Startmethode?

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Martin82
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Startmethode?

Beitrag von Martin82 » So 11. Nov 2018, 20:23

Hallo!

Mal wieder eine "dumme" Frage:
Wenn ich mir viele der Fotos hier so ansehe werde ich immer ein bisserl neidisch wieviel Segler (ohne Motor) hier geflogen werden - ist halt doch irgendwie was ganz anderes! Am liebsten würde ich für mein Winterprojekt auch auf einen Motor verzichten, aber wie krieg ich das Ding (nehmen wir mal ein Holzmodell mit 1,5 - 2kg) auf Höhe? In der Ebene flieg ich nämlich viel "wild", die Wiesen sind nicht riesig, und ich bin dabei auch häufig allein unterwegs. Mir würden 60m Starthöhe reichen, hab ich da eine Chance zB mit einer Flitsche, vielleicht einer Winde? Wie macht ihr das so? Oder muss ich da doch eher in Richtung F3K denken, oder mich damit abfinden dem Modell halt einen Schnauzer zu verpassen?
Vielen Dank für Gedanken, Ratschläge und Berichte aus der Praxis!
Freundliche Fliegergrüße!

Bernhard
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Re: Startmethode?

Beitrag von Bernhard » So 11. Nov 2018, 20:45

Hallo Martin,

in der Ebene gibt es im Prinzip drei Methoden :

F-Schlepp -> eine Motormaschine schleppt wie im Original den Segler auf Höhe. Braucht einen ordentlichen Platz und einen Schlepppiloten. Ist aber für "kleine" Segler eher unüblich.

Elektrowinde -> in der Regel eine Konstruktion basierend auf einem Anlassermotor, einer Autobatterie und einem Steller. Üblich sind ca. 200m Seil und somit Höhen von 150 - 230m (Schuss) möglich. Auch hier, für kleine Holzmodelle wahrscheinlich nicht die richtige Wahl.

Gummiseil -> Ein dem das Modellgewicht angepasstes Gummiseil (10-30m) und eine Nylonschnur (50-80m). Das Gummiseil wird mit einem Erdnagel festgemacht und manuell ausgezogen. Hier sind Höhen von 50-80m erreichbar. Dies ist wahrscheinlich der praktikabelste Weg dein Modell auf Höhe zu bringen.

Ich handhabe es so entweder F-Schlepp oder E-Segler. Beim E-Segler verhalte ich mich bis auf den Start wie bei einem Segler (der Motor wird kein zweites Mal angestellt).

Gruß Bernhard

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Koarl
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Re: Startmethode?

Beitrag von Koarl » So 11. Nov 2018, 22:15

Wenn’s das Modell verträgt, dann ist Flitschen eine super Möglichkeit.
Ich hab auch mal eine Winde aus einem alten Fahrrad gesehen. Macht sicher Spaß, ist nur etwas umständlich.
Für‘s Wildfliegen auf der Wiese ist aber ein E-Segler immer noch das komfortabelste.
Ansonsten Hochstart mit langem Seil, wie schon genannt.

Martin82
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Re: Startmethode?

Beitrag von Martin82 » Di 13. Nov 2018, 17:55

Dank mal für die Antworten!

leider kommt F-Schlepp ja für mich nicht in Frage, aber Bernhard, du hast mich zu Recht dran erinnert, dass man ja den Motor nach dem ersten Steigen nicht mehr einsetzen kann/muss. Das hab ich in letzter Zeit nicht mehr so praktiziert, werd ich aber ab nun wieder tun.

Ursprünglich hatte ich sogar nach dem ersten Steigflug immer den Sicherheitsschalter für den Motor umgelegt, um eine psychologische Hürde gegen das zweite Einschalten zu haben, hätte dadurch aber mal bei einer falsch eingeteilten Landung fast das Modell geschrottet, weil das Durchstarten nicht gleich geklappt hat... aber das waren meine Anfangszeiten, vielleicht mach ich das künftig auch wieder.

