Amokka Rennbrett von Peter Wick

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Michl1
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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von Michl1 » Mi 14. Feb 2018, 11:31

Hallo zusammen,
Ersteinmal möchte ich Peter Wick noch ein großes Dankeschön aussprechen, dass er die Daten hier veröffentlicht hat! :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Bisher hatte ich nur die Balsa Seitenflossen und Querruder meiner EPP Flügel mit 40-g CFK Spread Trow Gewebe diagonal beschichtet.
Dadurch habe ich eine enorme Torsionssteifigkeit erreicht und durch Verwendung der Mylar Bänder ergab das eine tolle CFK Sichtoberfläche.
Als Peter Wick die Daten in der Aufwind veröffentlichte hatten wir uns bald überlegt, einen Nurflügel entsprechend der Beschreibung dort zu bauen.
Durch die Veröffentlichung der Details hier und im RCN war dann der Entschluss klar, den Amokka 1.2 so bald wie möglich zu bauen.
Die Kerne hat uns Wattsi (aus dem RCN Forum) in einer perfekten Qualität geschnitten.
Da ich zum ersten Mal das Vakuumbagging mit Styrokern umsetze wollte ich das ersteinmal mit den Seitenflossen probieren.
Die Seitenflosse ist mit einem HT13 profiliert und entspricht in den Abmessungen der Skizze von Peter.

Zuerst wird die Finne entsprechend ausgeformt, die Wurzel winkelig geschliffen und die Endleiste begradigt.
Danach habe ich die Oberfläche vorsichtig mit 240er Schleifschwamm angeschliffen.
Hierzu verwende ich die Schleifpads von 3M. Durch den Schaumstoff sind die Rundungen problemlos zu schleifen und man bekommt auch die Nasenleiste im Randbogenbereich perfekt geschliffen.
Als nächstes wird die Wurzelrippe aus 3-mm Flugzeugsperrholz angefertigt.
Die Aluhülse für die 6-mm Steckung wird in die Rippe gesteckt, ausgerichtet und verklebt. Anschließend verklebe ich die Einheit mit PU Kleber mit dem Kern.
Die Mylarfolien werden zugeschnitten, mit PAD Wachs imprägniert, poliert und mit transparentem Gelcoat gestrichen.
Die Ränder zur Nasenleiste hin Schäfte ich auf ca. 10-mm Breite mit einer Ziehklinge auf null aus. Dadurch liegt später der Verbund sauber um die Rundungen an.
Während das Gelcoat aushärtet bereite ich die Gewebelagen vor.
Für die Nase und den Randbogen verwende ich einen Verbund aus 40-g Kevlar und 80-g Glas. Beides diagonal geschnitten. Hierzu klebe ich das 19-mm breite 3M Transfertape auf das sauber ausgerichtete Kevlar Gewebe, schneide es aus, beneble die Oberseite leicht mit Sprühkleber und lege das Ganze dann auf das Glasgewebe.
Der Verbund wird anschließend ausgeschnitten und mit Hilfe des Transferklebebandes auf den Kern aufgeklebt.
Das Ganze schaut dann so aus:
20180207_220129.jpg
Kern fertig vorbereitet
Als nächstes wird der Verbund für die Schale vorbereitet.
Ich wollte die Finne primär steif und stabil bekommen, deswegen habe ich 40-g Spread Tow diagonal und eine Lage 60-g CFK unidirektional vorgesehen. Das unidirektionale Gewebe wird hierzu mit wenig Sprühkleber auf die Decklage geheftet. An der Wurzel kam noch ein 20-mm breiter Streifen des unidirektionalen Gewebe zur Verstärkung längs der Rippe hinzu.
20180207_220146.jpg
Alles vorbereitet zum Harzen
Jetzt wird alles getränkt, auf den Mylars positioniert und mit Zewa das überschüssige Harz abgedrückt. Danach wird das überstehende Gewebe sauber beschnitten. Als nächstes wird der Verbund an der Nasenleiste mit Harz getränkt und anschließend die Mylar Folien positioniert und mit Tape fixiert.
Das fertige Paket kommt dann in den Foliensack und wird abgesaugt.
Anschließend wird das Ganze zwischen die Schalen gelegt, sauber ausgerichtet und mit Gewichten beschwert.
20180211_204727.jpg
Beim Pressen
Nach dem Aushärten werden die Mylars abgezogen. Ich war vom Ergebnis begeistert. Einzig am Randbogen hat sich beim hineinschieben in den Vakuumsack das Glasgewebe etwas gelöst.
20180211_204641.jpg
Nach dem Pressen
20180211_204557.jpg
Randbogen
20180211_204521.jpg
Gesamtoberfläche
Nach dem Verputzen und Schleifen der Nasenleiste habe ich die Wurzelrippe noch mit drei lagen CFK 60-g diagonal beschichtet. Hierzu schneide ich mir aus 0,5-mm Vivak 20-mm breite Streifen, trenne diese mit PAD Wachs ein, um sie dann mit dem Gewebe zu belegen. Anschließend wird die Flosse darauf gestellt, ausgerichtet und bis das Harz ausgehärtet ist, fixiert.
20180209_074730.jpg
Wurzelrippe pressen
20180209_074835.jpg
Vivat ablösen
Nach dem verputzen schaut das Ganze dann so aus:
20180211_204429.jpg
Gesamt fertig
20180209_193949.jpg
Wurzelrippe fertig
Ich bin vom Ergebnis absolut begeistert. Die Flosse wiegt 40 Gramm ist bocksteif und hat eine schöne druckfeste Oberfläche.
Jetzt kann es an die Flügel gehen.
Ich melde mich hier, wenn der erste Flügel fertig ist...
Viele Grüße
Michael

