Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

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AlterSchwede
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 29. Jun 2018, 16:38

Hier nun ein paar Bilder von meinem Baufortschritt:

Der angetackerte Beipackzettel zum Seitenleitwerk und die Umsetzung:
WP_20180629_11_35_59_Pro.jpg
WP_20180629_11_37_37_Pro.jpg
Wenn ich es richtig verstanden haben, ist die Wölbung und die Anleinkung für mich als Rechtshändler so richtig.
Nur wenn das alles so stimmt, hätte man das Ruder doch an der anderen Seite anschlagen können, für einen größeren Hebel und präziseres ansteuern...
Das bedeutet für die 15mm Ausschlag nach links-rechts, gerade mal 2mm Weg vor-zurück am Ruderhorn.
Damit nutze ich selbst wenn ich das innerste Loch im Servohebel nutze, nicht einmal die Hälfte der möglichen Servoausschläge...

Der am Ausleger angeklebte und mit Zahnseide gesicherte Pylon:
WP_20180629_11_38_25_Pro.jpg
Das Seitenleitwerk habe ich beidseitig mit einem Stück Carbon gesichert, nich mit Glasgewebe wie in der Anleitung beschrieben,
da es übrig geblieben ist und das Glasgewebe mir zu viele Fäden verloren und gezogen hat.
Das wäre sonst vermutlich mit meiner Erfahrung und dem Talent beim Umgang mit Klebstoffen eine unschöne Sauerei geworden.

Hier nun noch die Tragläche, mit den CFK-Rauten und den 25mm-Glas-Leinwand-Gewebe oben und unten.
WP_20180629_11_59_27_Pro.jpg
WP_20180629_11_59_40_Pro.jpg
Das Glasgewebe war dünner als erwartet und nach dem kleben auch flacher als die CFK-Rauten.
Ich habe alles ein wenig mit feinem Schleifpapier nachgeschliffen, um die Übergänge weicher zu gestalten, dadurch ist alles auch ein wenig dreckig geworden.
Im Vergleich zu dem was andere hier so bauen, sieht das natürlich ziemlich stümperhaft aus, aber ich finde es fürs erste mal und ohne irgendwelches Profi-Equipment recht gut gelungen und bin zuversichtlich das es auch sehr stabil ist.

Im Moment baue ich gerad ein Servobrett auch einer CFK-Platte, ich werde also auch nicht das mitgelieferte Holz dafür verwenden.
Die Bohrungen hinten im Rumpf für die CFK-Schubstangen habe ich auch schon eingearbeiten und die Kabinenhabe mit einer GFK-Stange versehen. Da bin ich auch von der Anleitung abgewichen und habe nicht die 0,8mm-Klaviersaite dafür verwendet.
Jetz noch die Querrudergestänge und Servohebel anpassen, Servos einbauen, Kabel durchfädeln, Stecker anlöten und im Rumpf noch den Durchbruch für den Stecker ausarbeiten, Servobrett einkleben und die Anlenkungen herstellen, Empfänger platzieren, auswiegen für den Schwerpunkt und einen passenden 2S-Lipo mit dem nötigen Gewicht bestellen.

Kann sich also nurnoch um Wochen handeln...
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 6. Jul 2018, 16:28

Wo bzw. wie wird der Schwerpunkt gemessen?
Von der Tragflächenspitze mittig überm Rumpf oder direkt neben dem Rumpf?
Sonst müsste ich mir den Schwerpunkt vorm Tragfläche anschrauben anzeichnen, da die Tragfläche leicht gepfeilt ist, wenn ich ihn auf die EWD-Waage stelle.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Sa 7. Jul 2018, 19:15

Ich habe da noch eine Frage:

Wie befestige ich am besten die Servos an der Tragfläche?

Ich möchte die nicht unbedingt mit 2K-Kleber einleben, falls ich die, warum auch immer, mal wieder ausbauen muss.
Nicht das ich dabei die Tragfläche in diesen Bereichen zerstöre, trotzdem sollen sie halten ohne sich ggf. im Flug zu lösen...
Gibt es da Tipps und Erfahrungen wie man das Problem am besten löst?

