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Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Mi 22. Feb 2012, 10:21
von Dirty Harry
foobos hat geschrieben:Hab mich grad mal ins Ranis gestürzt. Da ich da als vollkommener laie rangehe, geb ichs jetzt einfach mal zum abschuss frei

Hallo Wolfgang,
geh mal dem Link in Uwes Unterschrift nach. Dort findest du eine ca. 5 seitige Anleitung fürs Ranis. Wenn du das Ding Punkt für Punkt durchgehst wirst du einige "Anmerkungen" von Uwe zu deiner Auslegung verstehen. Hab ich auch mit meiner HVII so gemacht. Danach hast du etwas mehr Verständnis darüber, was Uwe oder die anderen mit deiner Auslegung anstellen.
Ich hatte auch einige Fehler in meiner ersten Auslegung. Die Korrekturen sind dann allerdings für die Spezielisten (zu denen ich mich garantiert nicht zähle!!) einfacher.
Gruß
Harald
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Mi 22. Feb 2012, 11:52
von foobos
UweH hat geschrieben:Stell doch bitte mal die FLG-Datei hier rein, dann geht das schneller als bei Adam und Eva anzufangen um Nurflügelaerodynamik zu erklären...die Erklärungen sind an einer funktionierenden Auslegung einfacher...sorry

....aber die Geometrieeingabe hilft schon mal viel

Danke schonmal!
Bernd H hat geschrieben:
Mit hoffentlich Wolfgangs erlaubniss häng ich das ranis file von ihm hier an
Klar, habs allerdings grad nochmal rausgenommen, hab gestern noch nen Mittelweg versucht, aktueller stand also jetzt hier:
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Mi 22. Feb 2012, 19:33
von UweH
Hallo Wolfgang,
ich hab mir die Datei mal angeschaut. Da ist ein Fehler drin, denn am linken Randbogen ist ein anderes Profil eingebaut als im Rest des Flügels.
Wie breit wird der Rumpf? Dieser Rumpf trägt einerseits mit, andererseits verringert er den Auslegungs-cA über den Profilmoment. Bei so einem fetten Rumpf verbinde ich die Wurzelrippen der Flügelhälften in der Mitte lieber mit einer geraden Linie an Nasen- und Endleiste statt die Flügelpfeilung weiter zu führen. Dafür erhöhe ich dann das Stabilitätsmaß.
Pfeilflügel fliegen mit 6-12% Stabilitätsmaß. die 5 % in Deinem Ranis-Versuch wären für ungepfeilte Bretter O.K., aber nicht für diese Me.
Über die cA-Verteilung kann man abschätzen wo der Abriß zuerst erfolgt und zwar etwa am höchsten Punkt der cA-Kurve und wenn das im Außenflügelbereich ist dann erfolgt der Abriß einseitig,,,das Gegenteil von Gutmütigkeit. Auf der anderen Seite reißt die Strömung nicht bei einem cA von 0,148 ab sondern irgendwo bei cA 0,7 mit dafür stark gezogenen Rudern.
Die rote Kurve für die elliptische Zirkulationsverteilung sollte ebenfalls bei hohem cA mit gezogenen Rudern möglichst gut angenähert werden, nicht bei niedrigem cA wie in Deinem Entwurf.
Für so eine Segler-Me 163 würde ich empfehlen das cA bei Rudern im Strak über die Flügelverwindung auf ungefähr 0,25 bei 8 % Stabilitätsmaß einzustellen, dann fliegt sie mit Rudern im Strak sehr flottes Hangtempo und zum Landen vertragen die Ruder auch noch die großen Ausschäge die zum bremsen notwendig sind. Die Landeklappen wirken übrigens kopflastig, man muß mit dem Höhenruder gegenhalten und es entsteht eine Butterflyeinstellung. Damit sinkt das Modell schneller, fliegt aber nicht wesentlich langsamer.
Ich empfehle alle 4 Klappen mit Ausschlag nach oben für ziehen / nach unten für drücken als Höhenruder zu verwenden. Als Querruder wahlweise nur die äußeren oder auch alle 4 Klappen.
Ich hänge meinen Vorschlag mit den KN-Profilen die ich im Moment empfehlen würde hier an, Als Rumpfbreite hab ich 200 mm angenommen (meine 1,06 m RBC Lip P20 hat ca. 150 mm Rumpfbreite). Ich bin jetzt mal davon ausgegangen dass es ein sehr schnelles Hang- und E-Flugmodell werden soll.
Wenn die Auslegung anders sein soll, dann bitte noch mal Bescheid geben.
Gruß,
Uwe.
p.S.: @Bernd: man muß bei der Auslegung von Nurflügeln so viel beachten dass es Bücher füllt. Ich habe in den Foren gefühlt auch schon so viel dazu geschrieben dass es für ein Buch reichen würde. Wie soll ich das in einen Thread packen? Das wird nicht funktionieren, auch nicht wenn ich in Rente bin. Außerdem geht die Entwicklung immer weiter und was ich vor 2 Jahren geschrieben habe ist heute durch neue Erkenntnisse überholt. Ich weiß da leider keinen Ausweg für Nurflügelneulinge außer das zu tun was ich auch getan habe: vor der Auslegung reichlich recherchieren, vor allem bei Leuten die sich mit so was auskennen wie Hartmut Siegmann, Peter Wick, Michael Wohlfahrt, Martin Hepperle, Manfred Weichert, Ulf Lehnert, Bernd Pfeiffer, Klaus Jakob, Klaus Niegratschka usw.
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Mi 22. Feb 2012, 20:18
von Norbert1
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Mi 22. Feb 2012, 20:22
von foobos
UweH hat geschrieben:Wie breit wird der Rumpf? Dieser Rumpf trägt einerseits mit, andererseits verringert er den Auslegungs-cA über den Profilmoment. Bei so einem fetten Rumpf verbinde ich die Wurzelrippen der Flügelhälften in der Mitte lieber mit einer geraden Linie an Nasen- und Endleiste statt die Flügelpfeilung weiter zu führen. Dafür erhöhe ich dann das Stabilitätsmaß.
Hallo Uwe, zuerst mal vielen Dank für deine Mühe und deine ausführliche Beschreibung! Mit den 200mm liegts du nicht ganz verkehrt. Wie du auf der ersten Seite im CAD-Screenshot erkennen kannst ist der übergang zwischen Rumpf und Fläche im Original recht fließend, daher lässt sich das nur schwierig messen. Im Maßsstab 1:5 dürfte die Breite aber bei ca. 192mm liegen.
Ich schau mir das jetzt nochmal genauer an.
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Mi 22. Feb 2012, 20:23
von foobos
Is wieder ne "B" und auch viel zu klein

