Elektro Nurflügel im 3D Druck

Lasse C
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Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von Lasse C » Mo 22. Jul 2019, 16:18

Hallo zusammen,

ich plane aktuell eine Variante (oder vielleicht eher Abart) des BOW aus folgendem Thread
viewtopic.php?f=27&t=1334&start=360
als E-Segler zu bauen, komplett 3D gedruckt, mit 1,2m Spannweite als rucksacktaugliches "Immerdabei" Modell.

Einen eigenen Thread mache ich auf da es durch den E-Antrieb und die Skalierung die ursprüngliche aerodynamische Auslegung mit Füßen tritt und somit außer dem Grundriss und den Flügelprofilen nicht mehr viel mit dem Original gemeinsam hat.
Da ich diese jedoch aus obigem Thread entnommen habe, denke ich der Verweis ist durchaus angebracht.

Der original BOW ist ein 90cm Pfeil mit zentralem Seitenleitwerk, welcher dafür optimiert ist ohne Rumpf oder ähnliche Unnötigkeiten eine optimale Auftriebsverteilung und damit sehr gute Flugleistungen zu erreichen.
Im originalen Thread kam schnell die Idee auf den Flieger zu skalieren und so entstanden verschiedene Varianten von denen ich die um alle Achsen um 33% skalierte (also mit 1,2m Spannweite) für die für mein Vorhaben am besten geeignete halte. (Übler Satz :D )
Was ich mir vorstelle sieht ungefähr so aus:
E-BOW.jpg
Durch die Skalierung ist der Flügel im Mittelteil fast 20mm dick, somit kann die komplette Elektronik inklusive zweier 2S 100mAh Akkus in der Tragfläche verschwinden. Aufgrund des zentralen Seitenleitwerks kommt der Motor nach vorne, ich dachte da an eine Nase, an der ein Außenläufer mit 20-30mm Durchmesser per Vorspantmontage montiert wird.
Um die Vielseitigkeit zu erhöhen spiele ich mit dem Gedanken dem Modell Wölbklappen zu verpassen, dabei erhoffe ich mir eigentlich vor allem bei Landungen etwas steiler runterkommen zu können und vielleicht auch ein klitzekleines bisschen mehr CaMax für langsamere Landungen, allerdings schienen die Entwickler der Auslegung des BOWs wenig begeistert von meinen Gedankenspielen. Auch vom Einbau einer geometrischen Schränkung von 0,5°-1° wurde mir dringend abgeraten.
E-BOW.124.jpg
Da ich über keine Modellbauwerkstatt verfüge, dafür aber zwei 3D-Drucker zuhause stehen habe, möchte ich das Modell gerne drucken.
Als Student sind die finanziellen Mittel oft doch eher begrenzt, aber mit einem Kilopreis von 40€ für PETG würde das Gros der Struktur unter 20€ kosten. Dazu kommen dann vielleicht nochmal 30€ für die CfK Rohrholme und vielleicht 20€ für Kleinteile, Sekundenkleber und co., insgesamt also doch recht günstig.
Außerdem kann im Falle eines Defekts innerhalb von 1-2 Tagen einfach Ersatz gedruckt werden. Heftigster Einschlag am Sonntag Mittag, Sonntag Abend das SLW im CAD nochmal ein kleines bisschen anpassen und dann den Druck starten, Dienstag Abend die Fernbedienung ins frische Plastik einbauen, Mittwoch Mittag (72 Stunden und 50€ später) ist das verbesserte Modell in der Luft. So ungefähr stelle ich mir das vor...

Weitere Details folgen in Kürze,

LG Lasse

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UweH
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Re: Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von UweH » Mo 22. Jul 2019, 16:49

Lasse C hat geschrieben:
Mo 22. Jul 2019, 16:18
Um die Vielseitigkeit zu erhöhen spiele ich mit dem Gedanken dem Modell Wölbklappen zu verpassen, dabei erhoffe ich mir eigentlich vor allem bei Landungen etwas steiler runterkommen zu können und vielleicht auch ein klitzekleines bisschen mehr CaMax für langsamere Landungen, allerdings schienen die Entwickler der Auslegung des BOWs wenig begeistert von meinen Gedankenspielen.
Hallo Lasse,

danke für den neuen Thread :thumbup:

