Formensatz Europhia 1

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christianka6cr
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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von christianka6cr » Mi 27. Mai 2015, 12:23

Kohleschlauch ist definitiv ein verzichtbares Detail. Die Stege müssen die Schubkräfte von Ober- zu Unterschale und zurück ableiten, das kann Glas für den Bruchteil des Preises ziemlich genausogut wie Kohle, ist aber halt nicht so cool. :P

Die Oberfläche war einfach eine Lage 49er Glas unter dem CFK und als Oberfläche dünn Klarlack in der Form.
Über den Stützstoff auch nochmal 49er Glas legen, fertig. Hartschale in Glas, also 2 Lagen von dem 220er, müsste sicher gehen, aber das bissl Balsa als 2. Wahl gekauft und bissl zusammengeschäftet ist so teuer nicht ;-)

Gruß Christian
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Koarl
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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von Koarl » Mi 27. Mai 2015, 12:44

Also würdest du als Alternative zum Kohleschlauch Glasschlauch den zwei mit Biax beschichteten Balsastegen als Ruder bzw Flächenverkastung vorziehen?

So wie ich das verstanden habe hast du die Form lackiert, leicht mit Tixo eingedicktes Harz eingebracht, trocken das 49er eingelegt, getränkt und das Biax ebenfalls trocken drauf. Stimmt das so?

Mit zwei Lagen 220er würde die Schale 1kg wiegen. Da käme man nach obiger Rechnung auf ein Gewicht zw 2, 5 und 3kg und einer Flächenbelastung von 40gr/dm2.

Oben hab ich mich übrigens verrechnet: das Laminat würde 1, 5kg wiegen, dann wäre das Gesamtgewicht um die 3kg und die Flächenbelastung bei 46gr.

Mit Hartschale wärs dann zwar kein Leichtgewicht, die Flächenbelastung aber nach meiner Einschätzung für den Einsatzzweck ok. Was sagt ihr dazu?

Klar ist Balsa auch nicht so teuer, mir würde halt Hartschale recht gut gefallen, da die Bauweise doch etwas robuster gegen Macken usw ist. Und irgendwie widerstrebt es mir auf einem Haufen Gewebe zu sitzen und dann doch neues Material kaufen. Könnte man nicht auch Abachi als Stützstoff nehmen? Davon hätte ich auch noch mehr als genug.

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christianka6cr
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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von christianka6cr » Mi 27. Mai 2015, 13:08

Ob Schlauch oder Gewebe ist völlig egal. Es muss irgendwas vorne und hinten auf dem Steg sein was in 45° liegt und die Schubkräfte ableiten kann.
Lackieren, 49er drauflegen, dünnflüssiges Harz mit einer Karte dünn verteilen. Alles ohne Thixo. Das Biax trocken auflegen war keine gute Idee, das geht sauber zugeschnitten auf einer Folie ebenfalls sparsam mit einer Karte getränkt und mit Küchenrolle abgetupft deutlich besser.

Zu deinen Stützstoffexperimenten weiß ich keinen Rat. Mach doch einfach mal ein Leitwerk in Abachi, eines in Balsa und eines in Harzschale zum befingern und wiegen bevor du eine komplette Fläche mit allen Einbauten für die Tonne produzierst.

Gruß Christian
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Koarl
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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von Koarl » Mi 27. Mai 2015, 13:16

Ok, danke. Da hab ich jetzt erstmal genug zum Denken. Was aber nicht heißen soll, dass keiner mehr Tips geben darf! ;-)

Zwecks dem Biax hab ich schon ein paar mal gelesen, dass es Probleme mit dem Entlüften gab wenn man's vorher tränkt und das hatte viele Pinholes zur Folge. Was hast du da bitte besser oder anders gemacht als die? Oder was haben die falsch gemacht bzw was kann man da falsch machen?

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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von Koarl » Mi 27. Mai 2015, 13:32

Achja, eine Frage noch:
Meint ihr meine Rechnung kommt in etwa so hin? Ich bin von den Angaben von HP- Textiles ausgegangen wo eine Lage 220er 388gr/ m2 wiegt bzw das 49er 86gr.

