Robbe Calibra - Bericht einer Resteverwertung

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Balthasar
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Robbe Calibra - Bericht einer Resteverwertung

Beitrag von Balthasar » Sa 1. Jul 2017, 18:22

Irgendwie habe ich Lust bekommen, mein aktuelles Projekt hier mal vorzustellen und die Bau- und Bastelfortschritte zu dokumentieren. Es geht um eine kürzlich erworbene Robbe Calibra, zu deren Plura Rumpf ich bereits Kleber-Tips erfragt hatte:

—> http://thermik-board.de/viewtopic.php?f=46&t=1741

Nach anfänglicher Unentschlossenheit habe ich mich jetzt dafür entschieden, eine reine Resteverwertung daraus zu machen. Vor allem im Design wird es natürlich Abstriche durch die Resteverwertung von Farbe und Folie geben. Aber irgendwie reizt es mich das Material- und Teilelager mal etwas zu leeren. Mal schauen mit welchem Minimalbudget ich so ein Flieger halbwegs stilecht in die Luft bekomme.

Ausgangspunkt ist die Calibra welche ich durch Zufall in ebay-Kleinanzeigen in nur 10Km Entfernung gefunden habe. Für 50,-Euro gab es das Modell mit einen Graupner Ultra-Motor, einem Schulze Regler, einem Graupner 35MHz Empfänger mit Quarz sowie 3 eingebaute Volz-Servos und eine riesigen Luftpolstertasche als Flächenschutz. Meine anfängliche Euphorie legte sich etwas, als ich den Hotliner dann sah. Ohne zu sehr auf Details einzugehen - der Zustand war nicht wirklich würdig, was dann allerdings noch mal einen 10er Preisnachlass gab. Kein Gemecker - das war ein fairer Deal.
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Interessanter Weise passte der Allgemeinzustand nicht zur Ausstattung des Modells. Die Brocken hatten schließlich alle mal Ihre Qualität und wurden gut bezahlt. Später, beim renovieren stellte ich auch fest, dass an einigen Stellen sehr hochwertig und genau gearbeitet wurde und an anderen Stellen es wirklich nicht vorzeigbar war. Ich vermute der Flieger hatte bereits 2 Besitzer oder vielleicht einen Erbauer und dann einen, am bauen uninteressierten, Piloten.

Das Bild zeigt eine Verstärkung der Höhenleitwerksaufnahme nachdem ich bereits etwas geschliffen habe. Der Kleberwulst lag mit Bergen und Tälern, dick wie aus der Zahnpastatube rund um die Aufnahme. Es wurde nie halbwegs verschliffen oder sogar lackiert.
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Die Abdeckungen der Flächenservos:
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Fix ausgeschlachtet gingen die Innereien nach Funktionsprüfung in den Verkauf. Motor, Regler und Empfänger gingen für insgesamt 25Euro weg. Die steckte ich in notwendige Neuteile die ich für einen ersten Tauglichkeitsflug benötigte: ein neuer Motorträger, einen Bowdenzug und 12x8 Blätter für die Klappluftschraube.
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Aus meiner Teilekiste kamen ein Dymond 3651 Aussenläufer, ein 45A Regler und ein Turnigy-Servo fürs Höhenruder dazu. Letzteres tut vorne im Rumpf, was bisher ein im Heck eingeklebtes Volz-Servo erledigte:
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Daran, dass ich das hier schreibe erkennt Ihr, dass der Flug erfolgreich war :-) Jetzt nahm ich alles wieder auseinander um schließlich mit der Wiederaufarbeitung zu beginnen. Der Flieger ist es wert.
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2 b continued …
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Re: Robbe Calibra - Der Antrieb

Beitrag von Balthasar » So 2. Jul 2017, 11:17

Weiter geht's ...

Ein Dymond HQ-3651 (45A, 700rpm/V, 550W) aus meinem Teilebestand war mechanisch passend für die Calibra. Netterweise hatte ich auch noch 2 Stk, 4S/3200mAH LiPos und ein 45A Regler von J-Power. Alle Teile waren aus unterschiedlichen Modellen (alle inzwischen geerdet :? ) Der Regler war sogar noch komplett verkabelt, konfektioniert und hatte noch einen Unisens-E in der Leitung. Damit waren die Grundlagen gelegt. 3,2Ah stellten eine angenehme Laufzeit in Aussicht.
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Zuerst musste allerdings der alte Motorspant aus dem Plura-Rumpf entfernt werden. Und das tat weh ...

