Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

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Koarl
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Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von Koarl » Fr 17. Aug 2018, 08:42

AlterSchwede hat geschrieben:
Was mich noch beschäftigt:

Macht es Sinn die Spalten in den Flächen oben mit Spaltband abzudecken oder hat der Klebestreifen bei der Fläche und dem relativ kleinen Modell eher negative Auswirkungen?

Norman
Probier es doch einfach aus! Ein Streifen Klebeband ist nicht der Aufwand und passieren kann auch nichts. In der Zeit in der du die Frage getippt hast, hättest du auch den Streifen Tape angebracht.
AlterSchwede hat geschrieben:
Und kann man zum Seitenruder das jeweils Kurveninnere Querruder etwas mit nach unten mischen, um dessen absacken etwas zu minimieren?

MfG
Norman
Braucht man eigentlich nicht. Normalerweise wir mit Quer dagegengehalten.

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AlterSchwede
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 17. Aug 2018, 15:20

Kann ja sein das dieses Spaltabdeckband die Aerodynamik eher negativ beeinflusst, da die Flächen so dünn und verhältnismäßig klein sind und der Spalt garnichts aus macht.
Erst etwas raufkleben, um es ggf. wieder abzureißen wollt ich nicht, vorallem nicht, falls es auf der GFK-Oberfläche stark hapftet.

Bisher musste ich wenn dann mit den Querrudern gegen halten, nur dann "entwölbe" ich die kurvenäußere Fläche wenn das Querruder nach oben klappt und es geht doch in diesem Moment so theoretisch ein Teil des Gesamtauftrieb verloren oder irre ich mich?
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UweH
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Fr 17. Aug 2018, 15:45

AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 15:20
Bisher musste ich wenn dann mit den Querrudern gegen halten, nur dann "entwölbe" ich die kurvenäußere Fläche wenn das Querruder nach oben klappt und es geht doch in diesem Moment so theoretisch ein Teil des Gesamtauftrieb verloren oder irre ich mich?
Die Entwölbung der kurvenäußeren Fläche ist dabei aber auch mit einer Widerstandsverminderung der kurvenäußeren Fläche verbunden, die im Kreis schneller fliegen muss als die kurveninnere Fläche und das ist sinnrichtig. Der Auftrieb wird in der Schräglage eh mit dem Anstellwinkel der Fläche durch ziehen bestimmt, nicht durch die Profilwölbung irgend eines Flächenteils.
Insgesamt sind die Kopplungen der Bewegungsrichtungen des Flugzeugs und die jeweiligen Ruderstellungen dazu nicht ganz einfach zu durchblicken, aber beim fliegen mit zunehmender Übung recht gut mit dem Knüppel "zu spüren".

Wenn Du fliegen lernen willst, dann stütze manuell wie von Carlos beschrieben und wie Du es bisher gemacht hast.
Wenn es Dir nur ums zuguggen beim gesteuerten Freiflug geht, dann kannst Du viele Mischer einsetzen, z.B. auch einseitig Quer auf Seite. Dann aber konsequenterweise auch Seite auf Quer (Combimix) und Motor an auf Saufen :mrgreen:

Bei dem sehr leichten Flieger würde ich aufs Spaltabdeckband verzichten, bis die dicke Grenzschicht merkt dass da hinten am Ruderanfang ein Spalt ist fällt sie schon die Endleiste runter ;-)

Gruß,

Uwe.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 17. Aug 2018, 19:36

UweH hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 15:45
Insgesamt sind die Kopplungen der Bewegungsrichtungen des Flugzeugs und die jeweiligen Ruderstellungen dazu nicht ganz einfach zu durchblicken
Also war wie befürchtet, meine Theorie zu theoretisch...
UweH hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 15:45
Bei dem sehr leichten Flieger würde ich aufs Spaltabdeckband verzichten, bis die dicke Grenzschicht merkt dass da hinten am Ruderanfang ein Spalt ist fällt sie schon die Endleiste runter ;-)
Das meinte ich, also macht es keinen Unterschied oder Sinn, ob mit oder ohne, denn kann man sich das nämlich sparen, danke.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Do 13. Sep 2018, 21:23

Moin.

Hier sind doch einige Experten, die sich gut mit Tragflächenprofilen auskennen, Polare und was ich nicht alles lesen und deuten können.
Der Long Shot soll laut Herstellerseite ein AG44-Profil haben, in der Bauanleitung steht AG 45xx ct.
Im Internet finde ich nicht recht viel zu dazu und wenn, dann kann ich mit den Informationen nichts anfangen.

Kann mir jemand etwas näheres zum Profil sagen, die Eigenschaften wie Geschwindigkeitsbereich, Flächenbelastungen, Verwölbung und deren Auswirkungen und Zusammenhänge unter und miteinander?

MfG
Norman
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Do 13. Sep 2018, 23:20