Wo kann man das errechnete Gesamtgewicht einordnen? Stabil gebauter Allrounder, Heavy- Duty für Normalsterbliche, Heavy- Duty nach Christian oder absolute Bleiente die nur an der Küste fliegt?

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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von TilmanBaumann » Mi 27. Mai 2015, 14:01

Koarl hat geschrieben: Zwecks dem Biax hab ich schon ein paar mal gelesen, dass es Probleme mit dem Entlüften gab wenn man's vorher tränkt und das hatte viele Pinholes zur Folge. Was hast du da bitte besser oder anders gemacht als die? Oder was haben die falsch gemacht bzw was kann man da falsch machen?
Wenn du eh Hartschale machst. Ist Vakuum Infusion eventuell eine Lösung? Wenn es funktioniert (anscheinend nicht so einfach) bleibt dann keine Luft drinnen.

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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von Goofy » Mi 27. Mai 2015, 14:23

Normalerweise kommt ja erst mal eine Lackschicht oder Gelcoat (bei Sichtbauweise dann eben Klarlack bzw. nicht eingefärbtes Gelcoat) . Darauf kommt das 49er . Will man auf Nummer sicher gehen, kann man für das 49er ein Harz mit kürzerer Tropfzeit verwenden, oder nach dem Einbringen des 49er eine Pause machen. Dann ist beim Absaugen dieses Harz schon etwas angeliert, und wird nicht mehr weggesaugt. Dann gibt es auch keine Pinholes.

Viele Grüße
Elmar
Zuletzt geändert von Goofy am Mi 27. Mai 2015, 14:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von christianka6cr » Mi 27. Mai 2015, 14:48

Genau so.
Mit Stützstoff lass ich meist leicht angelieren (einfach die 2. Seite so lange laminieren und das restliche Gewebe zuschneiden), bei Hartschale saug ich direkt ab, war bisher problemlos.

"Einfach mal schnell" Vakkuminfusion is nich, das ist ein gehöriger Aufwand. Lediglich der Tränkungsprozess an sich ist dann im Ideallfall, der aber nur selten eintritt, stressfrei.

Gruß Christian
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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von Udo » Mi 27. Mai 2015, 16:34

Koarl hat geschrieben:Danke Udo. Infos in der Richtung hab ich auch schon gefunden, aber nicht wirklich was zu meinen Fragen. Die Tabelle ist mir aber nicht unter gekommen, die ist super, danke! Das 220er ist halt bei der Bootsreparatur über geblieben und ist aber so wie es aussieht für den Modellbau nicht so wirklich geeignet und wird daher vergammeln. Schade drum.

Naja, vergammeln wirds nich, ich mein für'n Formenbau taugts auf jeden Fall! :mrgreen: Und immer kräftig einsuppen, Kohle säuft teilweise fürchterlich, ausserdem is Infusionsharz auch gut für die Rolle also zum Trockenlaminieren. Ich spreche so von Topfzeiten mit 3 bis 5 Stunden, allerdings wäre dann ein Vakuumanschluss in der Temperkammer von Vorteil. Bei Biax bleiben ja öfter mal an den Kreuzungspunkten hässliche Lufteinschlüsse. Da würde ich aber drüber stehen, bevor man auf die Idee kommt die aufzudremmeln und mit der Injektionsspritze nachfüllern.

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Re: Formensatz Europhia 1

Beitrag von Studi » Mi 27. Mai 2015, 18:40

HI

-Ich habe selber noch nie eine Hartschale in Glas versucht. Vom Gefühl her, dürfte diese mit zwei Lagen 220er etwas weich werden......

- 2,5Kg- 3kg Abfluggewicht für obigen Aufbau sind wohl seeeeeeeeehhhhhhhhhr optimistisch

-3,5-4kg für solche F3b Flugzeuge sind auch bei nicht Hammerbedingungen noch gut fliegbar

-Auf Klarlack würde ich bei Sichtkohle verzichten. Die Optik wird bei grosser Gewichtsersparnis nur minimal schlechter (mit Decklage sowieso)

-Für das Leitwerk würde ich eine 80er Aussenlage empfehlen. Mein letztes Leitwerk aus 49er Glas, Airex, 25er ist für den Allround-Einsatz etwas zu empfindlich im Handling

-220er kannst du gut für den vorderen Rumpfteil verwenden;)


Lg

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