Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Uhle
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Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Uhle » Fr 24. Nov 2017, 11:07

Hallo alle zusammen,
nach längerer Bastelpause wegen Familienbespaßung habe ich mich in die Materie der Positivbauweise eingelesen. Also CFK/GFK direkt mit Folie auf Styrodurkerne im Vakuum pressen. Also das Verpressen und laminieren stellt mich vor keine großen Probleme. Nasenleiste mit Gewebe als Schleifgrundlage verstärken ist klar. Gewebe platt walzen wegen Pinholes check. Überschüssiges Harz wieder mit Küchenpapier entfernen check. Ich würde alles in den Sack stecken und in den Negativschalen beschwert härten lasen um Verzüge zu vermeiden.

Meine Frage ist nun: Wie verkaste ich die Ruder? Wie baue ich einen Holm ein damit alles dannach auch noch past?
Lang es die Kerne zu teilen und Gewebe um die Schnittkante zu ziehen? Also Doppel-T Holm. Wie bekomme ich den Holm sauber ausgeschnitten und eingepast wenn ich dann den Kern mit Kohle oder Glasschlauch überziehen will? UD-Gewebe als Gurt oben & unten drauf ist klar. Wenn ich den Holm aus Balsa aufbaue schaffe ich es mit Sicherheit eine Delle einzubauen. Ich brauche eine Version für Dummis. Brauche ich überhaupt einen Holm oder ist ein Stressed Wing auch normalen Belastungen gewachsen? Klar ist das bei vollgas festen Flächen geht kein Weg am Holm vorbei. Viele Bilder dazu wie genau der Bau geht gibt es wegen verharzten Händen anscheinend nicht deshalb meine "blöde" Frage.

Ich möchte mir einen Nurflügel mit 140cm Spannweite (PW75) bauen und dabei einen für mich neuen Weg gehen. Als Gewebe zum "beplanken" will ich 140g/qm mit einer 50g/qm Decklage verwenden. Natürlich 45° Orientierung. Kerne sind schon nach Peter Wicks Anleitung Nürflügelauslegung auf einer Din A4 Seite geschnitten, leicht überschliffen und leichte Ungenauigkeiten vom schneiden schon gespachtelt. Da meine Hangtage sehr spärlich sind soll ein kleiner Motor rein um auch auf der Wiese hinterm Haus fliegen zu können. ICh lasse mich aber auch gerne überzeugen und baue einen Haken zum flitschen ein ;-) Mehr zum Bau dann bei den Nurflüglern!

Natürlich habe ich die Suche schon bemüht und diverse verschiedene Varianten studiert nur kenne ich mein Talent Fehler einzubauen...
http://www.thermik-board.de/viewtopic.p ... verkastung

Danke schon für euren Rat.

Ulf

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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Uhle » Fr 24. Nov 2017, 12:34

Mein erster Kontakt mit der Positivbauweise war nicht der Hit da der Kern beim pressen verrutscht ist:
IMG_9794.JPG
2. Versuch war schon viel besser aber da war mir die Nasenlösung mit Gewebe noch unbekannt und es wurde nur ein Rovin genutzt. Auch der Gurt wurde nur aufgelegt und nicht versenkt was einen deutlichen Hubbel gab:
IMG_0195.JPG
IMG_0200.JPG
Mein 3. Versuch ist dann schon sehr brauchbar geworden. Ein Kollege hat spitz bekommen das ich mich mit Modellbau beschäftige und will das ich ihm zum Kiten ein Hydrofoil bau. Mein erster Versuch mit 940g/qm triaxal Gewebe in der Mitte doppelt für die Verschraubung und bischen Kohlereste für eine scharfe Endleiste. SW 80cm und hält ohne Probleme meine 115kg Kampfgewicht aus. Abgesaugt ohne Glättungsfolie nur im Sack mit überschleifen. Endgewicht 600 und ein paar zerquetschte Gramm. Eben QnD ohne alles:
IMG-20171028-WA0006.jpg
IMG-20171123-WA0007.jpg

Uhle
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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Uhle » Mo 27. Nov 2017, 16:28

Was mich immer zur Verzweiflung gebracht hat ist das ganze Packet in den Vakuumsack zu bekommen ohne das was verrutscht. Seitdem ich direkt auf der Vakuumfolie baue und die Oberseite vom Sack mit Acryl "aufklebe" geht alles sorgenfrei von der Hand da ich das ganze Pack nicht mehr groß bewegen muss.

