Amokka Rennbrett von Peter Wick

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UweH
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Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von UweH » Mo 30. Mai 2016, 00:27

Hallo Leute, nach Jahren des bohrens und drängelns bei verschiedenen Treffen hat mir Torsten Kern vom Pitbull Team seine Amokka verkauft, die Peter Wick als eines von 3 insgesamt existierenden Exemplaren gebaut hatte. Torsten ist einfach nicht dazu gekommen den Flieger aufzubauen und jetzt sollte ich dafür sorgen dass die tolle Planke die Welt endlich mal von weiter oben als Torstens Speicher sieht. Bei RCN gibt es einen älteren Thread zu dem Modell aus Formen, das sicher immer noch zu den besten Hangbrettern gehört die man nicht kaufen kann: http://www.rc-network.de/forum/showthre ... -Rennbrett

So sah das Brett nach der Übergabe aus:
Klein_IMG_4965.jpg
So weit, so gut.....bei mir haben Brettnurflügel wegen der schwierigen Landebedingungen an meinen besten Hängen einen relativ hohen Verschleiß, das dürfte für die Lebensdauer meines lange ersehnten und sehr seltenen neuen Bretts leider nicht gerade günstig sein. Deshalb habe ich Peter gefragt ob ich das Modell vor dem ausbauen und fliegen abformen darf. Peter hat dem nicht nur zugestimmt, er hat mir auch noch eine Menge Informationen zu Auslegung und Aufbau mit gegeben, vielen, vielen Dank dafür :thumbup: :) :thumbup:

Durch das abformen wird der Ausbau noch etwas länger dauern, aber ich verspreche dass ich den von Peter Wick persönlich und selbst gebauten Flieger in die Luft bringe und dann in Ehren halte .......wenn er das abformen übersteht. So viel kann ich schon verraten: zumindest der Rumpf wird fliegen können ;-)

Ich möchte hier den Bau der Formen und Modelle mal zeigen um Tipps von anderen die in Harz und Gewebe bauen zu bekommen und solchen die das noch tun möchten zu geben. Ich bin ein Sturkopf, deshalb werde ich sicher nicht alle Tipps und oft meinen Dickkopf umsetzen, trotzdem hoffe ich brauchbare Formen und gut fliegende Modelle erstellen zu können.
Leider wird man auch bei mir das Brett nicht kaufen und die Formen nicht ausleihen können, die sind nur für den Eigenbedarf und gute Freunde und Vereinskollegen die Nurflügelentwicklung unterstützen und fördern :roll:

Hier gehts dann auch gleich los mit dem Bericht übers abformen.
Der Rumpf ist für das flugfähige Exemplar gebaut und deshalb muss man bei der Verwendung als Urmodell ein paar Abstriche machen. Es gibt keine Kabinenhaube, der einteilige 2 m-Flügel wird nachher von oben aufgeschraubt. Vorne ist der Rumpf sehr stabil, hinten dünn und leicht gebaut, wie es sich für ein auf Masseverteilung optimiertes Brett gehört. In die dünnwandige Seitenruderfinne hat Peter Stützrippen und einen Steg einlaminiert, die sich in der Form nachher abzeichnen. Der Lack war auch sehr dünn aufgebracht und damit leicht, hier habe ich erst mal etwas geschliffen und mit 1K Spritzfüller versucht die Pinholes zu schließen.
Klein_IMG_5007.jpg
Klein_IMG_5009.jpg
Perfekt ist es nicht geworden, aber nach etwas Nassschliff und dem eintrennen mit 6 x Grundierwachs habe ich die Trennebene aus einem Baumarkt-Regalbrett gesägt. Mein neuer Multimaster hat mir dabei gute Dienste geleistet.
Der Rumpf wurde in ein Bett aus 3 Streifen Polyesterspachtel gedrückt, jeweils an der Rumpfnase, dem Finnenfuß und dem Finnenrandbogen, und auf die Mittellinie einnivelliert. Nach dem aushärten wurde der Restspalt mit Polyesterspachtel geschlossen, die nach oben etwas über die Trennebene über steht.
Die Löcher für die Formfixierstifte wurden gebohrt, die aus Regalbretthaltern mit Bund aus dem Baumarkt bestehen.
Klein_IMG_5017.jpg
Der Rumpf wurde nach dem aushärten der Spachtel aus der Trennebene genommen, der Spachtelüberstand plan abgeschliffen und dann Rumpf und Formfixierstifte in die Trennebene eingesetzt. Das ganze habe ich noch mal mit 2 x Grundierwachs behandelt und für zuverlässiges entformen mit PVA-Trennmittel eingetrennt.
Das PVA habe ich zur besseren Sichtbarkeit des Trennfilms mit ein paar Tropfen Farbkonzentrat aus dem Baumarkt eingefärbt und mit einem Schwamm aufgetragen, funzt problemlos.
Klein_IMG_5019.jpg
Die Form für den Rumpf incl. Verklebeleisten ist inzwischen fast fertig und den Weg da hin zeige ich beim nächsten Mal.

