Hallo Tilman,
Hyperstall-Landung haben wir auf Seite 3 schon abgehakt weil es für die gleichzeitige Zeit- und Ziellandung viel zu ungenau ist. Man kann den Hyperstall-Abstieg auch nicht einfach so mal beenden um den Anflugweg zu verlängern wenn man zu kurz kommt, im Gegensatz zu einem Spoiler den man gut dosieren kann und schlimmstenfalls einfach wieder einfährt.
Ich habe in paar Hyperstall-Landungen mit dem Minirock auf Video und muss die endlich mal schneiden und hochladen, da sieht man auch ein bisschen die Nachteile der Methode.
Die kranken Aussies sind übrigens der Tim Harris "Timbuck", der zusammen mit Peter Wick den GIZMO entwickelt hat
Nuri017 hat geschrieben:Die Bremse muß sehr gut wirken. Wir fliegen auch etwas schneller und eine sehr nidriege Aufsetzgeschwindigkeit ist anstrebenswert.
Hallo Georg,
ein Spoiler auf der Oberseite bremst nicht die Geschwindigkeit, sondern erhöht nur die Sinkgeschwindigkeit. Um langsamer zu fliegen muss man den Flugzeugauftrieb erhöhen, es ist sogar so dass man genau das macht um langsamer zu fliegen: die Erhöhung des geflogenen Auftriebsbeiwerts ist bei unverändertem Flugzeuggewicht direkt mit der Verringerung der Fluggeschwindigkeit verknüpft.
Ein Spoiler auf der Oberseite verringert aber den möglichen Auftrieb durch zwei Effekte:
- er stört die Umströmung des Flügels durch seinen hohen Widerstand, verbiegt und verschlechtert dabei auch die Zirkulationsverteilung. Der dadurch erhöhte Widerstand verstärkt das Sinken und verschlechtert das Gleiten.
- er erzeugt durch die Geometrie der Flügelumströmung im ausgefahrenen Zustand einen negativeren Profilmoment, der am Flugzeug durch ziehen ausgeglichen werden muss um die Fahrt beizubehalten oder gar zu verringern. Das entwölbt aber das Profil und verringert damit den Maximalauftrieb.
Die Folge ist dass die Mindestgeschwindigkeit mit ausgefahrenem Spoiler höher ist als ohne Spoiler und damit ist der Begriff "Bremse" eigentlich irreführend, ziemlich erfolgreich irreführend übrigens
Nuri017 hat geschrieben:Meine beiden RES Leitwerkler haben je 2 Klapenn mit 25cm und 30cm Länge und 3,0cm und 2,5 cm Tiefe.
Der Spoiler am GezoRES ist 325 x 30 mm groß, am Antist-RES 310 x 30 mm. Beim GezoRES wirkt die Klappe gut, beim Antist stark.
Beim ARES sind die Klappen kleiner als bei den Leitwerkern, es sind 2 Stück mit je 130 x 30 mm und die wirken brachial.
Am besten abgestimmt sind sie bei meinen Fliegern beim Mimares mit 2 Stück 100 x 45 mm.
Ich würde für das RES-Brett 2 Klappen nach Peters Vorschlag möglichst weit hinten einbauen und nur einen Standard- Rippenabstand breit machen, also ca 55 mm, damit kann man den Einfluss der von Norbert angesprochenen 2-achsigen Krümmung minimieren. Dafür würde ich den Spoiler aber ca. 60 mm hoch machen und schauen dass er 90° ausgefahren werden kann. Man kommt dabei zwar nicht um eine formverleimt gebogene Klappe rum wenn sie eingefahren der Profilkontur folgen soll, aber die Krümmung ist fast nur 1-achsig, das ist nicht allzu schwer zu bauen.
Nuri017 hat geschrieben:Die Klappen erzeugen auch eine Kopflastigkeit beim Ausfahren.
Wäre das beim Brett auch nicht schlecht, denn das kopflastige Moment müßte man durch Höhenruder ziehen kompensieren.
Durch den Höhenruderausschlag würde man das Profil gleichzeitig entwölben und somit auch den Auftrieb beim Landen etwas reduzieren.
Das hieße aber dann die Klappen wieter vorne anbringen.
Der kopflastige Moment ist bei meinen Pfeilen stärker als bei meinen Leitwerkern, das ist ein Grund warum die Klappen so brachial wirken.
Der Nachteil dieser Wirkung ist die höhere Mindestfluggeschwindigkeit aus dem geringeren Auftrieb, wie oben beschrieben.
Der Effekt ist also eher störend und deshalb ist es besser die Klappen beim Brett weiter hinten anzubringen, damit wird der Einfluß auf den Profilmoment und die Auftriebsverringerung etwas sanfter und sollte eine gute Landehilfe für die geforderte Zeit-Punkt-Landung ergeben, die trotz geringerer Klappengröße ähnlich gut dosierbar wirkt wie bei üblichen Leitwerker-Spoilern.
Gruß,
Uwe.