MfG
Norman
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » So 8. Jul 2018, 20:56

AlterSchwede hat geschrieben:
Sa 7. Jul 2018, 19:15
Wie befestige ich am besten die Servos an der Tragfläche?
Hallo Norman,
dazu verwendet man entweder Servorahmen, die kann man auch aus Sperrholz selber aussägen, oder man schrumpft die Servos in Schrumpfschlauch ein und klebt diesen mit Mumpe in die Tragfläche. Wenn man dann ein Servo tauschen muss schneidet man den Schrumpfschlauch auf, zieht den alten Schrumpfschlauch raus und klebt das neue Servo mit neuem Schrumpfschlauch in das alte Mumpe-Bett.
Den Schwerpunkt misst man überlicherweise an der Rumpfwand, aber eigentlich ist es egal weil das bisschen Pfeilung eines Leitwerkers beim Trimmblei weniger Unterschied ausmacht als man beim einstellen des Modells erfliegt, geschätzt vielleicht 1 Gramm.

Gruß,

Uwe.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Mo 16. Jul 2018, 17:17

Es ist vollbracht, er ist fertig und die ersten paar male eigenständig durch die Luft geglitten.

Für die Servos in den Flächen, hätte ich auch die andere Servos mit den senkrechten Befestigungslaschen bestellen können, denn hätte ich mir eine Art Rahmen einkleben und die Servos so daran festschrauben können, aber nun ist zu spät.

Nach Fertigstellung und Schwerpunkt auswiegen, bringt der kleine 337g auf die Waage.
Obwohl die Gesamtlänge schon 1cm kürzer ist als angegeben, musste neben den 50g schweren 2S-LiPo noch etwas Gewicht in Form von Harz und einer Stahlkugel in die Nase.
Dabei sind schon die relativ schweren KST-Servos alle vor dem Schwerpunkt eingebaut.
Ich frag mich wie man da auf das angegebene Abfluggewicht von ab 280g kommen soll, das wird m.M.n. niemal was, ohne den Schwerpunkt an der Endleiste zu haben...
Darum haben die meisten im Internet bestimmt auch alle um die 330g als Abfluggewicht angegeben.

Nach den ersten Drehwürfen musste ich dann noch feststellen, das die in der Anleitung angegeben Position des Wurfröhrchens nicht so optimal und Fingerzwischenraumfeindlich ist.
Man hätte diesen weiter nach hinten außen versetzen müssen, da so die äußere Tragflächenecke zu einem einschneidenden Erlebnis wird...
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von Reennie » Do 19. Jul 2018, 10:23

Meine Long Shot 4 wird heute eintreffen. Hab mich dieses Drahtchen durchgelesen und wird mich die Aufbau noch mal gut durchdenken. Ich hab TGY D56MG servo's gedacht und denke an einen kleine 300mAh LiPo batterie. Mit diese leichte Teile denke ich das ich das Hintenrohr vielleicht etwas kürzen muss und auf jedenfall das Heck so leicht wie möglich abarbeiten ausführen muss. Der Long Shot wird meine alte Binary V2 900mm ersetzen. Dies ist ziemlich leicht ausgefallen, möchte die Long Shot gleichweise leicht aufbauen.

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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Di 24. Jul 2018, 16:10

Hallo

Nun habe auch ich es zum ersten mal geschafft und ein Flieger etwas demoliert.
Nach kurzen Trimmkorrekturen und ein damit verbundenes Missgeschick, ohne anschließende optische Ruderkontrolle,
endete ein Schleuderstart wenige Meter vor mir mit einer halben Stecklandung, zum stecken bleiben war nur leider der Boden zu hart...

Die Rumpfkeule ist ab dem Bereich der Kabinenhaube bis zum Anfang der Tragfläche zerbröselt und gerissen.
Einen neuen Rumpf habe ich mir schon bestellt, da die Reparatur dieser Puzzleteile in meinen Augen keinen Sinn macht.
Der Rumpf ist schon so eng, da drin jetzt noch was einkleben und flicken, macht ihn noch enger, wenn man es denn darin überhaupt hingefummelt bekommt.

Nun dachte ich daran die Reste des alten Rumpfes vor dem Heckausleger abzuschneiden und den eingeklebten Rest aus dem Heckrohr zu entfernen.
Nur bin ich mir da nicht ganz sicher, ob mir das überhaupt gelingen wird, ohne das Rohr dabei zu beschädigen.
Gibt es Tipps wie man das am besten hinbekommt oder ganz andere Reparaturmöglichkeiten?