Grüße
ULF

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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von UweH » Mo 27. Nov 2017, 18:55

Hallo Ulf, ich hab mich bisher erfolgreich vor der GFK-Positivbauweise gedrückt, aber bei den Dispar-Winglets werde ich da wohl nächstes Jahr mal ran müssen, deshalb bin ich an Infos und Verfahren interessiert.
Kennst Du eigentlich den sehr guten Baubericht von Patrick "Osmosis" bei RCN? http://www.rc-network.de/forum/showthre ... -PW-Bretts

Gruß,

Uwe.
Ein Flügel genügt

Das Ranis-Tutorial für Hortenmodelle: >> Hier klicken <<

......Hangflug ist das ohne Motor

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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Bernhard » Mo 27. Nov 2017, 20:18

Hallo,

auf der Seite https://www.aerodesign.de unter dem Reiter"design" gibt es auch noch ein paar ganz nette Tips.

Gruß Bernhard

Uhle
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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Uhle » Mo 27. Nov 2017, 20:39

Danke Uwe & Bernhard. Ich glaube ich muss es einfach nur angehen und nicht beim erstenmal mit perfekten Ergebnissen rechnen.

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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Uhle » Mi 29. Nov 2017, 15:43

https://www.rcgroups.com/forums/showthr ... oish-Build
Bischen was zum lesen habe ich noch bis zum Wochenende. :thumbup:

Ich habe mir noch Transferklebeband 19mm bestellt da ich mit der Sprühkleber Variante für die Nasenleiste nicht zufrieden war. Auch Klebestift habe ich probiert und nicht überzeugt davon.
Am Wochende werde ich mir einen 80cm Flügel bauen. Da ist der Materialeinsatz noch sehr überschaubar und ein Fehlschlag kein Verlust sondern nur ein Gewinn an Erfahrung.

Grüße
ULF

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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Koarl » Mi 29. Nov 2017, 22:03

Aber mit Baubericht!

Swiftsoarer
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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Swiftsoarer » Mi 6. Dez 2017, 22:18

Hallo zusammen,
in sachen Positivbauweise habe ich im letzten Jahr einiges versucht, deshalb hier meine Erfahrungen:Das Folgende bezieht sich auf eine Fläche für einen 3m Swift.
Ein bischen was zur Bauweise habe ich schon auf RCN geschrieben:

http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ivbauweise
und hier steht auch einiges drin:

http://www.rc-network.de/forum/showthre ... weise+Holm

Ich mache zuerst Einbauten wie Holm, Steckung, Ruderstege in die Flächen und beplanke zum schluss Ober und Unterseite in einem Rutsch.

Ruderstege:
Bei der Ersten Fläche habe ich die Ruderstege aus GFK beschichtetem 5mm Herex gemacht. Diese wurden mit Übermaß zugeschnitten und dann beigeschliffen. Das geht schon aber nicht sonderlich gut, da sich das Herex schlechter schleiffen lässt als das Styrodur. Bei der nächsten Fläche habe ich die Ruderstege aus 2mm Herex mit einseitig 80er Glas und auf der anderen Seite 100er Biax gemacht. Diese Stege habe ich exakt zugeschnitten (Bandsäge), sodass nur noch wenig Schleifarbeit übrig war. Das hat schon viel besser geklappt. Grundsätzlich sollte man bei der Bauweise versuchen so wenig wie möglich zu schleiffen, wie war das mit den guten Vorsätzen gleich nochmal :roll:

Das nächste mal werde ich folgendes probieren: Ich laminiere mir eine Platte aus 2 oder 3 Lagen 100er Biax. Daraus werden die Stege mit 1-2mm UNTERMAß zugeschnitten und wieder in die Fläche geklebt. Die Schnittkanten an der Fläche und am Ruder werden vorher ganz leicht angefast. Dadurch entsteht beim zusammenkleben eine kleine V-nut. Diese Nut wird mit Mumpe ausgespritzt und mit dem Spachtel abgezogen. Abreissgewebe drüber, damit nachere eine gute Verklebung zur Schale entsteht. Wie gesagt, ich habs noch nicht ausprobiert, aber es könnte klappen.

