am 03.Oktober war ich nach Servodefekt an meinem Antist-RES Leitwerker gezwungen meinen verbastelten, durch Feuchtigkeit völlig verzogenen ARES im für mich letzten RES-Wettbewerb der Saison 2015 in Coburg einzusetzen.
Ich dachte das wird halt ein bisschen Gaudi gegen die ganzen modernen RES-Leitwerker, aber rechnete mir keine Chancen auf irgend einen Erfolg aus, schließlich ist die Auslegung aus der Zeit der ersten Generation RES-Modelle mit Erstflug des Prototyps im Dezember 2011
Der erste Durchgang war dann auch ernüchternd schlecht weil ich das Modell nicht auf den Wettbewerbseinsatz eingestellt, deshalb schlechte Hochstarthöhen hatte und auch keine Thermik fand. Da hab ich hauptsächlich Einstellflüge gemacht, sehr zum leidwesen meiner Seilhelfer
Im dritten Durchgang, einer Saufergruppe war ich chancenlos, aber im vierten Durchgang verfehlte ich den zweiten Tausender um 3 Sekunden Überzeit und eine mäßige Landung gegen einen Top-Flug von Paul Schneider der nach genau 6:00 Minuten den Punkt nur um 66 cm verfehlte....naja, das sind immerhin 3 Nurflügel-Rumpflängen und ich war auch nur etwa 3 Leitwerker-Rumpflängen vom Punkt weg, irgendwie ungerecht
Nach dieser unerwartet guten Leistung des alten Modells stand fest, dass ich für die Saison 2016 einen verbesserten Nachfolger konstruieren möchte, der auf dem 2011er ARES basiert. Ich hatte mir schon länger einige Gedanken zu möglichen Verbesserungen gemacht, vor allem das Gewicht von etwa 550 Gramm für die aktuellen Leicht-Spezialversionen des ARES weiter zu drücken wird die größte Herausforderung.
Ebenfalls sehr anspruchsvoll wird es, trotz des angestrebt geringeren Gewichts, die gleiche Flatterfestigkeit des alten ARES mit den für die Leistungssteigerung erforderlichen dünneren Profilen auch für den neuen Flieger zu bekommen.
Von den letzten Updates der alten Konstruktion werden die relativ großen, profilierten Winglets des X-RES übernommen, denn sie haben trotz Mehrgewicht im Vergleich zu den alten Gitterkonstruktionen mit Profil "ebene Platte" die Hochstarthöhe und das Kreisflugverhalten verbessert. Dass der alte ARES beim schnellen Hangflug damit spürbar langsamer ist stört bei RES nicht.
Heute habe ich die erste Runde Profile aussuchen und anpassen gemacht. Im Vergleich zu den SA703X-Profile des alten ARES hab ich als Basis für einen Strak das BC70 von Ruben Bühler und Jonas Ilg, das AG 35 und das PW-Horten-UHmod. von Peter Wick im X-Foil verglichen, das im Antist für gute Leistungen sorgt.
Ich habe mich für einen Strak auf Basis des PW entschieden weil die Polare des Grundprofils schon besser auf die örtlichen ca-Belastungen des Pfeils passte, da musste ich weniger Anpassungsarbeit machen. Das BC70 und das "PW Horten Strak 2_Mod_25-75xd24" unterscheiden sich eh nur in Nuancen, die man in Positiv-Rippe kaum zuverlässig gebaut bekommt.
Der Grundriss hat im Vergleich zum ARES 2° mehr Pfeilung bekommen, es sind jetzt 28° statt 26° Nasenpfeilung um weniger Trimmblei zu brauchen. Die Streckung ohne Winglets ist mit 11 statt 10,5 etwas höher als beim alten Modell.
Die Endleiste hat jetzt keine Ecken mehr zwischen den Trapezen, sondern ist an den Übergängen gerundet. Der Tiefensprung zum Ruderanfang ist geblieben, die Giga-Flap wird zur Vermeidung des Ruderlängsspalt durch eine andere Lösung ersetzt.
Der Auslegungs-cA ist im Moment noch signifikant niedriger als beim ARES 2011, das werde ich im zweiten Durchlauf wahrscheinlich deutlich nach oben korrigieren.
Den Minimalrumpf als Hochstarthakenträger ohne Elektronikkomponenten der letzten ARES-Version werde ich auch jetzt wieder brauchen weil die Streckung und Pfeilung vergrößert werden, damit liegt der Schwerpunkt wieder deutlich hinter der Endleiste. In Coburg hat sich gezeigt dass man für einen sicheren Abwurf im steilen Winkel aber etwas "mehr Holz" und eine ergonomischere Form des Minimalrumpfs braucht als ich jetzt gebaut habe.
Hier einfach mal ein paar Screenshots des neuen Entwurfs, ich hoffe er gefällt nicht nur den ausgesprochenen Pfeilnurflügelfans
Gruß,
Uwe.