Zum Thema Wölbklappen: auch wenn der BOW gepfeilt ist, durch die geringe Streckung und den kleinen Pfeilwinkel bleibt es ein Brett.
Damit Wölbklappen die gewünschte auftriebserhöhende Wirkung haben braucht es immer mindestens 2 Klappenpaare, die zueinander und zum Neutralpunkt passende Hebelarme haben.
Beim XBOW-Grundriss ist die Wirkung der inneren Klappen aber noch bretttypisch analog zur Höhenruderfunktion der Aussenklappen, also Innenklappe runter bewirkt ein abnicken des Fliegers. Das kann / muss man mit stärker hoch gestellten Aussenklappen kompensieren um die Fluglage stabil zu halten. Damit hat man dann aber so was wie Butterfly und das verringert den Aufrieb, verschlechtert die Steuerbarkeit um die Querachse und erzeugt Zusatzwiderstand, das ist keine brauchbare Wölbklappenfunktion.

An Marcos "Nasenmittelstück" für den kleinen BOW haben sehr kurze Innenklappen eine ungefähr neutrale Wirkung gehabt, aber außer als Bremse lohnt der Aufwand der zwei zusätzlichen Servos und Klappen nicht und bei dem bestehenden XBOW-Grundriß funktionierts eh nicht.
Bedenke bei 4 Klappen auch, dass die Servos Platz brauchen und Zusatzgewicht bringen, wegen dem Einbauraum für die Akkus auch noch ungünstigerweise hinter dem Schwerpunkt.

Zur Schränkung: man kann einen Flügel gezielt oder irgendwie ungefähr auslegen. Der BOW ist bewußt auf gute Leistung bei gutem Handling ausgelegt und funktioniert offensichtlich auch so. Jetzt auf dieses funktionierende Konzept irgend eine Bauchgefühl-Schränkung drauf zu setzen macht aus dem funktionierenden Flieger keinen besser funktionierenden Flieger, sondern nur einen irgendwie anderen Flieger.

Wenn Du den Rumpfeinfluß kompensieren willst, dann kannst Du die Flügeltiefe des BOW-Grundrisses im Mittelbereich vergrößern, also ein Schwänzchen dran machen ähnlich wie beim Miniray. Dazu sollten aber die Profile des tieferen Bereichs mindestens bei der Wölbung, eventuell auch bei der Dicke auf den Gesamtflügel angepaßt werden. Allerdings kann die größere absolute Dicke durch die Tiefenvergrößerung auch für mehr Einbauraum im Flügel nützlich sein.

Gruß,

Uwe.
Ein Flügel genügt, ....am Hang auch ohne Motor.... :)

Das Ranis-Tutorial für Hortenmodelle: >> Hier klicken <<

Wer nichts weiß muss alles glauben!

Lasse C
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Re: Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von Lasse C » Mo 22. Jul 2019, 18:45

Na gut, du hast ja recht ... :)
Danke für die Hinweise!!!

Ich mach mich dann mal dran das CAD etwas zu überarbeiten...
Und ich muss immernoch nachrechnen wie schlimm es um den Schwerpunkt bestellt ist :roll:

Thomas Leitgeb
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Re: Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von Thomas Leitgeb » Mo 22. Jul 2019, 18:49

Hoert sich nach einem super Projekt an, ich wuerde mich anschliessen. Der Drucker wartet schon auf die Files :D .

LG Thomas

Lasse C
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Re: Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von Lasse C » Di 23. Jul 2019, 01:32

So,

nun also mal die konkreten Anforderungen:

Rucksacktauglich, kein Teil größer als 45x28 cm
3D Gedruckt
Trotzdem möglichst robust
Als E-Segler, evtl. mit abnehmbarem Motor

Mit diesen Anforderungen ist es Logisch die Fläche vom E-BOW ein Mittelteil und zwei Außenteile zu gliedern. Das Mittelteil wird dabei etwas kürzer alsdie beiden Außenteile, so kann die Querruderlänge des Originals (fast) beibehalten werden.