MfG
Norman
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Di 24. Jul 2018, 22:48

AlterSchwede hat geschrieben:
Di 24. Jul 2018, 16:10
Nun dachte ich daran die Reste des alten Rumpfes vor dem Heckausleger abzuschneiden und den eingeklebten Rest aus dem Heckrohr zu entfernen.
Nur bin ich mir da nicht ganz sicher, ob mir das überhaupt gelingen wird, ohne das Rohr dabei zu beschädigen.
Gibt es Tipps wie man das am besten hinbekommt oder ganz andere Reparaturmöglichkeiten?

Hallo Norman,
wenn Du einen Dremel mit Fräser hast geht das mit etwas Geduld und Gefühl recht einfach. Die Kleberschicht zwischen Heckauslegerrohr und Rohraufnahme im Rumpfkopf hat eine andere Konsistenz als die verklebten Materialien und zeigt Dir als eine Art Kontrollschicht wie viel Du abfräsen kannst ohne das Rohr zu beschädigen, einfach nur alles bis zur Kleberschicht weg fräsen.
Ohne Dremel wirds schwierig....

Gruß,

Uwe.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Sa 11. Aug 2018, 10:55

Hallo

Ich habe es diese Woche endlich geschafft die Rumpfrest aus dem Auslegen zu schleifen.
Ich habe es ähnlich gemacht wie Uwe beschrieben, nur das ich mit meinem Dremel nicht tief genug hinein kam, da der Rumpf ca. 65mm tief eingeklebt wurde.

Als Hilfsmittel habe ich mir aus 20mm Alu-Rundmaterial auf der einen Seite einen Absatz gedreht, um ihn in den Akkuschrauber einspannen zu können
und auf der anderen Seite einen Konus mit dem Winkel von Rumpf und Ausleger, abzüglich des Durchmessers von Schleifpapier samt doppelseitigem Klebeband.
Dann einfach ein passend zu Umfang zugeschnittenes Stück Schleifpapier aufgeklebt und mit dem Akkuschrauber vorsichtig immer tiefer den Ausleger ausgeschliffen, bis der neu Rumpf perfekt hinein passte.
Man muss nur extrem vorsichtig sein, da der Ausleger sehr dünnwandig und weich ist.

Nun kann ich mich bei machen und das Servobrett wieder an die richtige Stelle passend zu alten Anlenkung einkleben.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 17. Aug 2018, 06:09

Moin

Gestern war der zweite Erstflug bei fast perfektem Wetter, an einem Flachlandhang und böigem Wind.
Ich muss sagen, er fliegt garnicht mal so schlecht, von sehr langsam bis zügig geht alles.
Nach ein paar Trimkorrekturen und einer leichten Schwerpunktverschiebung nach hinten, flog er tadellos, auch wenn er manchmal nur der Spielball des Windes war.

Ich hätte nich gedacht, das er so wendig ist und man die kleinsten Aufwinde mitnehmen kann und diese auch so deutlich anzeigt.
Teilweise kann man sogar ohne Klappen in der Luft stehen und einfach wie mit einem Fahrstuhl nach oben steigen.

Was mich noch beschäftigt:

Macht es Sinn die Spalten in den Flächen oben mit Spaltband abzudecken oder hat der Klebestreifen bei der Fläche und dem relativ kleinen Modell eher negative Auswirkungen?

Und kann man zum Seitenruder das jeweils Kurveninnere Querruder etwas mit nach unten mischen, um dessen absacken etwas zu minimieren?

MfG
Norman
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Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von Koarl » Fr 17. Aug 2018, 08:42

AlterSchwede hat geschrieben:
Was mich noch beschäftigt:

Macht es Sinn die Spalten in den Flächen oben mit Spaltband abzudecken oder hat der Klebestreifen bei der Fläche und dem relativ kleinen Modell eher negative Auswirkungen?

