Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

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AlterSchwede
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Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von AlterSchwede » Sa 23. Jun 2018, 19:45

Hallo

Gibt es einen allgemeingültigen Leitfaden, was man wann, wo und wie einsetzt/verwendet?

Allein die Auswahl eines der drei Materialen sorgt schon für Fragen.
Dazu gibt es noch unterschiedliche Gewebestrukturen, Flies, Leinwand, Köper, unidirektional, Schlauch, Rovings, Gelege, diagonal...
Um noch für die perfekte Verwirrung zu sorgen, gibt es dann noch die Gewichtsangaben, je Meter oder Quadratmeter.
Das Gewicht zu wissen ist zwar schön, sagt mir nur nichts über die Stärke oder Festigkeit aus, ob man eine oder mehrer Lagen nimmt oder doch lieber gleich stärkeres Material wählt.

MfG
Norman
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UweH
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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von UweH » So 24. Jun 2018, 13:14

AlterSchwede hat geschrieben:
Sa 23. Jun 2018, 19:45
Gibt es einen allgemeingültigen Leitfaden, was man wann, wo und wie einsetzt/verwendet?
Hallo Norman, so etwas kenne ich nicht, vor allem nicht in einfacher Form ala Faustregel, das Thema ist zu komplex.

Bei einigen Händlern von Faserverbundwerkstoffen gibt es Informationsmaterial dazu, z.B. Swiss Composites: https://www.swiss-composite.ch/download ... nformation

oder R+G: https://www.r-g.de/wiki/Hauptseite

.....aber da muss man sich ebenso durcharbeiten wie durch Bauberichte in den Foren um Technische Infos und Erfahrungswerte zu bekommen wenn man das richtige Material für das eigene Projekt auswählen will.
Hier im Thermik-Board gibt es viel Bauerfahrung, es kann durchaus nicht nur verwirren vor dem Materialkauf für ein spezielles Projekt hier gezielte Fragen zu stellen, ebenso im Werkstattbereich des Nachbarforums ;-)
http://www.rc-network.de/forum/forumdis ... earbeitung

Gruß,

Uwe.
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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von AlterSchwede » Mo 25. Jun 2018, 07:48

Danke.

Ich wollte mir für meinen Long Shot 4 noch etwas Material bestellen, um die beiden Flächenhälften nicht nur oben und unten jeweils mit diesen zwei Carbon-Rauten zusammen zukleben.
Das Stück Glasmatte ist schief zugeschnitten und dadurch an allen Seiten am ausfransen und lässt sich dadurch schwer zuschneiden und anschließend verarbeiten.
Nur bei der Auswahl an Materialen und Strukturen, habe ich mir die Frage gestellt, was ich da z.B. am besten verwenden soll.
Glas und Carbon ist mir soweit ein Begriff, Flieger aus CFK sind meist noch robuster und teurer als welche aus GFK.
Doch dann tauchte auch noch Aramid auf.

Wie bekommt man eigentlich eine glatte Oberfläche hin, wenn man nachträglich Gewebe von außen aufkebt?
Beim Long Shot war der Carbonstreifen mit Klebestreifen beklebt.
Es ist aber mühsam diesen nach dem aushärten wieder abzuziehen und hinterlässt eine matte klebrige Oberfläche.

MfG
Norman
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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von UweH » Mo 25. Jun 2018, 21:41

Hallo Norman,
wenn Du nur die Flächen Deines DLG verbinden willst genügt 50 g/m² Glasgewebe völlig, 2 unterschiedlich große Lagen für eine Dickenstaffelung der Ränder auflaminieren reicht schon. Die Festigkeit kommt ja von der Gewebebeschichtung der Fläche und die Verstärkung des Stoßes muss nur die Kräfte über den engen Spalt von einer Flächenhälfte auf die andere übertragen.

Kevlar ist schwer zu verarbeiten und wenn Du schon mit dem beiliegenden Glas- und Kohlegewebe Schwierigkeiten hast solltest Du erst mal den Umgang damit erlernen bevor Du an Kevlar ran gehst, schon der Zuschnitt benötigt Spezialwerkzeug.

Eine relativ glatte Oberfläche kannst Du erreichen indem Du das Gewebe auf einer dickeren Folie vortränkst, dann die Außenkontur der Gewebeverstärkung zusammen mit der Folie zuschneidest und dieses Paket sauber ausgerichtet auf die Stoßstelle auflegst. Dann Luftblasen raus streichen und überflüssiges Harz mit einem spiritusgetränkten Küchenkrepp abtupfen und vorsichtig abwischen.
Die Folie nach dem aushärten abziehen.

Gruß,

Uwe.
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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von AlterSchwede » Mo 25. Jun 2018, 22:11

Ich möchte nun Glasgewebe mit 25mm breite nehmen, auch wenn es 120g/m² wiegt.
Nachdem ich auf der R&G-Seite gelesen habe, das unidirektional nur einen Faserverlauf (ich vermute in die Richtung in die es aufgerollt ist)
und dementsprechend wohl auch nur eine belastbare Richtung, habe ich mich für ein Leinwandgewebe entschieden.
Eine Lage ringsum sollte reichen um es ausreichend zu versteifen.
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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von jonasm » Di 26. Jun 2018, 15:34

Hallo Norman,

was führt jetzt dazu, dass Du Uwes sinnvollen Rat ausschlägst und Dich für sehr schweres Gewebe entscheidest? Ausser viel unnötiges Gewicht bringt das an der Stelle gar nichts.

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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von AlterSchwede » Di 26. Jun 2018, 16:08

Moin.
Das liegt leider nur daran, das ich beim himmlischen kein leichteres Band gefunden habe, das gibt es höchstens noch schwerer.
Gewicht ist bei mir immer nebensächlich, ich will es eher robust, haltbar&langlebig haben.
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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von TilmanBaumann » Di 26. Jun 2018, 16:24

Leinwand vom laufenden Meter wäre vermutlich billiger geworden. Selbst wenn du es im Idealfall in 45⁰ Winkel abschneidest. ;)

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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von UweH » Di 26. Jun 2018, 16:32

Hallo Norman,

das Band hat für diese Anwendung mehrere Nachteile:
- Faserrichtung ist 0/90 °, damit tragen beim Auflegen in Flugrichtung nur die Hälfte der Fasern zur Kraftübertragung am Flächenstoß bei die quer liegen, die Längsfasern sind dabei arbeitslos, fliegen aber als nutzloser Ballast mit. Das 120er Gewebeband in Längsrichtung trägt also ungefähr so viel wie ein 50er Gewebe das diagonal aufgelegt wird, denn da tragen beide Faserrichtungen.
- das Band hat eine feste Webkante, die zum Flügel einen dicken Absatz ergibt, das sieht noch weniger schön aus als eine rauhe Oberfläche

Höllein hat vielleicht kein dünneres Band, aber dünneres Gewebe.

Wenn Du schon die Kohleraute aufgeharzt hast, dann genügt die zur Flächenverbindung normalerweise schon. Den klebrigen Rest vom abgezogenen Tesa kannst Du mit Aceton entfernen, die rauhe Oberfläche kannst Du mit feinem Nasschleifpapier glätten und ggf. dünn über lackieren.

Gruß,

Uwe.
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Re: Glas-, Kohle- und Aramidfasergewebe

Beitrag von jonasm » Di 26. Jun 2018, 16:53

Hallo Uwe,

da bei dem Modell das Kernmaterial Styrodur ist, sollte man von Aceton abstand nehmen. Isopropylalcohol funktioniert problemlos.

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