Und trotzdem möchte ich einen reinen Segler! Werd mich mal näher mit dem Thema Flitschen beschäftigen.

Freundliche Fliegergrüße!
Martin

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Koarl
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Re: Startmethode?

Beitrag von Koarl » Di 13. Nov 2018, 18:16

Ich denke mit einem F3b oder F3j bist du da gut dabei. Kann ja auch was gebrauchtes sein. Alles andere ist für‘s flitschen nicht stabil genug oder für die Ebene zu schwer. Ist zwar ziemlich pauschal gesagt und es gibt sicher Ausnahmen, aber im wesentlichen passen diese Modellarten ideal für deine Anforderungen.

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Re: Startmethode?

Beitrag von Goofy » Di 13. Nov 2018, 20:05

Warum eigentlich flitschen ? Mit einem ganz normalen Gummiseilhochstart errreichst Du doch locker Höhen, die auch in der Ebene Thermikanschuss ermöglichen.

Viele Grüße
Elmar

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Re: Startmethode?

Beitrag von Nebukadneza » Di 13. Nov 2018, 22:53

Hi,

ich möchte da die — wie ich finde — einfachste und schönste Thermikflugmethode nochmal in’s Spiel bringen: Ein einfacher RESler, mit dem Blauen China/HK-Gummi und soviel Seil wie die Wiese hergibt. Dazu ein Wurmi als Anker, und der Tag wird klasse werden.

Mit einem schön leichten RESler kann man auch bei kleinen Wiesen = kurzen Seilen = geringe Starthöhen sehr oft Thermik erwischen, und wenn der Flug dann auf Stunden geht macht es einen um so mehr Stolz.
Im Vergleich zu gebrauchten F3*lern, Megarubbers und co. ist die Alternative sehr günstig — wenngleich ggf mit etwas Bauaufwand verbunden. Gerade wenn man noch nicht so 100% der Thermikpilot ist hat man beim RESler durch die einfache 2-Achs-Steuerung vieel Hirn und Denkkapazität für Überlegungen rund ums’ Thermikfinden, zentrieren, suchen, etc übrig — und beschäftigt sich weniger mit dem Modell selbst.

Finde ich eine wirklich schöne Variante richtig Thermikfliegen zu lernen — und trotz oder gerade wegen der Einfachheit anhaltend Spaß daran zu haben.

Grüßle,
-Dario

Martin82
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Re: Startmethode?

Beitrag von Martin82 » So 18. Nov 2018, 17:06

Liebe Leute!

Vielen Dank für eure hilfreichen Hinweise!
@Goofy: Mein Problem ist Platzmangel für den Hochstart. Jedes halbwegs flache Stück Land wird hier (Großraum Wien) Landwirtschaftlich genutzt, ausgedehnte Wiesen sind einfach sehr rar. Daher die Idee mit der Flitsche, die wenig Platz braucht.

@Nebukadneza: Ich geb dir völlig recht, RES Fliegen ist ein Traum! Ich fliege meinen AndREaS elektro jedesmal mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Vor allem auch dank des eingebauten Varios tun sich damit immer wieder Bärte auf, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Der Maiden flight war ein windstiller diesiger Herbsttag mit flächendeckendem Hochnebel, und trotzdem kam ich immer wieder ins Kurbeln. Ein Genuss!

Auch Dank euren Inputs hat sich das Thema Flitsche für mich in den letzten Tagen relativiert. Ich werd diesen Winter einen reinen Segler bauen und ihn erst ein mal am Hang einsetzen und Erfahrungen damit sammeln. Und für die Ebene meinen E-RESler wieder (verstärkt) behandeln wie ein simplifiziertes F5J-Modell, also nach 30 Sek. Motor aus und sehen, wie lang ich oben bleibe. Fürs erste ist das denk ich eine gute praktikable Lösung, und mittelfristig heißt das ja nicht, dass der Traum von einem Seglermodell, das ich universal einsetzen kann, gestorben ist. Aber im Moment ist die Zeit für mich einfach noch nicht reif dafür.

Freundliche Fliegergrüße!
Martin

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