Norman
Probier es doch einfach aus! Ein Streifen Klebeband ist nicht der Aufwand und passieren kann auch nichts. In der Zeit in der du die Frage getippt hast, hättest du auch den Streifen Tape angebracht.
AlterSchwede hat geschrieben:
Und kann man zum Seitenruder das jeweils Kurveninnere Querruder etwas mit nach unten mischen, um dessen absacken etwas zu minimieren?

MfG
Norman
Braucht man eigentlich nicht. Normalerweise wir mit Quer dagegengehalten.

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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 17. Aug 2018, 15:20

Kann ja sein das dieses Spaltabdeckband die Aerodynamik eher negativ beeinflusst, da die Flächen so dünn und verhältnismäßig klein sind und der Spalt garnichts aus macht.
Erst etwas raufkleben, um es ggf. wieder abzureißen wollt ich nicht, vorallem nicht, falls es auf der GFK-Oberfläche stark hapftet.

Bisher musste ich wenn dann mit den Querrudern gegen halten, nur dann "entwölbe" ich die kurvenäußere Fläche wenn das Querruder nach oben klappt und es geht doch in diesem Moment so theoretisch ein Teil des Gesamtauftrieb verloren oder irre ich mich?
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Fr 17. Aug 2018, 15:45

AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 15:20
Bisher musste ich wenn dann mit den Querrudern gegen halten, nur dann "entwölbe" ich die kurvenäußere Fläche wenn das Querruder nach oben klappt und es geht doch in diesem Moment so theoretisch ein Teil des Gesamtauftrieb verloren oder irre ich mich?
Die Entwölbung der kurvenäußeren Fläche ist dabei aber auch mit einer Widerstandsverminderung der kurvenäußeren Fläche verbunden, die im Kreis schneller fliegen muss als die kurveninnere Fläche und das ist sinnrichtig. Der Auftrieb wird in der Schräglage eh mit dem Anstellwinkel der Fläche durch ziehen bestimmt, nicht durch die Profilwölbung irgend eines Flächenteils.
Insgesamt sind die Kopplungen der Bewegungsrichtungen des Flugzeugs und die jeweiligen Ruderstellungen dazu nicht ganz einfach zu durchblicken, aber beim fliegen mit zunehmender Übung recht gut mit dem Knüppel "zu spüren".

Wenn Du fliegen lernen willst, dann stütze manuell wie von Carlos beschrieben und wie Du es bisher gemacht hast.
Wenn es Dir nur ums zuguggen beim gesteuerten Freiflug geht, dann kannst Du viele Mischer einsetzen, z.B. auch einseitig Quer auf Seite. Dann aber konsequenterweise auch Seite auf Quer (Combimix) und Motor an auf Saufen :mrgreen:

Bei dem sehr leichten Flieger würde ich aufs Spaltabdeckband verzichten, bis die dicke Grenzschicht merkt dass da hinten am Ruderanfang ein Spalt ist fällt sie schon die Endleiste runter ;-)

Gruß,

Uwe.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 17. Aug 2018, 19:36

UweH hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 15:45
Insgesamt sind die Kopplungen der Bewegungsrichtungen des Flugzeugs und die jeweiligen Ruderstellungen dazu nicht ganz einfach zu durchblicken
Also war wie befürchtet, meine Theorie zu theoretisch...
UweH hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 15:45
Bei dem sehr leichten Flieger würde ich aufs Spaltabdeckband verzichten, bis die dicke Grenzschicht merkt dass da hinten am Ruderanfang ein Spalt ist fällt sie schon die Endleiste runter ;-)
Das meinte ich, also macht es keinen Unterschied oder Sinn, ob mit oder ohne, denn kann man sich das nämlich sparen, danke.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Do 13. Sep 2018, 21:23

Moin.

Hier sind doch einige Experten, die sich gut mit Tragflächenprofilen auskennen, Polare und was ich nicht alles lesen und deuten können.
Der Long Shot soll laut Herstellerseite ein AG44-Profil haben, in der Bauanleitung steht AG 45xx ct.
Im Internet finde ich nicht recht viel zu dazu und wenn, dann kann ich mit den Informationen nichts anfangen.

Kann mir jemand etwas näheres zum Profil sagen, die Eigenschaften wie Geschwindigkeitsbereich, Flächenbelastungen, Verwölbung und deren Auswirkungen und Zusammenhänge unter und miteinander?