Thema Holme:
Wenn man eine Fläche ohne Holme bauen kann (z.B. die DLGs) ist man natürlich fein raus, keine Einbauten keine Dellen. Bei mir war das allerdings keine Option, das muss kesseln muss das :mrgreen: Also brauchts nen gscheiten Holm.
Der Holmsteg ist ein Herex GFK Sandwich in der Breite Abgestuft. Ich habe mir davon eine Platte gemacht, wo ca. 4 Stege raus gehen. Der Zuschnitt erfolgt auf der Bandsäge. Ich achte darauf, dass der Holm gut Untermaß hat. (Wenn das CFK nachher über den Kern raussteht hat man verloren) Die Holmstege werden in den Kern geklebt, alles ausgerichtet, die Steckung eingebaut und der Kern wieder zusammen gesetzt. Jetzt sollte zwischen dem Holmsteg und der Profilober- bzw unterseite noch so viel Luft sein, dass die UD Lagen des Holmgurtes noch nicht überstehen. Jetzt werden die Gurte auf den Steg laminiert, da ich bei der Verklebung mit dem Herex immer vorsichtig bin kommt das alles ins Vakuum. Was bei dem Holmaufbau so alles zu beachten ist, kann man hier nachlesen:
http://www.rc-network.de/forum/showthre ... egung-quot
und hier:
http://www.rc-network.de/forum/showthre ... he-bringen

So, 24h Stunden später geht dann der Verbinder hoffentlich wieder aus der Tasche raus und wir können oben und unten auf den Holm ne schöne weiche Balsaleiste als Ausgleichsschicht draufharzen. Diese wird dann mit einer möglichst langen Schleiflatte (ca. 60cm, mit 60er Schleifpapier) mit dem Profil eben geschliffen. Die restlchen Unebenheiten werden mit Leichtspachtel ausgeglichen.
Die Flächen müssen jetzt wirklich perfekt geschliffen werden, die Beplankung aus CFK oder Glas kaschiert überhaupt gar nix. Die Nasenleiste schleife ich auch jetzt schon in Form; auch wenn nachher ein Teil wieder weg geschliffen wird.
Wenn man mit seinem Ergebnis zufrieden ist gehts ans beplanken. Ich verwende dazu das 0,35er Mylar, 3 schichten Carnauber Wax, IMC-Lack, 50er Glas und 163er CFK. Man sollte das 50er schön anziehen lassen, damit sich nichts abzeichnen kann. Das 163er wird mir der Kredidkarte der Frau und einer Folie /Backpapier auf dem Mylar platt gespachtelt um eine geschlossenen Gewebestruktur zu erreichen. An der Nasenleiste sollten sich die Mylars maximal berühren, ich lasse lieber ein wenig Abstand. An der Endleiste habe ich eine Überlappung von min. 10mm.
Versuche mit Biax wären sicher interesant, aber ich glaube die Oberfläche wird nicht so schön werden.
Fazit:
Möglichst wenig Einbauten vor dem Beplanken machen (z.B. Servoschächte macht man besser später) eine Überlegung wäre es auch die Ruderstege nachher zu laminieren. Dazu müsste man die Ruder ganz abtrennen und wieder mit Silikon anscharnieren.
Diese Beschreibung ist nur (m)eine sicht der Dinge. Ich würde mich sehr freuen, wenn hier eine rege Diskussion entstehen würde.
Schönen Abend noch,
Johannes

Frank T.
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Re: Positiv Bauweise Ruderverkastung/Holm Einbau???

Beitrag von Frank T. » Do 7. Dez 2017, 10:55

Hallo Johannes,

Das ist sehr interessant. Ich überlege auch schon länger, ob ich Flächen ohne Holz bauen kann. Allerdings sind meine Modelle meistens größer und mit einer Doppeltrapezgeometrie, was das Ganze noch aufwändiger macht.

Ich würde außen nicht lackieren, sondern auf Abreißgewebe laminieren. Nach dem Abziehen des Abreißgewebes würde ich dann noch mal mit Mumpe drüber spachteln, so dass ich eine aureichende Schicht zum Schleifen habe. Ansonsten wollte ich so vorgehen, wie bei meinen Furnierflächen, also erst Oberseite Beplanken, dann Einbauten machen und verspachteln und am Schluß die Nasenleiste und Unterseite beplanken. Die Stege, Ruderverkastungen und den Kern für den Holmsteg (Bei mir Roofmate in einem Kohleschlauch) würde ich mit der Oberfräse exakt auf Höhe bringen.

Hat jemand schon mal so gebaut?

Gruß
Frank

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