Der Sperrholzspant war solide mit Stabilit Express eingeklebt und entsprechend hart waren die Blessuren beim entfernen. Aber leider notwendig. Auf keinen Fall lies sich der Spant so bearbeiten, dass er noch Löcher für die Aufnahme des Dymond Brushless vertragen würde.
Nun ja, das Plura sprang, platzte und barst, aber schließlich war der alte Spant draussen. Der neue GFK-Spant kam mit noch mehr Stabilit Express an die vorgesehene Stelle. Es war noch genug von der Rumpfspitze übrig um die Position sicher zu bestimmen. Die Lücken und Brüche wurden ebenfalls mit Stabilit gefüllt. Teilweise mit etwas Glasfaser dabei. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass die Glasfaser etwas an der Stabilität vom Kleber geändert hätte. Ausgehärtetes Stabilit ist einfach beinhart. Ausserdem ist Stabilit auch frisch angemixt eher dickflüssig und das Zusammenspiel mit einer Glasfasermatte schwierig. Die Verarbeitungszeit von Stabilit liegt auch nicht bei den angegeben 10Minuten. Nach dem Anmischen hat man gefühlt 2 Minuten bis die Härtung schon spürbar wird. Spätestens jetzt lässt sich nichts mehr mit Glasfaser machen. Maximal noch Materialauffüllungen.
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Soweit fertig für die Aufnahme des Motors, gab es erst einmal einen Testlauf. Ich wollte klären, ob alles hält und was der Motor an Strom nimmt.
Moderate 35A (im Stand) mit einer vorhandenen 12x6,5 Luftschraube, ein ruhiger Motorlauf und ein zweifelsfrei haltender Rumpf gaben grünes Licht zum weitermachen :-). Da es sich um einen Hotliner handelt, entschied ich mich sogar bei nächster Bestellung noch die schon erwähnten 12x8 Blätter zu kaufen - es soll ja vorwärts gehen ;-) Neben dem Motorspant war es das zweite Neuteil in der Resteverwertung.

Nächstes Etappenziel ist der Probeflug um zu schauen, ob der Flieger es insgesamt tun würde. Hierzu gabe es noch eine schraubbare Querstrebe aus Metall die den drehend Motor vom Akku direkt dahinter zuverlässig trennen soll. Das reichte um die anderen Innereien provisorisch einzubauen, mit Schaumgummi zu positionieren und den Schwerpunkt zu bestimmen.
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Nach dem erfolgreichen Probeflug, gab es dann noch eingeklebte Hilfen um den Akku zu positionieren und zu fixieren. Dabei achtete ich darauf, dass es nicht zu genau auf die vorhandenen Akkus abgestimmt war. Ich wollte später natürlich auch andere Akkus im Flieger verwenden - was halt' noch vorhanden sein würde. In Zukunft ...

Auf dem Bild sieht man, dass ich inzwischen auch etwas im Umgang mit Stabilit Express dazugelernt habe ;-)
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Klasse! Zusammen mit dem mittlerweile nach vorne gesetzten Höhenruderservo, passte der Schwerpunkt perfekt. Der schwere Akku, mit etwas Sicherheitsabstand zum Motor bzw. der Questrebe, ergab den Schwerpunkt genau nach Herstellerangabe.

Im späteren Probeflug mit der 12x8 Schraube zeigte sich, dass die Stromaufnahme nur ca. 5A höher liegt und im Flug bei ungefähr 35A lag - genau wie die 6,5er Schraube im Stand. Alle Komponenten waren nur mäßig warm nach der Landung. Das kam mir sehr recht - ich beschloß im Sinne der Resteverwertung keinen neuen Spinner mit Lufteinlass zu kaufen, sondern mit dem vorhandenen Originalspinner auszukommen.

Hier nochmal ein Bild nachdem sie Schnauze mit etwas Leichtspachtel bearbeitet wurde. Es war kurz vor dem lackieren:
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Das Abfluggewicht für den Probeflug lag übrigens bei 1,7Kg. Laut Robbe hatte die Calibra ursprünglich 1,8Kg bis 2,4Kg auf der Waage. Dank moderner Technik also jetzt eher ein Leichtgewicht in Ihrer Liga :-)

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Robbe Calibra - Höhenleitwerk

Beitrag von Balthasar » Di 4. Jul 2017, 18:33

In einem nächsten Schritt entfernte ich die alte Bügelfolie vom Höhenleitwerk. Die Folie auf dem Ruderblatt war auch in der Farbgebung noch einwandfrei und ich ließ sie wie sie war. Wie geschrieben - ich will den Schwerpunkt auf Resteverwertung und nicht perfektes Design legen.

