Hallo Fliegerkollegen!
Das "bis Morgen" im letzten Post muss man jetzt mal sehr relativ sehen!
Von Freitag nach der Arbeit bis Samstag morgens ca. um 10 war ich ziemlich am rotieren, damit der
Mandarin noch mit zum Treffen kommen kann.
Dabei habe ich sehr deutlich gemerkt, wieviel Routine mir fehlt im Umgang mit Harz und Matte...
Wie die Fläche zu reparieren ist war mir theoretisch klar, praktisch hats halt gedauert:
Alles durchdenken, vorbereiten, nochmal im Geiste, und erst dann das Harz anmischen, usw..., usw...
Vor allem wars eben der Zeitdruck, der verhindert hat mehr Fotos zu machen.
Daher diesmal etwas mehr Text:

- Beplankung an der Bruchstelle, Querruderausschnitt angezeichnet
- 001.JPG (85.69 KiB) 3156 mal betrachtet
Alles was noch über die Profilkontur übersteht wurde heruntergeschliffen.
Das Balsa ist ja eigentlich nur die "Füllung" zwischen der inneren und den 2 äusseren Lagen Glasmatte.
Die fehlenden Teile der Nasenleiste habe ich durch Kiefernleisten ersetzt, Fichte hatte ich leider nicht da...
Danach wurden Glasmatten abgestuft aufgelegt, erste Lage ca. 10 mm über die Stösse, zweite Lage ca. 20 - 25 mm überlappend.
Gepresst habe ich wie im Vorpost gezeigt mit Klammern, Zwingen und stapelweise Katalogen/Zeitschriften (nein, nicht DIE Zeitschriften...

),
nur mit dem Unterschied dass ich auf die jetzt aussen liegenden Gewebelagen zunächst 2 Lagen Backpapier gelegt habe,
um das Gewebe nur mit dem Holz und nicht mit den Katalogen zu verkleben.
Ausserdem wars schon fast Mitternacht, und um 7 Uhr morgens wollte ich doch eigentlich zum Treffen aufbrechen...
Daher wurde eine Temperkammer improvisiert!
Zwischen den Tischbeinen EPP- und Styroplatten stehend aufgestellt und mit Schränkchen oder Kisten gestützt,
um einen geschlossenen Raum mit der Tischplatte als Deckel zu erhalten, nur auf einer Seite eine öffnung mit ca. 30 x 30 cm offen gelassen.
Vor die öffnung den Industrieföhn auf Stufe 2 (zum Schläuche schrumpfen) platziert, Flügel rein und 2 Stunden laufen lassen.
In dieser Zeit wurden die anderen Flieger reisebereit gemacht.
Nach der Expressaushärtung (das Treffen im Hinterkopf!) sah die Fläche so aus:

- Einschlagstelle, recht profiltreu und sehr stabil. Gewebe 2x 80 g/qm
- 002.JPG (81.83 KiB) 3156 mal betrachtet

- Bruchstelle, fast profiltreu und auch stabil. 80g/qm + 49g/qm
- 003.JPG (82.3 KiB) 3156 mal betrachtet
An den weissen Stellen links oben sieht man das Depron durchschimmern, das Balsa ist hier sehr dünn geschliffen.
Und natürlich habe ich eine schöne Delle mit hineingepresst, hoffentlich schaut da keiner genau hin...
Danach wurde am Querruderausschnitt die noch fehlende Verkastung eingeklebt, alle reparierten Stellen geschliffen,
die Fläche mit Folie bespannt, das QR-Servo wieder eingesetzt, die Ruder nochmal angeschlagen und angelenkt, Störklappen freigeschnitten,
beide Flächen wie gehabt ausgewogen (Differenz links/rechts 2 g

) und alles wieder zusammengesteckt und getestet:
Das QR Servo rechts macht keinen Mucks und beim wieder auseinanderbauen zerbröselt der Stecker der rechten Störklappe...

Es bleibt einem nix erspart: QR Servo wieder raus, eine Lötstelle war schlecht, nachgelötet, geht!
Störklappenstecker mit kleinem Holzstreifen und Sekundenkleber fixiert, geht auch wieder!
10 Uhr morgens: Alles ins Auto packen, duschen, ein schneller Kaffee und ab zum TREFFEN!
Wer mich letztes Wochenende getroffen hat, weiss, was ich alles vergessen hatte (Schuhe, warme Jacke...DANKE Michel!)
Aber der Mandarin war zumindest dabei, auch wenn ich damit nicht geflogen bin!
Ein Handstart schien mir zu riskant, und den Flitschenhaken hatte ich nicht eingeschraubt, sondern zuhause liegen lassen...