Gruß,

Uwe.
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Milan
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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von Milan » Mo 30. Mai 2016, 09:45

Guten Morgen Uwe.

Klasse das du einen Formbaubericht machst !

Ganz besonders gespannt bin ich auf die Verklebeleisten. Ich habe für meine K2 auch welche gebaut; das Ergebnis ist jedoch nicht das gelbe vom Ei geworden und freue mich daher für künftige Vorhaben auf andere Ideen.

ps. Satire an: Wenn dein Rumpf keine Kabinenhaube hat - wie bekommst du dann den Motor da gescheit rein? Satire aus

Gutes Gelingen :thumbup:
LG

Harry

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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von UweH » Mo 30. Mai 2016, 11:28

Milan hat geschrieben:ps. Satire an: Wenn dein Rumpf keine Kabinenhaube hat - wie bekommst du dann den Motor da gescheit rein? Satire aus
Hallo Harry, ich denke im Moment über einen Hybridantrieb nach, also Turbine mit vorgesetztem Impeller als Turbolader.
Mein Freund Til hat da sicher eine passende "ich-hab-die-dicksten-Eier-Einziehmechanik" für die Tragfläche im Programm, damit brauchts keine Kabinenhaube. Das werden wir dann aber im Segelflugbereich eines bekannten Nachbarforums separat vorstellen, denn bei 3-fach-Off-Topic für Nurflügel, Impeller und Turbine passt es so richtig Klasse dort rein und könnte nirgendwo anders gepostet werden :thumbup: :mrgreen:

Gruß,

Uwe.
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Peter Wick
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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von Peter Wick » Mo 30. Mai 2016, 11:32

Hallo Uwe

super...sieht gut aus. Der Rumpf hat eine interessante Geschichte. Der Vorderteil ist ähnlich der Estrella...ich hatte da eine Haube, die ich dann ein wenig verkleinert habe :-) das Seitenleitwerk ist ein positiv vom F3B Shark Elektro (das Profil ist allerdings symmetrisch - der ursprüngliche Shark hatte S8025 :-) Das Positiv wurde dann angepasst usw. Beim Klappenanschluss am Rumpf, hat der Rumpf eine vertikale Seitenfläche um da bei Klappenausschlag dicht zu machen und das SLW hat dann einen Strak hoch zum SLW wegen des Wirbels - neg. Wendemoment usw.
Über die Form des Rumpfes bin ich immer noch stolz :-), finde ich ist echt schön geworden. Vielleicht etwas kurz.....alles hinten raus leicht bauen!!! Das untere Ende des SLW´s ist auch ein wenig bruchemfindlich (Rovings unten reinlegen (Glas!).

ich würde vielleicht noch eine Blutrinne an der Endleiste des SLW´s machen (ein scharfkantiges Gummirechteckband geht super). Mein Rumpfform ist oben beim Flügel offen, so dass man die Nähte von aussen schliessen kann ist allerdings ein ziemliches Gefummel.

ese geht auch ohne Verklebeleisten: Einfach einen Überstand an einer Seite stehen lassen (max. 1 cm)....das Ganze angelieren lassen und mit Matsch zukleben.

vh Peter

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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von UweH » Mo 30. Mai 2016, 11:45