Beim entfernen der Folie kam mir der neu erworbene Heißluft-Lötkolben (Empfehlung von Dario in
meinem Kleberthread --> http://thermik-board.de/viewtopic.php?f=46&t=1741) sehr zur Hilfe.
Das Ding ist echt Klasse und zählt definitiv zu den Lessons-Learned aus meinem Calibra-Projekt.
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Noch ein klein bißchen Leichtspachtel und Schleiferei (wirklich nur wenig) und dann war die neue Folie auch schnell drauf.
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Nicht soooo toll wie man es normalerweise gerne hat, aber dafür konnte ich ein Reststück sehr gut verwenden. Mit nur kurzem Abstand sind die weniger schicken Stellen sowieso nicht mehr zu sehen und ich strebe eh' nicht Zustand 1A an. Die Calibra wird sicher eher rauh eingesetzt und ich erwarte schnell die ersten Macken.
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Angesteuert wird nur Höhe und Querruder. Es gibt in der Ausführung meiner Calibra kein Seitenruder.
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Die unsaubere Stelle am Seitenleitwerk, ist noch der Rest meiner Wartungsöffnung um den Bowdenzug einzukleben. Auch hier entschied ich mich die Kirche im Dorf zu lassen und den Ausschnitt nicht vollständig zu verschließen. Wahrscheinich kommt dort einfach der Namensaufkleber ab 1.Oktober 2017 hin und ich kann so die Position und Größe der Öffnung jederzeit wieder erkennen - für den Fall dass der Zug mal ausgetauscht werden muss.

Da jetzt der moderne LiPo Akku in der Rumpfspitze untergebracht werden kann, ist im ursprünglichen Platz der alten NiCD Akkus - unter der Tragfläche - ausreichend Platz für das Servo, Regler und Unisens-E.
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Wie bereits geschrieben habe ich das Höhenruderservo aus dem Heck nach vorne versetzt. Ein Bowdenzug übernimmt jetzt die Anlenkung. Ein Datenvergleich mit anderen Fliegern in der Klasse und der Baugröße des ursprünglich Volz-Servo zeigte, dass ein noch vorhandenes Turnigy mit Metallgetriebe ausreichend ist. Das hatte ich vor ein paar Jahren aus einer Hobbyaufgabe erstanden.

Noch ein paar neue Kunststoffschrauben für die Befestigung des Leitwerkes (waren sogar vorhanden) und zusammen mit dem bereits lackierten Rumpf (dazu später), wird die neue Calibra langsam erkennbar.


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Robbe Calibra - Nachtrag zum Antrieb

Beitrag von Balthasar » Mi 5. Jul 2017, 19:25

Inzwischen habe ich mir einen Drehzahlmesser gekauft und die Propellerdrehzahl bei Vollgas im Stand gemessen. Mit einer 12x6,5 Schraube komme ich auf ca. 8800rpm. Ich gehe davon aus, dass es mit der 12x8 ebenfalls diese Größenordnung sein würde. Eine Überschlagsrechnung mit der 12x8 ergab eine theoretische Geschwindigkeit von um die 100km/h. Ist mir eigentlich ein bißchen wenig ...

Die Calibra ging beim Probeflug aber sehr gut und kraftvoll aus der Hand und nahzu senkrecht nach oben. Die Stromstärke gibt auch noch gut 20 bis 30% bis zum oberen Limit (45A für Motor und Regler). Ich werde daher nochmals eine 11x10 Klappluftschraube testen und schauen wie es sich damit verhält.

Leider zeigt sich, dass der originale Calibra Luftschraubenmitnehmer die Blätter zu dicht am Rumpf hält (ca. 42mm Achsabstand) und eine Schraube mit solch einer Steigung (eigentlich schon bei 8""), nicht am Rumpf anliegt. Entgegen meinen ursprünglichen Beschluß, werde ich daher neben einem Paar neuer Blätter doch auch noch einen neuen Mitnehmer und Spinner kaufen müssen. Wahrscheinlich wird das die bisher teuerste Anschaffung in dem Projekt :D

Inzwischen weiß ich, dass der orignal verbaute Graupner Ultra 1600-4 Motor nicht soooooo viel mehr Umdrehungen an die Luftschraube gebracht hatte. Und es war eine 10x6 oder 10x7 verbaut. Da die Calibra ein Hotliner ist, frage ich mich wie schnell Hotliner in Ihrer Zeit eigentlich waren. Dazu konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Ich möchte aufpassen, dass ich nicht in Bereiche komme, denen die Calibra strukurell nicht gewachsen ist.

Nun ja, mal sehen ... es wird nicht mehr allzu lang bis zum Jungfernflug dauern :-)

2 b continued ... (Rumpf)
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Robbe Calibra - der Rumpf

Beitrag von Balthasar » Fr 7. Jul 2017, 13:37

Der erste Schritt am Rumpf war es natürlich das alte Zeugs zu entfernen. Im Falle des Motorspantes habe ich ja bereit sein paar Worte dazu beschrieben. Ein nicht unerheblicher Teil bestand anschließend darin, eine riesige Lage GFK aus dem Inneren zu entfernen. In der Vergangenheit hatte jemand geglaubt er könne den Rumpf mit einer Glasfasermatte und Epoxy-Harz verstärken. Weit gefehlt. Hier habe ich zum ersten Mal gelernt, dass sich Epoxy nicht mal ansatzweise mit Plura verbindet. Die Matte hatte absolut Null halt. Sie bliebt nur in Ihrer Position, da sie natürlich rein mechanisch gehalten wurde. Das GFK erreichte ein paar Ecken und Kanten des Plura und war zum Teil mit etwas Schaumgummi-Klebeband fixiert. Eimnmal im Griff der Zange, konnte ich praktisch die ganze Lage herausnehmen. Wäre das schadlos möglich gewesen, hätte das GFK sogar als Positiv-Form für den Rumpfboden dienen können …

Nachdem alles befreit war musste nur der Metallbügel zum Schutz der Innereien vor dem Motor, die Höhenruderbefestigung und eine Ablage für den Empfänger angebracht werden. Das war ein ausreichender Status für den absolvierten Probeflug.

