper. Aber nur, weil es für die polnischen und chinesischen Hausfrauen und Kinder einfacher zu laminieren ist, muss es nicht auch richtig sein.
Gruß Christian
Bei Köper liegen die Fasern genauso gerade, wie bei Leinwand. Köper ist sogar noch besser und weniger onduliert, weil einfach weniger Fadenüberkreuzungen vorhanden sind.
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 07:13
von heu20
Servus
Ich empfehle diese Stoffhandschuhe zu tragen, wenn ihr mit Gewebe hantiert. So wird verhindert dass Fett usw. von der Haut auf das Gewebe kommt. Alternativ (wenn man mag) gehen auch andere Handschuhe, aber in den Stoffdingern schwitzt man nicht so wie in Latex- oder Nitrilhandschuhen.
Gruß
Jan
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 09:04
von Koarl
Also wie viele Lagen Kevlar sollen da jetzt rein? Hansjörg hätte auch noch UD- Kevlar, weiß aber gerade nicht welche Grammatur.
Könnte man auch Kevlar mit Glas kombinieren, macht keinen Sinn, oder?
Was sagt ihr zum restlichen Aufbau?
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 09:10
von christianka6cr
Moin
jonasm hat geschrieben:...Bei Köper liegen die Fasern genauso gerade, wie bei Leinwand. Köper ist sogar noch besser und weniger onduliert, weil einfach weniger Fadenüberkreuzungen vorhanden sind.
Das mit der Leinwand usw hatte mir mal ein Hersteller der auch noch selbst laminiert so erklärt, deshalb verwendet er ausser einer 80er Glaslage als Decklage für die Optik in seinen Rümpfen ausschließlich Biaxgelege...
Schön wieder was neues gelernt zu haben
Gruß Christian
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 10:38
von haru
jonasm hat geschrieben:
Bei Köper liegen die Fasern genauso gerade, wie bei Leinwand. Köper ist sogar noch besser und weniger onduliert, weil einfach weniger Fadenüberkreuzungen vorhanden sind.
Hallo,
ein typischer Fall von Theorie und Praxis.
Köper ist durch die weniger Fadenüberkreuzungen drapierfähiger als Leinwand, dafür im nicht eingelegten Zustand anfälliger für Verziehen. Deshalb ist es viel schwieriger und zweitaufwändiger beim Einlegen. Ich hatte vor kurzem ein Diskussion mit einem Faserspezialisten, wie viel ein Gelege in relativ planen Flügelformen steifer ist als ein Leinwandgewebe aus der gleiche Faser, weil beim Gewebe eben die Fasern immer wieder umgelenkt werden. Ich hatte es überschlägig mit 20% geschätzt, laut seiner Aussage ist die Differenz aber deutlich geringer. D.h. aber dass die Differenz zwischen Leinwand und Köper wirklich nur sehr klein sein kann.
Folglich sollte man die Entscheidung zwischen Leinwand und Köper von der Form und der Verarbeitung abhängig machen.
Der Unterschied zwischen CFK und GFK Geweben liegt in erster Linie nicht in der Festigkeit (bei welcher Belastung reißt es) sondern in der Steifigkeit (wie stark verformt es sich unter Belastung). D.h. auch die zwei Lagen 160er Glas sind wären mir außen zu viel. Macht die Aussenfläge schwer und die Wendigkeit nimmt ab.
Hans
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 11:07
von Koarl
Danke Hans, aber ich werd das jetzt trotzdem so machen. Ein Leichtgewicht braucht der Flieger nicht zu werden. Mir ist eine druckfeste Oberfläche lieber.
Macht der Aufbau, bis auf's Rumpfboot, ansonsten Sinn?
Könnte man das Rumpfboot sonst noch mit zwei Lagen Ud- Kevlar (ich glaube mich zu erinnern, dass das recht leichtes Zeug ist was der Hansjörg hat) unter 45/135 Grad verstärken?
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 16:32
von roty67
Hi, ich mache die Nase mit 4 lagen 160er Glas und 1 lLge Kevlar. Kannst aber auch 2 Lagen Kevlar und 3 Lagen Glas nehmen und um den spätern ausschnitt ein paar Rovings, da wird die Nase schön fest und vom Gewicht ist es egal, wirst eh Blei brauchen.
Gruß Thomas
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Sa 1. Aug 2015, 16:07
von Koarl
Vakuum steht, wir fahren jetzt zum Fliegen!

Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Sa 26. Sep 2015, 22:11
von Koarl
Ich hab jetzt mal alle Stege zurechtgeschnitten:

Wie schon geschrieben hab ich mit dem heißen Draht die Stege geschnitten, mit 140er Biax beschichtet und nun die Stege passend ausgesägt. Ich hab jetzt nur ein Problem: Das Gewebe delaminiert sich recht leicht von dem Schaum. Die Dämmplatten die der Hans Jörg besorgt hat sind nämlich nicht aus Dur sondern eine Mischung aus Por und Dur. Die Platten sind zwar recht druckfest aber haben ein ähnliches Gefüge wie Styropor. Dadurch ist die Verbindung zw Schaum und Gewebe nicht die beste.
Was meint ihr, ist das egal? Stimmt es wenn ich sage der Schaumsteg trägt nicht zur Statik bei sondern der senkrechte Gewebestreifen zw oberer und unterer Schale?
Danke
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: Sa 26. Sep 2015, 23:30
von paulpanter82
Hallo Karl
Du warst aber lange Fliegen , ist die Vakuumpumpe bei fast zwei Monaten Dauerlauf heile geblieben?
Ich bin mir nicht ganz sicher aber es sollte bestimmt schon eine gute Bindung zwischen Steg und Biax gegeben sein sonnst könnte sich das Biax ja bei druck einfach weg biegen. Anders gesagt könnte man sich den Styrosteg ja gleich sparen wenn er zu nix zu gebrauchen wäre. Was ich so bisher gelesen habe wäre das die meisten Gewebeschläuche über den Styrosteg ziehen und den harzgetränkt einbauen.
Gruß Michael
Re: Formensatz Europhia 1
Verfasst: So 27. Sep 2015, 07:19
von Koarl
Wenn's so gut trägt kann man doch nicht einfach heimfahren.
Ist das Styro nicht nur zur Formgebung da? Die Gewebeschlauchmethode ist sicher die gängigste, ja. Nur, hab's eh irgendwo geschrieben, wollte ich mir den Gewebeschlauch sparen.