Peter Wick hat geschrieben:Über die Form des Rumpfes bin ich immer noch stolz :-), finde ich ist echt schön geworden.
Hallo Peter, ich finde den Rumpf auch sehr schön, gefällt mir wesentlich besser als der von Petoma.
Das mit der brechenden Finnenunterkante kenne ich leider nur zu gut von den ersten Strong-Rümpfen und von Petoma.
Ich werd da auf alle Fälle ordentlich was einlegen, Glas oder Kevlar, aber nur unten. Bei Petoma hat zuletzt aber nur geholfen den immer wieder aufbrechenden Riss von außen mit Glasfasertape abzukleben und das dann ab und zu auszuwechseln ;-)
Peter Wick hat geschrieben:ich würde vielleicht noch eine Blutrinne an der Endleiste des SLW´s machen (ein scharfkantiges Gummirechteckband geht super). Mein Rumpfform ist oben beim Flügel offen, so dass man die Nähte von aussen schliessen kann ist allerdings ein ziemliches Gefummel.
Die Blutrinne habe ich vergessen :oops: ....statt eines Gummibands werde ich jetzt wohl den Dremel bemühen :roll:
Ich will die Rumpfform an der Tragflächenauflage auch noch öffnen, für den Bereich habe ich keine Verklebeleisten gemacht, aber das Gefummel dadurch Nahtband oder Gewebeüberstand in der schlanken Nase anzudrücken möchte ich mir gerne sparen. Mal schaun ob die Verklebeleisten funktionieren wie gedacht, dazu aber später mehr.

Gruß,

Uwe.
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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von Nebukadneza » Mo 30. Mai 2016, 12:02

Hi Uwe,

danke für deinen Bericht! Ich bin auch schon ganz gespannt wie du die 32412-KiloNewton-Turbine in die Nase bekommst … äh … eigentlich eher auf die Verklebeleisten im Einsatz. Da würde ich mich über ein paar Bildchen besonders freuen, sowohl von der Herstellung der Leisten als auch deren Verwendung. Irgendwie konnte ich mir nach den Anschauungsexemplaren in Christians Werkstatt trotz Erklärungen nicht so richtig dolle vorstellen wie das mal sauber zupappen soll. :oops: :roll:

Ansonsten … Danke nochmal :-). Auf dass es weiter nur-Geflügelt :D

Grüßle,
Dario

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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von UweH » Do 29. Jun 2017, 00:16

Nebukadneza hat geschrieben:Da würde ich mich über ein paar Bildchen besonders freuen, sowohl von der Herstellung der Leisten als auch deren Verwendung. Irgendwie konnte ich mir nach den Anschauungsexemplaren in Christians Werkstatt trotz Erklärungen nicht so richtig dolle vorstellen wie das mal sauber zupappen soll.
Hallo Dario,

sorry dass es hier so lange nicht weiter ging, denn die Rumpfform ist schon lange fast fertig, nur die Verklebeleisten müssen noch etwas angepaßt und ggf. die vergessene Blutrinne hinter dem Seitenleitwerk eingefräst werden. Nachdem ich im Hangflugurlaub die Amokka 202 von Claas fliegen hab sehen packte mich wieder die Lust mit dem abformen von Amokka 1 weiter zu machen, derzeit mache ich die Hilfs-Trennebene des Flügels.

Bevor es Bilder und Infos vom abformen des Flügels gibt versuche ich die Dokumentation des Baustands der Rumpfform nachzuholen. Da es hier schon viele Berichte zum Bau von Rumpfformen gibt beschränke ich mich auf Bilder und die notwendigsten Infos, wenn ich was vergesse bitte fragen.

Die letzten Bilder zeigen den Rumpf in der PVA-eingetrennten Hilfs-Trennebene.
Darauf kam zunächst flüssige Schokolade der Fa. HP, Geschmacksrichtung E30FB-1100. Wichtig dabei ist dass man den Auftrag an einer Seite auf der Trennebene beginnt und neue Schokolade aufträgt indem man sie auf die schon aufgebrachte draufschmiert und von dort mit dem Pinsel auf die noch nicht überzogenen Bereiche weiter schiebt, das verhindert Blasen und Lunker.
Klein_IMG_5022.jpg
Auf die Schokolade wird eine Kupplungsschicht aus Glaskurzfaser-Kokosflocken gestreut und mit Pinsel oder Spachtel leicht in die Schokolade eingedrückt
Klein_IMG_5024.jpg
Die scharfen Kanten zwischen Trennebene und Urmodell und zu den Paßstiften werden mit Epoxy-Tixo-Faser-Zuckerguß-Mumpe aufgefüllt um sanfte Übergänge ohne Hohlstellen für das Gewebe auflaminieren zu bekommen.
Klein_IMG_5026.jpg
Anschließend werden die Gewebelagen in symmetrischer Abfolge auflaminiert.
Bei dieser ca. 75 x 35 cm großen Form habe ich mich für folgenden Laminataufbau entschieden:
1 x 160er Glas Köper
1 x 160er Basalt Köper
4 x 440er Glas Scheindreher
1 x 160er Basalt Köper
1 x 160er Glas Köper