Ich will doch ne A haben

Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Do 23. Feb 2012, 18:11
von Dirty Harry
Eigentlich würde das Teil ja eher so aussehen.
Mal die Frage an die Spezialisten.
Macht das Sinn den Rumpf weiter zu modellieren fürs Ranis, oder ist das eher überflüssig und die Vorhersagen aus der Rechnung werden nicht genauer dadurch.
Harald
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Do 23. Feb 2012, 19:30
von foobos
Interessante Konstruktion Harald, fehlt noch die Leitwerksflosse dann könnts fast als 163 durchgehen

Ob Sinn, oder unsinn, dazu kann wohl Uwe am ehesten was sagen.
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Fr 24. Feb 2012, 08:46
von Dirty Harry
So wäre die Form etwas besser getroffen,
erster Versuch, mit den entsprechenden Profilen muß ich noch arbeiten. Die "Schnitte" habe ich mal frei Hand gebastelt. Der Übergang zu Fläche ist noch schei.....
Ich müßte da mal mit etwas mehr Zeit dran. Außerdem wären Längsschnitte vom Rumpf von Vorteil.
Aber wie schon gefragt: Lohnt sich der Aufwand??
Gruß
Harald
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Fr 24. Feb 2012, 10:27
von UweH
Dirty Harry hat geschrieben:Aber wie schon gefragt: Lohnt sich der Aufwand??
Hallo Leute, der Aufwand lohnt sich nicht. Die Modellbau-Simulationsprogramme können nur zweidimensionale Strömungseffekte berechnen, aber am Rumpf herrschen in fast jeder Flugsituation starke 3-D-Effekte die nicht simuliert werden können.
Die Programme sind für gestreckte Flügelkörper geeignet, beim Versuch mit 2-D-Profilen und 2-D-Berechnungsmethoden gedrungene Rumpfkörper zu simulieren kommen falsche Ergebnisse heraus, die nichts mit der Realität zu tun haben und mit denen man deshalb auch nichts anfangen kann.
In der 3D-Grafik des Ranis oder des Vortex sieht das ganz nett aus, mehr nützt das nicht.
Einzig bei relativ kleinen Anbauteilen an Flügeln kann man mal solche Profilschnitte einfügen um den Widerstand in der Simulation gegenüber dem reinen Flügel zu erhöhen, aber auch das hat eigentlich nichts mit den tatsächlichen Strömungsverhältnissen zu tun.
Im FLZ-Vortex gibt es die Möglichkeit manuell einen Widerstandsbeiwert für Rümpfe einzugeben der z.B. aus Windkanaluntersuchungen kommen kann, aber auch der kann keine Wechselwirkungen mit dem Flügel abschätzen helfen und dient nur dazu einen ungefähren Leistungsverlust durch den Rumpf zu berücksichtigen.
Um 3D-Effekte zu simulieren braucht man andere Verfahren und Großrechner, aber selbst dann kann man Windkanal- und Flugmodelluntersuchungen nicht vollständig ersetzen.
Die Aerodynamik ist schon ein verrückter Vogel der sich virtuell nur schwer bändigen läßt
Gruß,
Uwe.
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Fr 24. Feb 2012, 16:32
von Bernd H
vortex sellt auch aufgestellte flügel mit dder seiten wirkung in die berechnungen und bring bsw bei angestetten wing tips deutlich ander werte als bei aufgestzten.
Ich bin mir ganz sicher das da nich alle effekte berechnet werden.
Ich habe in Vortex die rümpfe meiner segler gebastelt praktisch als tragflächen teile mit eingegebn und habe so mehrere rumpffpremn eestelt die mein pc leider beim letzten crash ins nirwana geschickt hat...