MfG
Norman
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Do 13. Sep 2018, 23:20

AlterSchwede hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 21:23
Kann mir jemand etwas näheres zum Profil sagen, die Eigenschaften wie Geschwindigkeitsbereich, Flächenbelastungen, Verwölbung und deren Auswirkungen und Zusammenhänge unter und miteinander?
Hallo Norman, die AG40-Serie wurde von Prof. Mark Drela für kleine Re-Zahlen als Gruppen von zueinander passenden Strakprofilen entworfen.
Sie sind vor allem für leichte Segler wie F3J (dickere Profile der Serie) und kleine Segler wie DLGs (dünnere Profile der Serie) geeignet.
Die Philosophie dabei ist geringe Wölbung und Dicke bei niedriger Flächenbelastung zu verwenden, um gute Thermikleistung mit guter Schnellflugleistung und Penetration zu verbinden...im Gegensatz zu Thermikbojen, die mit großer Profilwölbung auch mit viel Gewicht gute Sinkleistung, aber gegen stärkeren Wind einen Gleitwinkel von 1 zu Backstein haben.
Das heißt man sollte die Modelle mit diesen Profilen relativ leicht bauen und relativ schnell und dynamisch fliegen um die Profile weitestgehend im beabsichtigen Arbeitspunkt zu betreiben. Die Wölbklappenwirkung ist gut, wie viel man setzt muss man erfliegen.
Ich habe lange den F3J-ler Super Starlight (SSL) mit AG4x-Strak geflogen und der ist einer der dynamischsten F3J für den Alltagsbetrieb, für den F3J-Wettbewerb hat sich die Entwicklung der letzten Jahre mehr zu größeren, extrem leichten Modellen mit dafür passenderen Profilen verschoben.
Bei den DLG´s hat gibt es auch neuere Profile, die aber der selben Auslegungsrichtung folgen und im Detail verbessert sind.

Gruß,

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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 14. Sep 2018, 04:18

Aha, ok danke.

Das diese für geringe Flächenbelastungen sind habe ich mir schon fast gedacht.
Bisher bin ich davon ausgegangen, das diese Profile auch sehr langsam geflogen werden kann, aber bedingt durch den Schleuderstart von DLG's auch für hohe Geschwindigkeiten mit geringen Widerstand geeignet sind.

Demnach schlussfolgere ich, das Flieger mit diesem Profil relativ leicht sein und nicht zu langsam durch die Luft bewegt werden sollten?
Gibt es Werte für die Flächenbelatung, wo man sagen kann, bei einer Spannweite von X liegt die Belastung im Idealfall von Y bis Z ?
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Fr 14. Sep 2018, 17:13

AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 14. Sep 2018, 04:18
Demnach schlussfolgere ich, das Flieger mit diesem Profil relativ leicht sein und nicht zu langsam durch die Luft bewegt werden sollten?
Das trifft es nicht ganz. Die Profile sind so gestaltet dass sie auch bei kleinen Re-Zahlen noch widerstandsarm und gutmütig funktionieren.
Kleine Re-Zahlen hat man bei den niedrigen Fluggeschwindigkeiten leichter Modelle und/oder bei den kleinen Flügeltiefen kleiner oder hoch gestreckter Modelle. Das bedingt aber relativ geringe Profildicken und kleine Profilwölbung. Will man damit sehr langsam fliegen, dann muss man leicht bauen weil die Profile bei dem hohen Auftrieb der für schwere Modelle notwendig ist nicht sehr gut funktionieren. Mit fleißigem Wölbklappeneinsatz kann man den Nachteil aber gut relativieren.
Für Modelle die schwer sind gibt es bessere Profile als die AG4x, aber sie funktionieren auch da.
Mit mehr Gewicht wird der Flieger schneller, also höhere Re-Zahl, hat besseres Gleiten, aber das geringste Sinken wird schlechter.
Profile die an die höhere Re-Zahl angepasst sind können das aber besser verkraften als die Drela-Profile für kleine Re.
AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 14. Sep 2018, 04:18
Gibt es Werte für die Flächenbelatung, wo man sagen kann, bei einer Spannweite von X liegt die Belastung im Idealfall von Y bis Z ?
Nein, denn außer Spannweite und Flächenbelastung sind noch viel mehr Parameter wichtig für die richtige Profilauswahl, z.B. Streckung, Bauweise, Baugenauigkeit, Rumpfeinfluß, gewünschter Einsatzzweck, Wölbklappen ja/nein usw. usw. Wenn man das Lastenheft eines Flugzeugs auf wenige Parameter reduziert kann man die Frage nach einer Optimierung nicht mehr ausreichend genau beantworten.
Faustformeln sind da noch mal was anderes, aber dafür muss man sich die Re-Zahl ausrechnen.
Die AG4x würde ich für Normalflug-Re-Zahlen zwischen 60 0000 und 200 000 als sehr gut einsetzbar einschätzen, aber auch in dieser Spanne muss man genauer hinschauen um das richtige Profil aus den Serien an der dafür passenden Stelle des Flügels einzubauen.
Eine gute Alternative dazu ist es für den Normalpiloten irgend eines dieser sehr guten Profile einzubauen und damit fliegen zu gehen ohne sich groß Gedanken über Optimalität zu machen, statt dessen aber mehr fliegen zu üben um eventuelle Leistungsverluste durch besseres Flugkönnen auszugleichen. Der Pilot macht bei weitem den größten Teil der Gesamtflugleistung aus :P ;-)