Klein_IMG_5027.jpg
Klein_IMG_5030.jpg
Klein_IMG_5033.jpg
Klein_IMG_5034.jpg


Nach dem aushärten des Schoko-Zuckergusses wird die erste Formhälfte mit dem Urmodell darin aus der Trennebene gelöst, besäumt und vom PVA-Trennmittel gesäubert. PVA ist wasserlöslich, das säubern erfolgt bei mir mit einem nassen Lappen der immer wieder ausgewaschen wird.
Klein_IMG_5035.jpg
Klein_IMG_5037.jpg
Anschließend habe ich die Formkanten der ersten Hälfte mit Klebeband umklebt um nachher besser Keile zum entformen ansetzen zu können. Für die Formverschraubungen habe ich Löcher gebohrt, eingetrennte Inbusschrauben durch gesteckt und Rampa-Gewindemuffen zum einlaminieren aufgedreht.
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Nach den erneuten eintrennen mit 5 x Grundierwachs und 1 x PVA ging die Konditorarbeit mit Flüssigschokolade, Kokosflocken und Zuckerguss wieder von vorne los wie bei der ersten Formhälfte.
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Für die Verklebeleisten wird die Formhälfte mit den Verschraubungsbohrungen entformt und die Hälfte mit den einlaminierten Rampa-Muffen gesäubert und neu eingetrennt. Das Formlaminat wird durch die Rampa-Muffen mit dem Gewinde-Kerndurchmesser als Pilotbohrung durchbohrt. Dann werden schmale Streifen Gewebe mit gleichem Aufbau wie die Form auf den Formrand und den Rand des Urmodell laminiert.
Nach dem aushärten werden die Rampa-Muffen von der anderen Seite und durch die Verklebeleisten durchbohrt und die Verklebeleisten entformt.
Die Löcher in den Verklebeleisten werden mit einer Rundfeile so nachbearbeitet, dass sie sich mit ca. 2 mm Formrand-Überstand auf die Trennebene schrauben lassen, aber das zeige ich im Bild erst demnächst an der fertigen Form.
Klein_IMG_5072.jpg
Gruß,

Uwe.
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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von italouwe » Do 29. Jun 2017, 19:50

...du hast wirklich die Stichsaege rausheholt!!!

Kompliment, das sieht verdammt gut aus, was du da machst!
Ich freue mich auf den weiteren Verlauf, da gibt es viel zu Lernen, es steht ja auch bei mir ein Projekt an, die SB14 in 1:, aehh, ich bin jetzt mal ruhig, hier gehts ja um die Amoka.

Hau rein, Gutes Gelingen

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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von UweH » Sa 26. Aug 2017, 11:59

italouwe hat geschrieben:...du hast wirklich die Stichsaege rausheholt!!!
...ja, und die Schere, die Pinsel, das Gewebe usw. und die Flügelform ist fertig laminiert und der Flügel fast heil ausgeformt.
An der Flügelform sind noch ein paar kleine Nacharbeiten zu machen und die Qualität ist nicht mit einer Form aus gefrästen Urmodellen vergleichbar, aber sie dürfte brauchbar sein.

Ich werde allerdings zuerst den von Peter Wick gebauten Flügel ausbauen und fliegen, dazu mache ich einen neuen Rumpf aus der Form die ich von Peters Rumpf abgenommen habe.

In den letzten Tagen habe ich die Form mit 2000er Nassschleifpapier und Stahlfix als Polierpaste noch etwas aufgehübscht, das ging erstaunlich gut, aber die Unebenheiten am Finnenfuss neben der Formkante habe ich nicht raus bekommen, also auch hier Abstriche gegenüber "echten" Urmodellen.
Eingetrennt habe ich mit 1 x dünnflüssigem Grundierwachs und 6 x Carnaubawachs HP-CX7.