Etwas problematischer war und ist immer noch die Kanzel. Das Original war nicht mehr vorhanden. Nur noch ein selbstgefertigter Ersatz. Der wiederum, passte wirklich nur ungefähr und wurde für jeden Flug mit Klebeband fixiert. Als der Probeflug das Projekt absegnete habe ich die Haube erst einmal auf ein passendes Maß zurückgeschliffen und anschließend (schon wieder mit diesem äußerst hilfreichen Heißluftlöter) etwas besser in Form gebracht.
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Leider habe ich noch keine Idee wie ich die Haube etwas professioneller befestige. Nachwievor erscheint mir nur Klebeband ein tragbarer Weg. Zwar wird sie besser passen und sich nicht so widerspenstig kleben lassen wie zuvor, aber ich würde liebend gerne etwas mit einem Magneten oder Schieberiegel realisieren. Wenn jemand eine Idee hat ...

Der Heißluftlöter war mir auch eine Große Hilfe beim entfernen der Aufkleber und der Bügelfolie auf dem Rumpf. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen so Ding zu kaufen, wenn es nicht schon vorhanden ist.
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Netterweise konnte ich den Rumpf mit GFK-Leichtspachtel und Moltofil Leichtspachtel etwas ausbessern. Auch hier beschränkte ich mich auf „Güteklasse 2-3“. Es ist kein Vorzeige-, sondern ein Spaßprojekt zum Reste verwerten. Sprühspachtel gab es nur für wenige Stellen am Rumpf - dann war die Restdose alle.
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Im folgenden Bild lässt sich innerhalb der hellen Stelle noch gut erkennen, dass früher einmal ein Graupner-Aufkleber angebracht war. Sogar die Schriftzüge haben sich über die Jahre im Plura abgebildet. Leider sieht man die Schattierung auf dem Foto nicht so gut.
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Neben dem Heißluftlöter schätzte ich noch sehr mein Proxxon Handschleifgerät als überaus nützliches Werkzeug. Die runde Spitze, die plane Hauptauflage, der frei schwebende Rück- bzw. Vorlauf und die Bauform insgesamt lassen das Ding ständig zum Werkzeug der Wahl werden, wenn es um Schleifarbeiten geht.
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Ein Probesprüher auf dem Rumpf zeigte, dass sich herkömmliche Sprühfarben einwandfrei verwenden lassen. Die Deckung ist bestens und der Lack haftete prima. Jedenfalls fürs erste. Die Praxis wird mich weiteres lehren. Ein Check aller vorhandenen Farbdosen, ergab Eisengrau RAL 7011 als Rumpffarbe. Die vorhandenen Acryl-Farbdose war noch fast voll und nach getaner Lackierung dann auch leer :-) Ausserdem passte die Farbe gut zum vorhandenen Rot und einem großen Rest Silber-/Schwarzer Bügelfolie.
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Einen Rückschlag in Sachen Lackierung gab es kurz nach Fertigstellung. Entsprechende Unfälle zeigten, dass sowohl Acrifix als auch Aktivator den Lack schädigen. So musste ich schon nach kürzester Zeit zwei kleine Macken in Kauf nehmen. Aber letztendlich macht es nichts - ich wollte den Rumpf eh' zweifarbig gestalten. Ein Rest rote Sprühfarbe wird die Macken abdecken und für einen hoffentlich schönen Farbkontrast sorgen.


Im vorderen Teil ergänzte ich die Halterungen für den Fahrakku noch um zwei kleine Rundhölzer (Zahnstocher) zwecks Kabelführung. Die Hölzchen sind nur gesteckt um eine Demontage zu ermöglichen. Auf dem Rumpfboden kam noch ein Streifen EPDM-Klebeband (Zellkautschuk).
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Ein abgewinkeltes Antennenröhrchen für die zweite Antenne und eine Klemme für die beiden Querruderanschlüsse ergänzten den Innenausbau. Letztere sind sehr hilfreich, da man nun mal zwei Hände benötigt um die Kabel zusammenzustecken. In der Praxis ist das ziemlich lästig, da dann keine Hand mehr frei ist, um die 2m-Tragfläche in Position zu halten.
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Bis auf die Kanzelbefestigunbg und die zweite Farbe ist der Rumpf soweit flugfertig. Aktuell arbeute ich noch an der Tragfläche. Je nachdem wie ich hier vorwärtskommen, klappte es vielleicht mit einem Jungfernflug am Wochenende :-)
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2 b continued ... (Tragfläche)
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Re: Robbe Calibra - Bericht einer Resteverwertung