Gruß,

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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 14. Sep 2018, 19:31

Hoch interessant.
Immerwieder beeindruckend dieses Wissen.
Hatte mich mal versucht mit Re-Zahlen und dem ganzen komplexem Thema zu beschäftigen, aber hab es dann sein gelassen, zu umfangreich wie du schon sagtest.

Fällt dir auch was zu den AG2x-Profilen ein?
Solche einen Strak soll meine Mandarin haben, dieser kann von meiner Erfahrung her sehr langsam fliegen und mag gefühlt keine hohen Geschwindigkeiten, was aber auch die gesamte Konstruktion nicht wirklich zulässt...
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Sa 15. Sep 2018, 11:21

AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 14. Sep 2018, 19:31
Fällt dir auch was zu den AG2x-Profilen ein?
Sorry, leider nein, mit der Profilreihe habe ich mich noch nicht beschäftigt und auch noch nicht selbst geflogen.

Gruß,

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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » So 16. Sep 2018, 12:25

Hier ist übrigens die Datenbank mit den AG- und HT-Profilen von Mark Drela mit einem kurzen Hinweis zum empfohlenen Strak mehrerer Profile und Einsatzzweck: http://www.charlesriverrc.org/articles/ ... rfoils.htm

.....und hier eine Datenbank mit sehr vielen Profilen, allerdings hatte ich dort auch schon fehlerhafte oder falsche *.dat-Dateien, vor der Verwendung der Profile von dort sollte man also irgendwo gegenchecken ob man tatsächlich das richtige Profil heruntergeladen hat: http://airfoiltools.com/airfoil

Gruß,

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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Sa 29. Dez 2018, 10:13

UweH hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 23:20
Hallo Norman, die AG40-Serie wurde von Prof. Mark Drela für kleine Re-Zahlen als Gruppen von zueinander passenden Strakprofilen entworfen.
...
Das heißt man sollte die Modelle mit diesen Profilen relativ leicht bauen und relativ schnell und dynamisch fliegen um die Profile weitestgehend im beabsichtigen Arbeitspunkt zu betreiben.
Ich habe gestern mal versucht "relativ schnell und dynamisch" zu fliegen, aber aus meiner Sicht ist da nicht viel zu machen.
Nach dem Wetterbericht hatten wir Windgeschwindigkeiten um die 20Kmh, womit ich mehr oder weniger am "Hang" in der Luft stehen konnte und das finde ich nicht gerade schnell.
Für die achtachtel Bewölkung ging es teilweise sehr gut rauf und das noch vor dem Hang in der ebene, was ich auch nicht ganz verstehe...
Die so gewonnene Höhe konnte ich dann in Geschwindigkeit umsetzen, anders bekomm ich keine Dynamik rein, diese verpufft dann aber auch relativ schnell und man ist wieder langsam und undynamisch, egal ob Klappen/Querruder im Strak oder hoch.
Schnell geht wirklich nur im Sturzflug.

Anbei ein Bild vom "Hang" hier im Flachland:
Hang.jpg
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