Der Flügel wird in einzelnen Segmenten "Stehend" gedruckt. So wird die Druckzeit der einzelnen Teile kürzer (--> Ein Fehler beim Druck ruiniert dann nicht ganz so viel Druckzeit) und bei einem Crash können evtl. einzelne Segmente ausgetauscht werden. Diese Segmente werden auf zwei CFK Holmrohre aufgefädelt. Das sieht dann ungefähr so aus:
IMG_4311.JPG
(Nicht wundern, das Bild ist falschrum, die Nasenleiste ist unten. Der Bildausschnitt zeigt ca. 50cm und es ist noch nicht der BOW)


Diese Holme sind auch wichtig weil die Segmente, wenn sie Stehend gedruckt werden, in Richtung der Spannweite deutlich weniger belastbar sind als quer dazu. Ein Bruch erfolgt hier spröde und komplett ohne Vorwarnung.
Dafür lassen sich die Ruder direkt als Elasticflaps mit anschlagen, theoretisch könnte man auch direkt eine passende Hohlkehle inklusive Lippe mitdrucken, praktisch kämpfe ich aber noch damit das vernünftig im CAD aufzubauen.
IMG_4304.JPG
(Elasticflap in einem SLW, auch kopfüber)




Für die Holme habe ich CFK Quadratrohr eingeplant. Der Hauptholm bekommt im Mittelteil 8x6,2mm, in dieses wird dann der Außenflügel mit 6x4,2mm eingesteckt. Im Außenflügel reduziert sich der Querschnitt dann nochmal auf 4x2,6mm.
Der hintere Holm hat im Mittelteil 6x4,2mm und im Außenflügel dann durchgehend 4x2,6mm.
Little EBOW_TB.JPG
Im Ruder könnte noch ein 2mm Rohr / Stab platz finden um die Torsionsfestigkeit zu erhöhen. Das könnte notwendig sein, vor allem da
ich die Servos so weit wie möglich nach vorne / innen schieben möchte (Spart alles an Trimmblei / Rumpflänge und macht den Flieger so am Ende stabiler).



Die Elasticflaps sind auf der Flügelunterseite angeschlagen, des Rudergestänge verläuft parallel zur Oberseite und kommt kurz vor der Klappe aus dem Flügel. Eine Überkreuzanlenkung geht leider nicht weil mir dabei der hintere Holm im Weg ist, auch vorne muss ich mit dem Holm schon aufpassen. Zur Not könnten die Servos aber auch wieder zurück zwischen die Holme wandern.
Little EBOW_TB Servoschnitt.JPG



Um die Holme in der Mitte zu verbinden würde ich mir sowas hier drucken:
Little EBOW_TB Holmsteckung.JPG
, dass dann mit Kohlerovings umwickeln und es beim Zusammensetzen des Mittelteils in den Holmrohren verkleben. (Verständlich ?)
So sollte mit minimalem Laminieraufwand (hoffentlich) eine solide Verbindung der Flügelhälften möglich sein.

Morgen gehts weiter, zum Abschluss noch ein paar Bilder meiner bisherigen Versuche...
IMG_4308.jpg
IMG_4301.jpg
IMG_4303.jpg


Das hier sind 10cm aus der Mitte vom Original-BOW:
IMG_4314.jpg
IMG_4313.jpg
Das "Versucherle" hat 1,6dm^2 und wiegt 22,4g, das sind 14,irgendwas g/dm^2. Und es ist echt stabil, aufgebrochen ist es nur weil ich mal reingucken wollte :D

Naja, gute Nacht, morgen geht es weiter...

LG Lasse
Dateianhänge
IMG_4322.jpg
IMG_4320.jpg

Lasse C
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Re: Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von Lasse C » Mo 29. Jul 2019, 12:38

So, ein kleines Update:

In das Seitenleitwerk wird ein Carbonrohr gesteckt, dieses läuft dann am Flügel in einen diagonal abgeschnittenen Pfeilschaft, genau wie beim original BOW. Die Befestigung möchte ich jedoch über einen Magneten lösen, so spart man sich beim Aufbau das Hantieren mit dem Tesaroller.
Aufnahme SLW.JPG


Nach vorne dient der Pfeilschaft gleichzeitig als Aufnahme für den Motorspant, so ergibt sich in Längsrichtung eine feste, geschlossene Struktur.
Um bei einem Crash eine Trennung des Längsträgers vom Flügel zu ermöglichen wird der Längsträger auf ein kleines Verbindungsstück geklebt in welchem unten eine Mutter sitzt. Dieses wird nun von unten mit einer M3 Nylonschraube im Flügel verschraubt. Bricht diese Schraube, kann sich der Längsträger nach oben vom Flügel lösen.
Längsträger.JPG
Theoretisch könnte diese Schraube auch bei Manövern mit hohen negativen G-Lasten reißen, ich schwanke gerade noch zwischen M3 und M4. Allerdings soll diese "Sollbruchstelle" eben im "Soll" - Fall auch brechen...