Beitrag von mario » Sa 8. Jul 2017, 06:51

Moin Thomas,

es ist schön zu sehen, dass man mit etwas Werkstattzeit und Engagement das Modell wieder flugfähig und ansehnlich bekommen.
Daumen hoch... :thumbup:

Mario
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Robbe Calibra - die Tragfläche

Beitrag von Balthasar » Sa 8. Jul 2017, 18:37

Jau, Mario! Vielen Dank für Deine ermunternden Worte! Es macht mir zwar Spaß zu schreiben, aber es ist doch was anderes wenn es dann auch jemand liest 8-)
Es ist das zweite "Retro"-Modell, dass ich aufarbeite. Beide übrigens mit Hilfe vom Thermik-Board :thumbup:. Irgendwie macht es Spaß so ein Modell wieder zu beleben. Ich jedenfalls lerne auch noch eine Menge dabei. Es kommt auch meinem Respekt vor dem Material entgegen.

Heut' habe ich die Tragfläche soweit abgeschlossen. 2,1 durchgehende Meter machen das ganze etwas unhandlich, aber es bleibt noch im Rahmen.

Auch bei der Tragfläche begann es damit allen alten Schmodder zu entfernen. Die grundsätzlich rote Tragfläsche war auf der einen Seite mit gelben Querbalken und auf der anderen Seite mit einer gelben, stilisierten Palme verziehrt. Um die "Calibra"-Wirkung der Palme zu untermauern waren ca. 30 - 40 gelbe Punkte (wie aus einem Locher) um die Palme verteilt. Alles nicht mein Geschmack. Schon gar nicht der große und schwere CALIBRA-Aufkleber :roll:
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Die Servos waren mit einer Schachtabdeckung geschützt. Alles vergilbt. Ausserdem waren beiden Abdeckungen nur mit irgendeinem Klebeband angebracht, welches schon lange ausgetrocknet, hart und steif war. Alles weg.
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Unter den Servodeckeln kamen dann die beiden Querruderservos zum vorschein. Volz Microstar 2 konnte ich auf einem Label erkennen. Eine Recherche nach den technischen Daten rechtfertigte im Nachhinein die Nutzung des Turnigy TGY-90s als Höhenruderservo. Was die 20 Jahre alten Volz' können, kann das Turnigy auch.

Beide Querruderservos waren solide eingeklebt und noch stabil in Ihrer Lage.
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Als die Fläche dann vom Schrott befreit, knallrot vor mir lag, war ich erfreut über Ihren Zustand - gar nicht schlecht! Alles noch etwas mit Aceton gereinigt und etwas nachgebügelt ... ein paar lose Fransen abgeschnitten - noch besser :)
Ich beschloß sie grundsätzlich so zu lassen und nur ein paar Folienstellen zu ersetzen, die durch die Säuberungsaktion oder über die Jahre gelitten hatten.
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Ein Ruderblatt war auch verbogen und ich wollte versuchen es etwas zu richten. Da musste natürlich auch die Folie runter. Neubau kam nicht in Frage. Die Querruder sind in allen Richtungen unsymetrisch und haben sogar ein Hohlprofil. Der Aufwand wäre unverhältnismäßig.

Um die Folien partiell zu entfernen, habe ich sie, geführt von einem Stahllineal, mit dem Skalpell vorsichtig eingeschnitten und den ungewünschten Teil unter Einwirkung von Heißluft (der Heißluftlöter wieder :lol: !!) vorsichtig abgezogen. Leider schien das darunter liegende Balsaholz nicht von allzu guter Qualität zu sein. Die Folie zog ganze Späne aus dem Holz.
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Netterweise war es mit etwas 240er Schleifpapier und Modellier-Moltofil (Innen-Fertigspachtel) zu reparieren und halbwegs zu glätten. Wie schon geschrieben - Qualitätsstufe 2-3 sollte mir reichen.
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Nun der Rest wie üblich - neue Folie drauf und schon sah die Tragfläche wieder super aus.
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Beim richten des Querruderblatts war ich leider nicht sehr erfolgreich. Wasserdampf und heißes Wasser, anschließend aufgespannt über Nacht trocknen lassen ... hat eigentlich nichts gebracht.
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In einem nächsten Versuch brachte ich die neue Bügelfolie auf der einen Seite unter großer Spannung und auf der anderen möglichst ohne Spannung auf. Das ganze noch so gut wie es ging während das Blatt in Gegenrichtung gebogen war ... auch die Verbesserung war eigentlich nicht sichtbar :(
Den größten Effekt erreicht ich dann schließlich durch straffes und geführtes anschlagen des Blattes an die Fläche.

