Reparatur von Gelcoat

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Balthasar
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Reparatur von Gelcoat

Beitrag von Balthasar » Do 27. Sep 2018, 09:44

Hallo Gemeinde!
Ich habe eine ASH26 mit einem sehr schönen Gelcoat-beschichtetem Rumpf. Jedenfalls war er mal sehr schön, jetzt ist er nur noch schön :?
Es war mein erster Segler in der 4m Klasse und ich habe ihm schon etwas härter zugesetzt.
Im Gelcoat gibt es jetzt an der einen oder anderen Stelle die typischen Haarrisse. Die Haltbarkeit des Rumpfes ist wohl nirgendwo eingeschränkt, aber die Oberfläche sieht auf den zweiten Blick an einigen Stellen unschön aus. Daher trage ich mich langsam mit dem Gedanken wie man das wohl reparieren kann ...

Ich habe noch nie mit Gelcoat gearbeitet. Habt Ihr da einen Tip für mich? Lässt sich das überhaupt reparieren, irgendwie nachlackieren? Oder muss die ganze Beschichtung runter? Wenn das so ist, gibt es einen eleganteren Weg als einfach nur schleifen?

Ausführlichere Reparaturanleitungen die ich im Web gefunden habe, beziehen fast ausschließlich auf den Bootsbereich. Und die Gelcoatschäden um die es dort geht sind nicht vergleichbar. Die bearbeiten ganze Kratzer, mehr oder weniger tief. Mir geht es aber tatsächlich nur um diese häßlichen Haarrisse.

Vielen Dank für Eure Info!
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Re: Reparatur von Gelcoat

Beitrag von jonasm » Do 27. Sep 2018, 15:04

Nimm dir einen dicken roten Edding und male die Risse nach. Wenn fertig nimmst du Aceton und verwischst den Edding. Durch die Kapillarwirkung zieht der Edding bis zum Grund des Risses. Jetzt kannst du solange schleifen bis kein rot mehr zu sehen ist.

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Balthasar
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Re: Reparatur von Gelcoat

Beitrag von Balthasar » Do 27. Sep 2018, 16:37

Hey, vielen Dank! Ein cooler Trick. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn in meinem Fall einsetzen kann.
Ich habe bei den Haarrissen den Eindruck, dass sie immer komplett durch die ganze Gelcoatschicht gehen und vermutlich entstehen, weil GFK etwas flexibler ist als der Gelcoat. Das würde bedeuten, dass ich quasi immer bis zur Matte schleife.

Inzwischen habe ich gelesen, dass es tatsächlich Gelcoat-Spachtel bzw. Füller gibt. Wie eine so ausgeschliffene Stelle damit dann wieder gefüllt werden kann würde mich auch interessieren. Die jungfreuliche Gelcoat-Oberfläche ist dermassen makellos und schick, dass ich Zweifel habe, ob eine Reparaturstelle dann wirklich besser aussieht als die Risse.

Hast Du (oder Ihr) schon Erfahrungen gesammelt mit so einer Reparatur? Wie sieht es mit der Farbechtheit aus? Kann ich wirklich hoffen, dass einige der Risse nur die halbe Gelcoatschicht durchdringen?

Auf jeden Fall nochmals vielen Dank für jede Info!
--
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Re: Reparatur von Gelcoat

Beitrag von jonasm » So 30. Sep 2018, 00:19

Balthasar hat geschrieben:
Do 27. Sep 2018, 16:37
Hey, vielen Dank! Ein cooler Trick. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn in meinem Fall einsetzen kann.
Ich habe bei den Haarrissen den Eindruck, dass sie immer komplett durch die ganze Gelcoatschicht gehen und vermutlich entstehen, weil GFK etwas flexibler ist als der Gelcoat. Das würde bedeuten, dass ich quasi immer bis zur Matte schleife.
Nun ja, du willst ja Risse reparieren und das bedeutet dann zwangsweise, den Riss komplett wegzuschleifen. Wenns dabei bis zum Gewebe geht, dann ist das halt so. Nicht unüblich ist es, dass der Riss sogar in der erste (dünnen) Glaslage ist.
Inzwischen habe ich gelesen, dass es tatsächlich Gelcoat-Spachtel bzw. Füller gibt. Wie eine so ausgeschliffene Stelle damit dann wieder gefüllt werden kann würde mich auch interessieren. Die jungfreuliche Gelcoat-Oberfläche ist dermassen makellos und schick, dass ich Zweifel habe, ob eine Reparaturstelle dann wirklich besser aussieht als die Risse.
Du kannst unverdünntes Gelcoat nehmen und es in den komplett aufgeschliffenen Riss laufen lassen und anschließend verschleifen und hochfinishen. Das wird aber meist weder schön noch lange haltbar, weil der neue Lack durch Schrumpfung usw. mehr belastet wird als der alte Lack neben der Reparaturstelle.
Hast Du (oder Ihr) schon Erfahrungen gesammelt mit so einer Reparatur? Wie sieht es mit der Farbechtheit aus? Kann ich wirklich hoffen, dass einige der Risse nur die halbe Gelcoatschicht durchdringen?
Neuer Lack ist immer weißer als der alte mehr oder weniger vergilbte. Zwar wird sich der neue Lack bei genügend UV-Strahlung irgendwann dem alten Lack angleichen, aber nie genau den gleichen Farbton haben.

Es kann durchaus sein, dass manche Risse nicht ganz durchgehen. Wenn du einen Riss aber nicht ganz aufschleifst, wird er 100%ig im neuen Lack wiederkommen, und zwar genau an der gleichen Stelle (Kerbwirkung und so...).

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Re: Reparatur von Gelcoat

Beitrag von Koarl » So 30. Sep 2018, 11:11

Wenn du mich fragst, ist das vergebene Liebesmüh. Die Risse kommen wieder.

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Re: Reparatur von Gelcoat

Beitrag von Balthasar » Do 4. Okt 2018, 16:25

Jo, insgesamt kommt es mir auch ein wenig aufwändig vor. Ich komme zum Schluß, dass Gel-Coat ein Finish für Modelle ist, die keiner besonderen Beanspruchung mehr ausgesetzt sind - entweder ob der Fähigkeiten des Piloten oder ihrer Einsatzhäufigkeit.
Für mich scheint es eher unrentabel. Ich werde meine ASH26 sicher noch der einen oder anderen härteren Landung ausetzen. Da ich aktuell in einem viel zu kleinen Kombi transportiere und die üblichen Platzprobleme im Haus habe, wird es auch in Zukunft sicher noch Transportmacken geben. :?

Ich denke ich lebe noch eine Weile mit den Rissen und werde irgendwann den Gel-Coat abschleifen und durch eine handelsübliche Lackierung ersetzen.

Nochmals vielen Dank für Eure Beiträge. Sie haben mir sehr geholfen!
--
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