Weiter ging es mit der Planung der Elektronik. Da die zum Einsatz kommenden Akkus zusammen fast 16cm lang sind, wollte ich diese nur ungern von oben oder unten in den Flügel einbauen um störende Kanten im Flügelprofil zu vermeiden.
Akkufach oben.JPG
So nicht!!



Alternativ gab es noch die Möglichkeit den Flügel in der Mitte nicht zu verkleben und die Akkus von dort einzusetzen. Dafür muss jedoch der Längsträger demontiert werden, da er sonst beim Akkuwechsel im Weg ist. Schätzungsweise sollte aber ein Akkupaar für mindestens 30 - 45 Minuten Flugzeit reichen (ohne Thermik / Aufwind) daher finde ich den etwas höheren Aufwand beim Akkuwechsel in Ordnung.
Akkufach rechts.JPG
Der Ablauf für einen Akkuwechsel ist also:
- Untere Rumpfverkleidung abnehmen (Über Magnet gesichert)
- Akkus vom Regler trennen
- Flächensicherung entfernen (Noch keine Ahnung wie die Flächensicherung wird)
- Schraube auf der Flügelunterseite entfernen
- Längsträger entnehmen
- Flächen auseinanderziehen
- Akkus tauschen
- Uuuuuund dann das alles nochmal rückwärts...

Wie gesagt, ideal ist es nicht, aber mir fällt nicht wirklich was besseres ein...
Um den Akku unterm Längsträger durchzuschieben müsste ich diesen fast 8mm nach oben schieben. Er ginge dann nicht mehr durch den Flügel sondern tatsächlich wie bei einem Tiefdecker mit ganz dünnem Rumpf ÜBER den Flügel... :shock: ich weiß ja nicht...



Die Trennung der Flügelteile erfolgt leicht außermittig um die Schraube für die Befestigung des Längsträgers nicht direkt in der Trennebene liegen zu haben. Sonst würde man, statt den Längsträger festzuziehen, einfach nur die beiden Flächenhälften auseinander schieben...
Trennung.JPG


Hier sieht man jetzt auch die linke Flächenhälfte, in ihr sitzt hinter dem Hauptholm der Empfänger.
Insgesamt ist es recht eng, im Moment druckt ein Mockupmodell um mal den Einbau der Elektronik testen zu können.
Draufsicht.JPG



Weiter geht es jetzt mit folgenden Fragen:
- Wie werden die Flächenteile gesichert? (Sowohl in der Mitte als auch am Außenflügel) (Geht das irgendwie schöner als mit Tesa?)
- Wie sind die Stecker zu den Servos in den Außenflügeln ausgeführt? ("Automatisches" an / abstecken?)
- Gibt es sonst noch gute Lösungen die ich übersehen habe?



Zuletzt noch kurz zum Schwerpunkt:
Ich hab das mal durchgerechnet und muss zugeben das das Konzept als Segler wohl nicht aufgehen würde... :D
Im Moment ist mein Plan die Länge der Nase noch variabel zu lassen, so kann ich das komplette Modell fertig bauen, dann testen wo Motor, Regler, Spinner und Prop hängen müssen um den Schwerpunkt zu erreichen, dann den Längsträger kürzen und mir die Rumpfverkleidungen dafür passend drucken...
Sollte aber alles in allem mit ca. 10cm "Nase" ganz gut hinkommen...

Lasse C
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Re: Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von Lasse C » Mo 29. Jul 2019, 12:53

Und zu guter Letzt noch ein paar Bilder der bisherigen Teile:
IMG_4352.jpg
Fertiges SLW, 1,16dm^2, 11,7g, erstaunlich fest...