Das Anschlagen der Ruder mit kristallklarem Tesa-Film ging auch ohne besondere Vorkommnisse. Um die untere Lage aufzubringen unterbaue ich das Ruderblatt immer etwas. Wenn es platt auf der Fläche liegt, ist es zwar deutlich einfacher, aber der Ruderspalt wird mir einen Tucken zu groß.
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Die Volz-Servos sind leider etwas dicker als die Tragfläche und standen etwas über die Fläche hinaus. Ausserdem sind sie satt und sauber eingeklebt. Kein Raum und kein Material um hier etwas zu verbessern ohne die Verhältnismäßigkeit zu sprengen. Ich entschied mich die Abdeckungen komplett wegzulassen und nur ein extra Stück Bügelfolie über die Servos zu kleben. Luftwiderstand und Geräuschquelle dürften immer noch niedriger sein, als mit den halbherzigen Schachtabdeckungen.
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An der Stelle wäre ich grundsätzlich soweit bereit für den Jungfernflug 2.0 gewesen (2.0 weil es das zweite Leben des Modells ist. Den Probeflug zähle ich nicht mit). Aber aus anderen persönlichen und terminlichen Gründen passte es mir noch nicht und ich widmete ich noch etwas dem finalen Schliff des Modells. Aber dazu später mehr ...

2 b continued … (Feinschliff Rumpf und Antrieb)
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Robbe Calibra - Etwas Feinschliff

Beitrag von Balthasar » Mo 17. Jul 2017, 15:53

Nachdem der verschobene Jungfernflug noch etwas Bastelzeit frei machte, habe ich mich noch etwas dem Feinschliff gewidmet. Leider hatte ich die letzten Tage nicht viel Zeit zum Basteln und so zog es sich etwas ...

Ich war schließlich so zufrieden mit dem Endergebnis, dass ich alle Zweifel über Bord warf und mich doch zum Kauf eines neuen Spinners entschloß. Ausserdem habe ich inzwischen einen eCalc-Account und konnte etwas mit der Luftschrauben-Berechnung experimentieren. So gab es neben dem Simprop-Turbo-Spinner noch ein Satz 11x12 Blätter. Auch wenn es das bisherige Budget praktisch verdoppelte :-)

Der Anfang machte die Ausbesserung der Macken im Rumpflack. Die wurden verursacht durch eine satte Portion Aktivator und in einem anderen Fall durch einen Tropfen Acrifix-Kleber. Hier startete ich durch und verwertete noch einen Rest "Rot". Das Eisengrau war alle :D

Links die Macke vom Aktivator:
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Und nach dem Lackieren:
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Und rechts der Einschlag des Acrifix-Tropfens:
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Die rote Farbe habe ich mit einem Rest Acrylfarbe von Tamiya gemacht. Es ist wirklich eine bemerkenswerte Farbe. Der Glanz ist fantastisch, sie trocknet rasend schnell und verläuft fast nicht.

Am Seitenleitwerk überdeckte ich die Verletzung für die Bowdenzugbefestigung mit einem Aufkleber. Der Servoschacht für das alte Höhenruderservo wurde mit einem Rest roter Bügelfolie geschlossen und ebenfalls mit einem Aufkleber verziert.
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Die Flächenbefestigungsschrauben, habe ich durch Senkkopfschrauben ersetzt. Auch wenn es für den Luftwiderstand sicher nahezu unerheblich ist, macht es doch ein anderes Bild :-) Den Kegel für den Senkkopf habe ich noch mit Expoxy gefestigt:
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Jetzt hatte ich auch die notwendige Muse, um mich der Kabinenhaube anzunehmen. Kniffelig. Zufrieden bin ich immer noch nicht. Aber sie hat jetzt wenigstens soviel Halt, dass sie am Flieger bleibt wenn er lagert. Im Flug müssen die Flanken noch mit etwas Tesa gesichert werden.