Jetzt ist die Rumpfform mit IMC lackiert und es kann als nächstes der Rumpf laminiert werden.
Klein_1IMG_5584.jpg
Klein_1IMG_5592.jpg
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Gruß,

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Re: Amokka Rennbrett von Peter Wick

Beitrag von UweH » Do 31. Aug 2017, 23:37

Hallo Leute,

in den letzten Tagen hab ich in der Form den ersten Rumpf laminiert.
Peter Wick hatte das Seitenleitwerk für den Rumpf den ich abgeformt habe in dünner GFK-Hartschale mit einer inneren Stützkonstruktion aus Balsarippen und einem Holzsteg gebaut. Da ich keine passenden Balsarippen hatte und die Außenlage in vorhandenem CFK-Spread-Tow ausführen wollte hab ich für die Aussteifung der Finne eine andere Methode gewählt.
Die Finne bekam 1,2 mm Airex Stützstoff und wurde mit einer 80er ST-Außenlage und zwei 70er Kevlar-Anschlußlagen im Finnenfuß separat zuerst auf die IMC-Lackschicht eingesaugt. Das Harz für das Spread-Tow wird reichlich mit Tixo eingedickt, aber offensichtlich hab ich nicht genug Tixo verwendet, denn im ersten Versuch sind trotz neuem Entlüftungsroller noch viele oberflächliche Lunker drin geblieben.
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Klein_IMG_5611.jpg
Nachdem das erste Harz so hart ist dass das Laminat in der Form bleibt wird das Abreißgewebe auf den Klebeflächen abgezogen und die Innenlagen laminiert.

Der Brettrumpf sollte vorne fest und hinten leicht sein, dementsprechend ist auch der Laminataufbau gestaffelt.
In der Finne ist nur noch eine Innenlage aus 50er Glas und ein 20 mm Streifen Spread-Tow UD-Kohle je Seite, nach vorne zu sind neben der Außenlage 50er Glas gestaffelt 3 Lagen 160er Basalt # und eine Lage 160er Kevlar x bis Mitte Flächenauflage.
Im Bereich der Flächenauflage, am Finnenfuß und der Rumpfanformung an der Flügel-Nasenleiste sind reichlich Glasrovings drin, an der Nasenleistenanformung auch noch viele dünne Glasplätzli unter der Mumpe.

Da ich bei dieser Rumpfform mit Verklebeleisten arbeite wird auch das Innenlaminat abgesaugt.

Damit der Foliensack das Laminat unter den Verklebeleisten gut andrücken kann muss beim Vacuum ziehen eine Falte in die Rumpfmulde drappiert werden, die dann aufgeht und die Mulde ausfüllt. Das hat beim ersten Mal noch nicht so gut geklappt und der Foliensack lag teilweise hohl. Dort sammelt sich dann überschüssiges Harz statt durch die Lochfolie in das Absaugflies / Küchenkrepp zu gehen. Dadurch habe ich nicht nur zu viel Gewicht im Rumpf, auch die Lochfolie ließ sich dort nur mühsam und unvollständig entfernen.

Auf den Verklebeleisten lagen 2 Lagen 160er Basalt, alle anderen Gewebelagen habe ich bündig mit der Formkante abgeschnitten bevor ich die Verklebeleisten aufgeschraubt habe.
Nach dem absaugen werden die Verklebeleisten abgeschraubt, das Abreißgewebe an den Klebeflächen abgezogen, die Formkanten versäubert und die Oberflächen des Gewebeüberstands der Verklebeleisten aufgerauht.
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Mumpe auf die Klebeflächen und Formkanten und dann Form zu schrauben:
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Hier der erste Rumpf aus der neuen Form.
Er ist nicht hübsch, aber für meine Zwecke gut brauchbar.
Der abgeformte ursprüngliche Rumpf von Peter wiegt mit der Spritzspachtel von mir etwa 150 g.
Mein erster Rumpf aus der Form wiegt ca. 190 g, wirkt aber besonders im Bereich der Tragflächenauflage fester.

Der Rumpfschwerpunkt ist bei beiden etwa an der gleichen Stelle kurz vor dem hinteren Ende der Tragflächenauflage.

Sicher habe ich im ersten Rumpf zu viel Lack und zu viel Mumpe drin, aber mit der Oberfläche und dem Gesamtergebnis der ersten Abformung bin ich erstmal zufrieden, wenn es von hier an nur noch besser wird sieht die Zukunft der Amokka-Rümpfe aus der Form vielversprechend aus :)
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Gruß,

Uwe.
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