IMG_4333.jpg
Und hier sieht man sehr schön die Variation des Infill im vorderen Bereich

IMG_4347.jpg
Holme mit Verbindern im Rohzustand

IMG_4348.jpg
Längsträger mit Motorspant

IMG_4353.jpg
SLW mit Längsträger und dem Teil in welches die Mutter eingesetzt wird (Abstände nicht maßstäblich)

IMG_4355.jpg
Fertiger Hauptholmverbinder - Bauweise funktioniert sehr gut, etwas nachschleifen und man hat eine perfekte Passung...



Sobald das Elektronik-Mockup gedruckt ist gibts ein Update, und wenn die Flächensteckung und der Anschluss der Servokabel geklärt ist können die Teile vom Innenflügel auch schon gedruckt werden...

Bis dahin liebe Grüße,

Lasse

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Fort mit großen Schritten... Großer Fortschritt :)

Beitrag von Lasse C » So 11. Aug 2019, 19:31

So, die letzten zwei Wochen hat sich einiges getan...

Bilder des Mockups der Mitte gibt es leider nicht, dafür aber Bilder der fertigen Parts.

Hier mal die ersten Teile:
IMG_4357.jpg
Und der komplette rechte Außenflügel (Noch ohne Einbauten)
IMG_4369.jpg
Hier das Mittelteil mit Steckung:
IMG_4362.jpg
Mit Akkus, Empfänger und Servokabeln (Rechts fehlt noch ein Teil)
IMG_4363.jpg
Und mit eingebauter Motoreinheit:
IMG_4368.jpg

So sieht das ganze dann montiert aus (Noch ohne Rumpf)
IMG_4375.jpg
Und so in freier Wildbahn (Mit Rumpf)
IMG_4383.jpg
Da ich seit zwei Tagen im Urlaub in Südfrankreich bin, musste ich mich beim Bau des Modells etwas beeilen weshalb nicht mehr Fotos entstanden sind. Insgesamt verlief der Bau recht reibungslos, lediglich ein paar Passungen etc. muss ich noch anpassen. Die Fixierung der Flächenteile erfolgt jetzt über Magnete, die Servokabel beim zusammenstecken mit den Originalsteckern auf ein passendes Gegenstück aus drei Pins einer 2,54mm Pinleiste gesteckt. Die erforderlichen Kräfte sind sehr klein und so muss man den Flügel wirklich nur zusammenstecken und sich sonst um nichts kümmern...

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Re: Elektro Nurflügel im 3D Druck

Beitrag von Lasse C » So 11. Aug 2019, 20:05

Nun zum Erstflug...

Da dies mein erster Nurflügel ist hatte ich natürlich vorher mal gegoogelt wie man die Dinger denn wirft, dennoch führte meine
Interpretation des "Daumen unter die Fläche, Finger um die Endleiste, kräftig werfen!" Mottos dazu, dass das Modell zwei Meter vor mir in die zum Glück recht hohe Wiese einschlug. Hm. Der Motorträger war leider gebrochen, der Motor baumelte vorne aus dem Modell. :x
Ich hatte aber keine Lust sofort wieder einzupacken, kleisterte die Front des Modells mit Klebeband zusammen, trimmte ein paar Klicks auf Höhe und warf noch ein paar mal um wenigstens die prinzipielle Flugfähigkeit des EBOW zu erproben. Dies gelang auch, trotzdem konnte ich aufgrund meiner Wurftechnik schon mal ein gutes Gefühl für die Crashresistenz des Modells bekommen.
Abgesehen vom Motorträger: Ziemlich gut :mrgreen:

Solchermaßen nicht ganz enttäuscht packte ich zusammen um ca. zwei Stunden Später an gleicher Stelle (Aber mit neuem Motorträger)
mein Glück nochmal zu versuchen. Diesmal gelang der Wurf deutlich besser und, siehe da, er fliegt.

Mit dem 4S Antrieb wiegt er etwa 690g, woraus eine Flächenbelastung von ca. 35g/dm^2 resultiert. Vom Flugstil her mag er es eher weitläufig bewegt zu werden, außerdem gab es einen kleinen Schreckmoment als er beim Abfangen aus einem Abschwung plötzlich einen einseitigen Strömungsabriss hatte und quasi eine grissene Rolle flog. :shock:
Zum Glück war ich hoch genug und konnte sicher landen.