Aus einem Stück Vivak schnitt ich einen kleinen Haken heraus, den ich mit Acrifix vorne in die Haube klebte. Das Vivak hatte ich mir vor längerer Zeit mal gekauft um ein Bootsersatzteil komplett neu zu machen. Damals ist nichts draus geworden, jetzt war es wenigstens für was gut :-)
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Ein kleines Stück doppelseitiges Teppichklebeband in der Haube ermöglichte es mir den Haken jedesmal zu fixieren, die Haube auf dem Rumpf zu positionieren und zu schauen wo der Haken noch nachgearbeitet werden musste. Vom Klebeband konnte ich ihn immer wieder leicht abziehen, nacharbeiten und alles wieder von vorne. So näherte ich mich schließlich einem Haken der gut genug war um mit Acrifix eingeklebt zu werden.
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Am hinteren Ende der Haube gab es ein Konstrukt aus einer Reißzwecke und einem Magneten. Auf dem Bild ist zu erkennen, dass die Reiszwecke und der Magnet nicht ganz fluchten. Das ist so gewollt, da so die Haftung des Magneten am größten und lagestabilsten war.
Die Reißzwecke ist in einem kleinen 1mm Loch in der Haube und mit Acrifix befestigt. Der Magnet und das Holzstückchen als Träger ist jeweils mit Stabilit Express verklebt.
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Wie gesagt an den Flanken der Haube fehlt mir im Moment die Idee. Aktuell werde ich sie wohl einfach mit etwas PVC-Klebeband (Cellpack) vor jedem Flug sichern. Mit dem Zeug wird der Rumpfdeckel von Powerbooten wasserdicht verklebt. Das Klebeband ist sehr flexibel und lässt sich leicht abziehen und sogar ein paar Mal wieder verwenden.

Abschließend noch der neue Mitnehmer bzw. Spinner. Er hat jetzt 45mm Durchmesser und 47mm Achsabstand. Das bringt Platz für Blätter mit großer Steigung. Der Spinner passte perfekt, viel besser als das Original und es machte einen riesen Spaß ihn zu montieren :-)
Meine Berechnungen in eCalc ergaben, dass der im Probeflug verwendete Propeller mit 12x8 eigentlich die beste Wahl für meinen Motor ist. Aber ich bin neugierig und will inzwischen wissen, wie es sich anfühlt mit eigentlich zu großer Steigung zu starten. Irgendwo ab 50km/h sollte die Schraube dann richtig greifen und ich will sehen was passiert. So gab es neben dem Simprop-Spinner noch einen Satz 11x12 Blätter.

Ich muss sagen, dass mich eCalc überrascht hat. Es können wirklich interessante Erkenntnisse gewonnen werden und der Jahresbeitrag ist gut investiertes Geld. Genaugenommen habe ich den Jahresbeitrag schon wieder 'raus, weil eCalc mich davon abgehalten hat, 2 völlig ungeeignete Blätter zu kaufen :D

Auch nach den Arbeiten bleibt die Calibra mit einem 3200mAh Akku genau im Schwerpunkt (80mm ab Nasenleiste). Es ist kein zusätzliches Blei nötig. Für zwei andere, kleinere Akkutypen aus der Restekiste (2,6 und 2,2Ah) muss ich etwas Blei beipacken.
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Soderle, jetzt ist der nächste Schritt wirklich der Jungfernflug 2. Ich melde mich danach nochmal mit einem Abschluß/Résumé.

2 b continued ....
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Koarl
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Re: Robbe Calibra - Bericht einer Resteverwertung

Beitrag von Koarl » Mo 17. Jul 2017, 21:39

Toll was du aus den Resten gezaubert hast!

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Balthasar
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Re: Robbe Calibra - Jungfernflug

Beitrag von Balthasar » Sa 22. Jul 2017, 14:58

Jau, da war’s soweit - der Jungfernflug :-)

Vorab: die Calibra fliegt klasse! Völlig stressfrei und ohne Zicken. Ich glaube jetzt, dass es das am einfachsten zu fliegende Modell ist, dass ich je hatte. Sie geht direkt aus der Hand. 1/3 Gas reicht für einen sicheren Flugbeginn. Mit Halbgas kann man sich das Schmeißen sparen - einfach loslassen.
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Einen Landeanflug zu vermasseln ist fast unmöglich. Egal wie sie reinkommt, sie lässt sich immer noch gut landen. Sie wird auch ohne Landehilfe (Querruder nach oben) schon so unglaublich langsam und bleibt trotzdem stabil, dass auch ein Anfänger spielend damit zurechtkommen würde. Mit Landehilfe lässt sich schon an einschlägigen Wettbewerben teilnehmen :D Keine einzige der inzwischen gut 15 gemachten Landungen, war auch nur im Ansatz irgendwie kritisch oder materialfordernd. Alle samtweich und aalglatt.
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Alle Rudereinstellungen waren bereits gemäß Anleitung fast perfekt. Nur etwas Nachjustierung und … ganz perfekt :) Etwas Tiefenruder zum Gas (7%) und zum Querruder-oben (10%). Höhenruder unten und oben auf 80% begrenzt und sie fliegt und fliegt und fliegt. Nur wenn es steil nach oben geht, vermisse ich ab und an das fehlende Seitenruder.