allerdings weden mit gezeichtene rümpfen schon deutlich andere werte ausgegebn als mit der rumpf geschichte die man rechts eingeben kann.
Bei meinerm nuri brett das mir entflogen ist hat die berchnung mit dem Gezeichneten rumpf sowohl den schwerpunkt als auch die kalppenstellungen für die Flugzustände so genau vorrausgesagt das schlicht kein Trimmen notwendig war beim Maiden.
Xflr5 soll ja windkanalsimulatioen können... das kaggt mir immer der Pc ab wenn ich mal nen ganzen flieger drinne hab.

Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Fr 24. Feb 2012, 19:10
von foobos
Mal eben was fürn Norbert

Das währen jetz
ungefähr die Spanten bis zum beginn der Ruderflosse. Ungefähr eben deshalb weil mir die notwendigen Maße dazu fehlen. Ebenfalls ist das nur die eigentliche Rumpfkontur, also ohne Anformungen für die Fläche (den Satz hätte ich mir auch sparen können

)
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 25. Feb 2012, 06:48
von Goofy
Hallo Wolfang
Super interessantes Projekt! Das hatte ich auch schon mal vor. Ich hatte nach langer Suche einen Plastikbausatz einer 163 A aufgetrieben, Maßstab 1:72. Das ist natürlich sehr klein. Meine Idee war es, das Modell zusammenzubauen ( bzw. den Rumpf ), diesen dann mit der Laubsäge in Scheibchen zu zerteilen, um so an die Form für die Rumpfspanten zu kommen. Wenn Du möchtest, kann ich Dir den Bausatz zur Verfügung stellen.
Viele Grüße
Elmar
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 25. Feb 2012, 12:41
von foobos
Hallo Elmar!
Auf die selbe Idee bin ich auch schon gekommen

Ich habe hier noch 2 Bausätze der Flashback 163A in 1/48 sowie einen verschandelten

Als grober Anhaltspunkt ist das okay. 100%-Scale wirds mangels Unterlagen aber leider eh nie werden. Danke aber für das Angebot

Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 25. Feb 2012, 12:52
von Bernd H
In der größe sieht die Me mal richtig Knuffig aus,

ob die profilirung für ein einigemaßen fliegbares modell Brauchbar ist waage ich zu bezweifeln.
Heite abend werd ich mal in das ranisfile von Uwe Reispechteln um zu sehen was er da gezaubert hat, vileicht lern ich was dabei.
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 25. Feb 2012, 12:57
von foobos
Bernd H hat geschrieben: ob die profilirung für ein einigemaßen fliegbares modell Brauchbar ist waage ich zu bezweifeln.
Na bestimmt... bis zur nächsten Tonne immer

Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 25. Feb 2012, 14:47
von foobos
Inzwischen hab ich mal (ganz grob) die Rumpfkontur gezeichnet, erkennen kann man jetzt zumindest schonmal etwas, wenn es auch noch einiger Nacharbeit bedarf. Nach einem netten Telefonat mit Norbert gestern Abend bin ich inzwischen aber zuversichtlich gestimmt dass da nen echt schicker Vogel draus wird

Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 25. Feb 2012, 17:50
von Norbert1
Hallo Wolfgang
haste schick gemacht weiter so dann haste die formen ja bald Fertig
Norbert
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 25. Feb 2012, 17:51
von foobos
Die Rippen für dich meinst

Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 24. Nov 2012, 01:28
von UweH
Hi Wolfgang,
ich weiß nicht ob das für Dich motivierend oder demotivierend ist. Mich nerven Kents Videos im Winter immer sehr wenns draußen schmuddelig ist und die Nässe in Kalifornien von den Wellen im Meer kommt

:
Youtube:
Watch Video »ZMuEbimH3us«
Gruß,
Uwe.
Re: Me 163A als Segler
Verfasst: Sa 24. Nov 2012, 11:11
von Bernd H
Sieht immer noch knuffig aus ! Mal was ganz anderes!
Es fligt auch
Der "touch an go" lässt auf es fliegt doch gar nicht so übel schließen, allerdings bei geschätzen 4 Bft. der entwicklung des Meeres nach zu schließen.
Und ja Uwe das ist ein Traumhang nicht nur fürs Fliegen und Landen(im Sand) auch für die ganze Familie mit Strand etc. Ob die Einheimischen das so zu schätzen wissen, wie wir danach "lechzen" ?
Nach knapp 2 wochen tiefe Bewölkung Niesselregen Feuchte luft und Themperturen um 2 Grad freu ich mich allmählich auf trockene Kälte.
Claifornien is halt net wirklich erreichbar.