Meine Theorie dazu ist das der Flieger recht kopflastig eingestellt war (Ruder standen bestimmt 2mm aus dem Strak nach oben), das ich außerdem deutlich zu große Ruderausschläge eingestellt hatte, und das so durch die Starken Ruderausschläge beim Abfangen der Flügel nicht mehr genug Auftrieb produzieren konnte.
Theoretisch müsste also ein zurücklegen des Schwerpunktes zu kleineren notwendigen Ruderausschlägen, damit zu einem höheren CaMAX und damit wiederum zu einer besseren Wendigkeit führen, richtig?

Und noch etwas anderes fiel mir auf:
Daheim stellte ich fest das ich doch etwas Trimmblei im Heckausleger hatte. Also richtig Trimmblei. So 28g Trimmblei... :x
Kurzerhand zog ich einen Akku aus dem Flügel, das Trimmblei aus dem Ausleger und prüfte den Schwerpunkt. Siehe da, leicht kopflastig...
Morgen werde ich das Fliegerchen also mal mit 2S testen, mal sehen wie das so wird.

bis dahin liebe grüße,

Lasse

Lasse C
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Er fliegt, und wie!

Beitrag von Lasse C » Fr 16. Aug 2019, 00:30

Mittlerweile habe ich über sieben Flugstunden mit dem EBOW gesammelt und bin recht zufrieden. :D
Mit dem 2S Setup wiegt er jetzt 630 Gramm und mit dem deutlich zurückgenommenen Schwerpunkt fliegt er sich auch echt gut.
Mein aktuelles Fluggebiet sind die Hänge um den Lac d'Annecy, dort gibt es eine ordentliche Mischung aus Hangwind und Thermik,
so bekomme ich Flüge von über einer Stunde mit unter einer Minute Motorlaufzeit hin. Den Motor benutze ich eigentlich nur beim Start,
beim Auskundschaften neuer Hänge oder wenn mal gar nichts geht als Rückkehrhilfe.
Da ich momentan aber doch mehr Thermik als Hangwind fliege (Und weil ich glaube das es auch sonst nicht schaden kann) würde ich den
EBOW gerne noch etwas abspecken.

Da ich mit 2S die gleiche Luftschraube fliege wie vorher mit 4S habe ich nur eine Leistung von ca. 80 Watt - Was aber völlig ausreicht.
Dementsprechend könnte ich aber noch einen kleineren Motor, Regler und Akku verbauen - Das spart bestimmt 35 Gramm.
Für die kleineren Komponenten könnte auch der Rumpf nochmal schlanker werden, aber ich finde leider keine vernünftige Spinner/Prop Kombo mit weniger als 29mm Durchmesser... :x (25mm wäre ideal!)

Auch an den Holmen und am Infill der Tragfläche könnte ich noch etwas sparen, die Flächen doch durch Tesafilm statt durch Magnete sichern
und auch das Seitenleitwerk nochmal angehen...
Mein Traumgewicht wären 560 Gramm. (Also nicht meins, das vom EBOW ;-) )

Die Festigkeit ist im Moment sehr hoch, die Außenflächen sehen noch aus wie am ersten Tag, lediglich im Mittelteil hat die Nasenleiste mittlerweile drei kleine Macken. Naja, auf Bergwiesen hats halt manchmal Steine...
Dazu sollte ich vielleicht auch noch sagen das das Modell von mir in den Packtaschen vom Fahrrad transportiert wird, gestern ging es über 1000 Hm auf Schotter bergab, das hat schon ordentlich geholpert. Trotzdem macht es das alles bis jetzt klaglos mit.
Auch die Befestigung des Rumpfrohres hat sich absolut bewährt, meine Wurftechnik ist immer noch nicht sooo dolle, und einmal gab es einen fiesen Absturz als ich die Turbulenzen hinter einer Baumreihe unterschätzt habe.
Der Rumpf trennt sich dann vom Flügel indem er die Nylonschraube abreißt, außerdem sind die beiden Rumpfhälften (Oben und Unten) nur zusammengeklipst und können sich ohne kaputt zu gehen lösen. Das Modell ist dann zwar auf mehrere Quadratmeter verteilt, aber 10 Minuten später kann es auch schon weitergehen...

Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin werde ich mich daran machen den zweiten EBOW mit oben genannten Änderungen zu bauen.
Bis dahin sammel ich hier weiter kräftig Flugstunden...

LG

Lasse

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