Der Antrieb mit 12x8 ist eigentlich schon bestens. Selbst am Ende der Akkukapazität, geht es noch senkrecht nach oben. Ein Versuch mit 11x12 Blättern war nicht erfolgreich. Zwar ist der geringe Standschub (Propeller greift lt. eCalc erst ab 50 - 60km/h) noch lange ausreichend um einen völlig unkritischen Start zu absolvieren, aber im Flug geht der Strom ständig und deutlich über die Grenzwerte.
Nun ja, hier sind wohl die Grenzen der theoretischen Berechnung von Luftschrauben mit eCalc erreicht. Die Blätter sind für die Calibra nicht zu gebrauchen. Da bin ich wieder bei 12x8. Nun ja, so begeistert wie ich von dem Projekt bin, versuche ich vielleicht nochmal 11x10 …

Mit angelegtem Propeller gibt es immer noch beachtliche Segelleistung. 2 Akkus 4S/3200mA sind für so viel Flugzeit gut, das ich beschließe die Akkus für ein anderes Projekt aufzuheben und die Calibra mit den ebenfalls noch vorhandenen 4S/2200mAh und 2600mAh zu fliegen und lieber noch ein paar Gramm Blei mitzunehmen. Die Flugzeit reicht trotzdem vollkommen aus! Ein Steigflug auf reichlich Höhe ist mit ca. 170mAh gemacht :-)

Natürlich war nicht alles rosa :x Beim ersten Anlauf habe ich blöderweise die 11x12 Blätter zu Hause vergessen und konnte sie nicht testen :roll: Ausserdem hat mir der Regler einen Rückschlag verpasst: trotz entsprechender Konfiguration, bremste er den Motor nicht. Mist! :evil: Für den ersten Jungfernflug hat es mir die Möglichkeit genommen, die Flugeigenschaften vollständig zu checken. Mit drehendem Propeller segelt es sich einfach nicht gut :? . Schade, ich hoffte ursprünglich soweit fertig zu sein, aber so musste ich mich mit einer weiteren Runde auf dem OP-Tisch und einem weiteren Maiden abfinden.

Bei einem Modell in der Größe, ergibt letztendlich immer eins das andere und auf einmal lag der ganze Rumpf wieder leer auf dem Basteltisch. So eine Aktion ist natürlich nicht nur lästig, sondern brachte auch neue Chancen. Es gab nicht nur einen neuen Turnigy 60A Regler (ebenfalls aus der Hobbyaufgabe eines Kollegen), sondern auch passend gelängte Kabel und eine nochmals verbesserte Montage.
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Jetzt habe ich auch die MPX Buchse für den Antriebsakku gleich fest und solide am Rumpf befestigt. Das erleichtert das einstecken des Akkus doch erheblich :-) Ein kleiner Alu-Winkel und Stabilit Express - fertig.
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Ausserdem verbesserte ich die Fixierung für die Querruderbuchsen. Sie ist nun einen Tuck griffiger gestaltet und die beiden Buchsen halten besser in der Klemme. Auch der UnisensE bekommt jetzt ein passendes Verbindungskabel zum Empfänger und der überflüssige 4te Pol mit Kabel entfällt.
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Nicht zufrieden bin ich nach wie vor mit der Kanzelbefestigung. Es geht zwar super mit dem PVC-Klebeband, ist aber doch irgendwie unbefriedigend. Leider habe ich immer noch keine Idee … (?) Tröstend ist, dass 3 Schnipsel PVC Klebeband (Cellpack) für eine ganze Flugsession gut sind und sich zum Akkuwechsel prima an der Kanzelscheibe zwischenparken lassen.
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Schließlich bin ich rundum zufrieden. Die Arbeit hat sich gelohnt. Es ist irgendwie schön, so ein aufgegebenes Stück nochmal zu späten Ehren zu verhelfen. Finanziell hat es sich sowieso gelohnt: Nach Abzug der verkauften Brocken, habe ich insgesamt nur zwischen 40 und 50 Euro investiert (Motorspant, Bowdenzug, Spinner, Propeller, M5x20 Kunststoffschraube). Nochmals zu bemerken - der Turbospinner gibt hier mit 23Euro den Mammutanteil, dicht gefolgt von den Varianten der Klappluftschraube.

Ausserdem habe ich wieder eine Menge gelernt. Acrifix, Stabilit Express und der Heißluftlöter als Neuerungen im Hobbykeller. Sehr hilfreicher Einsatz meines jüngst erworbenen Proxxon-Handschleifers. Der Umgang mit eCalc ist ebenfalls aus dem Projekt hervorgegangen. Und natürlich - endlich kamen einige der ewig aufgehobenen Brocken zum Einsatz :-)
Und völlig überraschend habe ich ein Modell kennengelernt, dass mir zeigte wie einfach Modellfliegen sein kann :-) Fast ärgere ich mich über einige Fuhren aus meiner ersten Zeit, die mir im Rückblick den Einstieg erschwerten.
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Soderle. 'Würde mich freuen wenn ich den einen oder anderem ebenfalls zu einem Recycling-Projekt motivieren konnte :) Vielleicht sogar mit Baubericht und ein paar Tips aus der Praxis Ich selbst werd' mir jetzt erstmal noch ein paar Flugstunden mit der Calibra gönnen :D

Ei jo, der Thomas
:-)
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