AlterSchwede hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 21:23
Kann mir jemand etwas näheres zum Profil sagen, die Eigenschaften wie Geschwindigkeitsbereich, Flächenbelastungen, Verwölbung und deren Auswirkungen und Zusammenhänge unter und miteinander?
Hallo Norman, die AG40-Serie wurde von Prof. Mark Drela für kleine Re-Zahlen als Gruppen von zueinander passenden Strakprofilen entworfen.
Sie sind vor allem für leichte Segler wie F3J (dickere Profile der Serie) und kleine Segler wie DLGs (dünnere Profile der Serie) geeignet.
Die Philosophie dabei ist geringe Wölbung und Dicke bei niedriger Flächenbelastung zu verwenden, um gute Thermikleistung mit guter Schnellflugleistung und Penetration zu verbinden...im Gegensatz zu Thermikbojen, die mit großer Profilwölbung auch mit viel Gewicht gute Sinkleistung, aber gegen stärkeren Wind einen Gleitwinkel von 1 zu Backstein haben.
Das heißt man sollte die Modelle mit diesen Profilen relativ leicht bauen und relativ schnell und dynamisch fliegen um die Profile weitestgehend im beabsichtigen Arbeitspunkt zu betreiben. Die Wölbklappenwirkung ist gut, wie viel man setzt muss man erfliegen.
Ich habe lange den F3J-ler Super Starlight (SSL) mit AG4x-Strak geflogen und der ist einer der dynamischsten F3J für den Alltagsbetrieb, für den F3J-Wettbewerb hat sich die Entwicklung der letzten Jahre mehr zu größeren, extrem leichten Modellen mit dafür passenderen Profilen verschoben.
Bei den DLG´s hat gibt es auch neuere Profile, die aber der selben Auslegungsrichtung folgen und im Detail verbessert sind.

Gruß,

Uwe.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 14. Sep 2018, 04:18

Aha, ok danke.

Das diese für geringe Flächenbelastungen sind habe ich mir schon fast gedacht.
Bisher bin ich davon ausgegangen, das diese Profile auch sehr langsam geflogen werden kann, aber bedingt durch den Schleuderstart von DLG's auch für hohe Geschwindigkeiten mit geringen Widerstand geeignet sind.

Demnach schlussfolgere ich, das Flieger mit diesem Profil relativ leicht sein und nicht zu langsam durch die Luft bewegt werden sollten?
Gibt es Werte für die Flächenbelatung, wo man sagen kann, bei einer Spannweite von X liegt die Belastung im Idealfall von Y bis Z ?
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Fr 14. Sep 2018, 17:13

AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 14. Sep 2018, 04:18
Demnach schlussfolgere ich, das Flieger mit diesem Profil relativ leicht sein und nicht zu langsam durch die Luft bewegt werden sollten?
Das trifft es nicht ganz. Die Profile sind so gestaltet dass sie auch bei kleinen Re-Zahlen noch widerstandsarm und gutmütig funktionieren.
Kleine Re-Zahlen hat man bei den niedrigen Fluggeschwindigkeiten leichter Modelle und/oder bei den kleinen Flügeltiefen kleiner oder hoch gestreckter Modelle. Das bedingt aber relativ geringe Profildicken und kleine Profilwölbung. Will man damit sehr langsam fliegen, dann muss man leicht bauen weil die Profile bei dem hohen Auftrieb der für schwere Modelle notwendig ist nicht sehr gut funktionieren. Mit fleißigem Wölbklappeneinsatz kann man den Nachteil aber gut relativieren.
Für Modelle die schwer sind gibt es bessere Profile als die AG4x, aber sie funktionieren auch da.
Mit mehr Gewicht wird der Flieger schneller, also höhere Re-Zahl, hat besseres Gleiten, aber das geringste Sinken wird schlechter.
Profile die an die höhere Re-Zahl angepasst sind können das aber besser verkraften als die Drela-Profile für kleine Re.
AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 14. Sep 2018, 04:18
Gibt es Werte für die Flächenbelatung, wo man sagen kann, bei einer Spannweite von X liegt die Belastung im Idealfall von Y bis Z ?
Nein, denn außer Spannweite und Flächenbelastung sind noch viel mehr Parameter wichtig für die richtige Profilauswahl, z.B. Streckung, Bauweise, Baugenauigkeit, Rumpfeinfluß, gewünschter Einsatzzweck, Wölbklappen ja/nein usw. usw. Wenn man das Lastenheft eines Flugzeugs auf wenige Parameter reduziert kann man die Frage nach einer Optimierung nicht mehr ausreichend genau beantworten.
Faustformeln sind da noch mal was anderes, aber dafür muss man sich die Re-Zahl ausrechnen.
Die AG4x würde ich für Normalflug-Re-Zahlen zwischen 60 0000 und 200 000 als sehr gut einsetzbar einschätzen, aber auch in dieser Spanne muss man genauer hinschauen um das richtige Profil aus den Serien an der dafür passenden Stelle des Flügels einzubauen.
Eine gute Alternative dazu ist es für den Normalpiloten irgend eines dieser sehr guten Profile einzubauen und damit fliegen zu gehen ohne sich groß Gedanken über Optimalität zu machen, statt dessen aber mehr fliegen zu üben um eventuelle Leistungsverluste durch besseres Flugkönnen auszugleichen. Der Pilot macht bei weitem den größten Teil der Gesamtflugleistung aus :P ;-)

Gruß,

Uwe.
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von AlterSchwede » Fr 14. Sep 2018, 19:31

Hoch interessant.
Immerwieder beeindruckend dieses Wissen.
Hatte mich mal versucht mit Re-Zahlen und dem ganzen komplexem Thema zu beschäftigen, aber hab es dann sein gelassen, zu umfangreich wie du schon sagtest.

Fällt dir auch was zu den AG2x-Profilen ein?
Solche einen Strak soll meine Mandarin haben, dieser kann von meiner Erfahrung her sehr langsam fliegen und mag gefühlt keine hohen Geschwindigkeiten, was aber auch die gesamte Konstruktion nicht wirklich zulässt...
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Re: Horejsi Long Shot 4 Tipps und Erfahrungen?

Beitrag von UweH » Sa 15. Sep 2018, 11:21

AlterSchwede hat geschrieben:
Fr 14. Sep 2018, 19:31
Fällt dir auch was zu den AG2x-Profilen ein?
Sorry, leider nein, mit der Profilreihe habe ich mich noch nicht beschäftigt und auch noch nicht selbst geflogen.

Gruß,

Uwe.
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