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Michl1
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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von Michl1 » Mo 19. Feb 2018, 22:14

Hallo zusammen,
Gestern habe ich mit der Steckung und dem Ballast System beschäftigt.
Ich möchte eine 10-mm CFK Steckung einbauen.
Im Schwerpunkt (nach Skizze von Peter) werde ich ein 12-mm Rohr in die Flügel einsetzen.
Hierzu habe ich zwei entsprechende CFK Stäbe drei mal mit PAD Wachs und einmal mit normalem Wachs eingegrenzt.
Anschliessend habe ich die Stäbe zweilagig mit Backpapier umwickelt.
Das überziehen der GFK und CFK Schläuche war etwas Tricky, hat aber letztendlich gut geklappt.
An einer Seite habe ich die Schläuche mit Klebeband fixiert.
Nachdem Glattstreichen der Schläuche werden die Enden an der anderen Seite straff gezogen, zusammen gezwirbelt und mit dünnflüssigen Sekundenkleber fixiert.
Die Schläuche bleiben so schön straff.
Die Hülse für die Steckung besteht aus zwei Lagen GFK welches an den Enden mit Kevlar umwickelt wurde.
Das Ballast Rohr habe ich aus einer Lage GFK und einer Lage GFK Schlauch erstellt.
Zum auftragen des Harzes habe ich mir eine einfache Vorrichtung gebaut.
So lassen sich die Stäbe ordentlich mit der Walze rollern.
20180218_161350.jpg
Fertig geharzt
Dank der Auflage war auch das Wickeln mit Abreisgewebe kein Problem mehr.
Dabei wird dann Laminatverbund noch ordentlich verpresst. Das ist besonders bei der Umwicklung mit Rovings sehr von Vorteil.
Weiters spart man sich die Anschleiferei vor dem Verkleben im Flügel und die Oberfläche wird verschlossen wodurch die Gefahr sich lästige Splitter ein zu ziehen deutlich minimiert wird.
Und nicht zuletzt wird überflüssiges Harz ausgedrückt und aufgesaugt.

Nachdem das Ganze ausgehärtet war habe ich mit Gummihammer und Durchschlag die Stangen aus dem Rohr heraus geklopft.
Das ging einwandfrei.
Das Backpapier konnte anschliessend mit dem Durchschlag aus den Rohren problemlos heraus geschoben werden.
20180219_214004.jpg
20180219_214013.jpg
20180219_214020.jpg
Ich hätte nicht gedacht dass das Entformen der metrigen Stangen so problemlos gelingt. :thumbup:
So kann es gerne weiter gehen... :mrgreen:

Viele Grüße
Michael

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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von Michl1 » Di 17. Apr 2018, 20:20

Hallo zusammen,
Am Wochenende hatten wir den Erstflug des ersten Amokka 1.2 (den ich für meinen Vater gebaut habe).
Die ersten Flüge bei kaum Wind waren schon sehr vielversprechend, leider habe ich weder Bilder noch Video vom Erstflug... :?

Beim Bau der ersten Flächen hatte ich dann doch ein paar Probleme, alles in allem hat es aber gut geklappt. :thumbup:
(...nur etwas länger gedauert als geplant...) :mrgreen:

Ich bin noch am Sortieren der Bilder, werde dann die Woche auf jeden Fall noch ein bisschen was zum Bau nachreichen.

Viele Grüße
Michael

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