Dimensionierung von Wölbklappen

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Balthasar
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Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von Balthasar »

Hallo Gemeinde!
Ich möchte an einer älteren, ca. 2,6m Balsa/Styro-Fläche eines E-Seglers Wölbklappen nachrüsten. Nun ist allgemein empfohlen, dass die Tiefe der Wölbklappe über Ihren Verlauf im gleichbleibenden Verhältnis zur Flächentiefe stehen sollte, also beispielsweise konstant 22%. Es würde mir allerdings rein optisch besser gefallen, wenn die WK eine konstante Tiefe hat, also in meinem Fall parallel zur Endleiste verläuft. Sicher wäre es auch eine Erleichterung beim Bau.

Kann mir jemand helfen die beiden sich widersprechenden Anforderungen irgendwie gegeneinander abzuwägen? Wäre es ein Showstopper die Wölbklappe als Rechteck auszuführen? Muss sie unbedigt im Verhältnis zum Profil stehen oder ist das nur was für den "Nachkommastellenbereich"?

Die Wölbklappen werden ca. 65cm lang sein. Sie starten aussen mit ca. 3,5cm und würden innen, am Rumpf dann mit ca. 4,5cm enden, wenn ich sie im Verhältnis zur Flächentiefe auslege. Ansonsten eben gleichbleibend 3,5cm ...
Ich werde die Wölbklappen hauptsächlich als Landehilfe verwenden. Weder Speed- noch Thermikstellung haben eine besondere Bedeutung bei meinen Fluggewohnheiten. Auch lässt das Modell bzw. das verwendete Profil nicht auf besondere Thermikeigenschaften hoffen (Profil E205 auf Selig 3021) wie ich bereits hörte. Zumindest nicht nach heutigen Maßstäben.

Vielen Dank für Euren Input zum Thema!
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mario
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Re: Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von mario »

Hallo Balthasar, wenn es sowieso nur eine einseitige Endleisten-Drehbremsklappe werden soll ist der genaue Schnitt vernachlässigbar. Bau es so wie es für die Situation am besten passt.
Du solltest darauf achten, dass die Klappe dicht ist. Also Silikon- oder Folienscharnier über die gesamte Breite auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine eng liegende Spaltabdeckung.

Schöne Pfingsttage
Mario
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Balthasar
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Re: Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von Balthasar »

Danke für den Zuspruch!
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Balthasar
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Re: Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von Balthasar »

Um einen Zwischenstand abzugeben ...

Da der aerodynamische Effekt der Tiefe der WK in diesem Kontext wohl nicht sehr hoch bewertet werden muss, war die Optik ausschlaggebend und
ich habe mich dazu entschieden die Scharnierlinie der WK exakt wie jene der Querruder auszurichten. Die Scharnierlinie bildet zwar nicht die unmittelbare Verlängerung jener der QR aber mit nicht ganz 1cm Versatz verläuft sie dennoch in gleicher Richtung.
Wie vorher beschrieben beginnt sie außen bei 3,5cm und ended in Rumpfnähe nun mit ca. 4,7cm Abstand von der Endleiste. Damit hat die WK etwa 22% der Flächentiefe am äußeren Ende und ca. 23 oder 24% der Flächentiefe am Rumpf.

Bis der Flieger vollständig flugbereit restauriert ist, werden wohl noch ein paar Wochen vergehen. Aber dann melde ich mich mit einem Ergebnis vom Jungfernflug zurück.
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Balthasar
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Re: Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von Balthasar »

Ok, heute war Maiden.
Die Wirkung der Wölbklappen war bestens. Die Dimensionierung hat perfekt gepasst. Wobei ich besser sagen sollte, dass sie keine schlechten Auswirkungen hatte. Schließlich kenne ich ja nur die nun gewählte Dimensionierung ;-) Damit ist das Thema des Threads hier geklärt und soweit beendet.

Aber für alle die künftig Hilfe suchen:
Es ging um eine Komplettsanierung eines Kauz Spezial von CHK. Ich habe das Modell mit einem kleinen Brushless ausgestattet. Dank moderner Technik war ein 4S 5000mAh Akku nötig um den Schwerpunkt von 75mm zu halten. Wahrscheinlich werde ich daraus noch einen 4S4000mAh Akku machen und den Schwerpunkt auf 80mm schieben können. Aber es ist unglaublich viel Gewicht im Rumpfboot nötig und eine Akkuladung hält wohl eher ein ganzes Flugwochenende.
Der Motorsturz muss entgegen der landläufigen 5°- 8° eher bei 9° oder 10° herauskommen. Ich werde hier nochmal nachbessern. Mit meinen aktuellen 7° bin ich überwiegend bei maximalem Tiefenruder wenn der Motor läuft.
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Re: Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von Baumflüsterer »

Ich würde trotzdem mal testen ob er mit der Wölbklappe jetzt nicht besser Thermik annimmt. Das E205 is halt allergisch auf glatte Oberflächen. Man kann das aber bei Bügelfolie mit Haarspray entlang der Nasenleiste und Flächenoberseite entschärfen. Ich bin in meiner Jugend viele Segler mit Eppler 205 geflogen, am Hang als auch in der Thermik. Was hab ich geschimpft wie ein Rohrspatz bis mir ein älterer Herr das mit dem Haarspray verriet. Auch Schalenflügel lassen sich damit zähmen. Gut bei feuchtem Wetter verschwindet der Effekt natrürlich schnell wieder. Auf der Seite von aerodesign.de findet man auch eine Abhandlung über das E205.
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Balthasar
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Re: Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von Balthasar »

Ja prima! Vielen Dank! Ich werd' schauen, dass ich es mal teste. Es ist wirklich schnell festzustellen, dass die Fläche schon bei geringem Geschwindigkeitszuwachs enormen Auftrieb erzeugt. Anders herum neigt er bei zu langsamen Flug zum plötzlich Abkippen über die Seite. Da werd' ich wohl etwas mit dem Schwerpunkt experimentieren.
Das ist auch die Gelegenheit für einen Nachtrag - Ja, es darf am Ende ein 4S 4000mAh Akku sein und der Schwerpunkt kommt am Ende bei 80-88mm heraus. Das Abfluggewicht liegt dann bei etwas über 2,2Kg.
Jetzt ist allerdings erstmal das Wetter schlecht :-( Auch muss ich mal schauen, ob der Kauz und ich überhaupt Freunde werden oder ob ich ihn bald weiterverkaufe. Die Sanierung war immens viel Arbeit mit unschönen Rückschlägen. Obwohl er jetzt gut aussieht und alles soweit passt, will die Freunde am Modell nicht so richtig hochkommen. Irgendwie hab' ich mich am Kauz "überbastelt" :roll:
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matzito
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Re: Dimensionierung von Wölbklappen

Beitrag von matzito »

Balthasar hat geschrieben: Sa 13. Sep 2025, 09:17 Anders herum neigt er bei zu langsamen Flug zum plötzlich Abkippen über die Seite. Da werd' ich wohl etwas mit dem Schwerpunkt experimentieren.
Das lass mal lieber sein weil das nix bringt, wenn der flügel aussen zu erst abreisst dann ist der flügel eben so ausgelegt früher war das so, heute werden Modelle anders ausgelegt, jetzt den SP nach vorne versaut dir den momentenhaushalt und du braucht mehr höhentrimm fliegst also immer mit angezogener Handbremse. Fahr lieber zur WK die QR paar wenige mm hoch
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